So klar ist der Vorsprung für Jemal Kassa (rechts) und die Barockstadt nicht. Im Gegenteil: Eddersheim würde beim derzeitigen Tabellenstand Erster in der Play-Off-Runde sein. Foto: Charlie Rolff
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So klar ist der Vorsprung für Jemal Kassa (rechts) und die Barockstadt nicht. Im Gegenteil: Eddersheim würde beim derzeitigen Tabellenstand Erster in der Play-Off-Runde sein.

Rechenschieber raus: Barockstadt gefühlt nur Dritter

„Jetzt sehen wir so langsam, welch großen Reiz die Konstellation mit der Ligateilung in sich birgt“, sagte HSV-Fußballchef Mario Rohde, konfrontriert mit zwei, drei Rechenbeispielen zu den „virtuellen“ Tabellen der Auf- und Abstiegsrunden in der Hessenliga.

So wäre der HSV dem großen Nachbarn mit einem Sieg auf die Pelle gerückt. Zwar weist die reale Tabelle satte 13 Punkte Vorsprung für Barockstadt auf; doch in die Aufstiegsrunde würde Barockstadt derzeit nur zehn Punkte aus derzeit fünf Spielen mitnehmen, der HSV aus ebenfalls fünf Partien deren sechs Zähler. Hätte der HSV also gewonnen, es wäre nur ein Punkt Rückstand gewesen. Erlensee (ebenfalls zehn Punkte aus sechs Spielen) ist mit Barockstadt auf Augenhöhe, in der Tordifferenz allerdings voraus. Der ausgemachte große Konkurrent Eintracht Stadtallendorf hinkt mit fünf Punkten aus vier Spielen hinterher.

Doch diese Rechenspiele ändern sich Woche für Woche – da reicht ein Blick auf den FC Eddersheim. Der war am Wochenende spielfrei – und holte doch vier Punkte. Denn weil Waldgirmes aus den Top fünf raus- und Walldorf reinrutschte, bringen die Eddersheimer nun 13 statt 9 Punkte in die Aufstiegsrunde aus fünf Spielen ein. Der FCE ist im Süden nicht mal Erster – aber dennoch in der virtuellen Tabelle der Aufstiegsrunde Spitzenreiter. „Da wird sich noch ganz viel ändern“, sagt Erich Rodler, Sportlicher Leiter des FCE – und doch wird deutlich aufgezeigt, wie eng die Ausgangssituation im neuen Jahr sein wird. Die derzeitige deutliche Tabellenführung der SG Barockstadt ist aktuell schlicht ein Trugbild.

Ebenfalls verrückt sind die Konstellationen in der Abstiegsrunde: Flieden, real Vorletzter mit zehn Punkten, hat beste Karten im Kampf um den Klassenerhalt, würde derzeit neun Punkte in die Abstiegsrunde einbringen. Steinbach hingegen verlöre Stand jetzt die Hälfte der acht errungenen Zähler und belegt in der virtuellen Tabelle den letzten Rang.
Problematisch für die Teams im Norden: 24 Spiele endeten bislang unentschieden, im Süden nur 15 – ergo bringen die Mannschaften in Summe deutlich weniger Punkte in die Entscheidungsrunden ein. Zum Verhängnis könnte das insbesondere Regionalliga-Absteiger Bayern Alzenau, neben dem FSV Fernwald Remiskönig der Liga, werden. Erst sieben Punkte bringen die Unterfranken in die Abstiegsrunde ein – es droht der Sturz in die Verbandsliga. Denn: Bis zu sechs Teams müssen nach dieser Saison absteigen.

Play-Off-Tabelle

1. FC Eddersheim 5 Spiele / 14:8 Tore / 13 Punkte
2. FC Erlensee 6 Spiele / 11:8 Tore / 10 Punkte
3. SG Barockstadt 5 Spiele / 7:6 Tore / 10 Punkte
4. SV Hadamar 4 Spiele / 9:9 Tore / 6 Punkte
5. Hünfelder SV 5 Spiele / 7:7 Tore / 6 Punkte
6. SV Zeilsheim 5 Spiele / 12:13 Tore / 6 Punkte
7. Eintracht Stadtallendorf 4 Spiele / 4:2 Tore / 5 Punkte
8. SV RW Walldorf 4 Spiele / 4:5 Tore / 4 Punkte
9. Hanau 93 6 Spiele / 5:13 Tore / 4 Punkte
10. SC Hessen Dreieich 4 Spiele 4:9 Tore / 3 Punkte

Play-Down-Tabelle

1. SC Waldgirmes 7 Spiele / 16:14 Tore / 11 Punkte
2. SC Viktoria Griesheim 5 Spiele / 10:4 Tore / 10 Punkte
3. FSV Fernwald 6 Spiele / 13:8 Tore / 10 Punkte
4. Türk Gücü Friedberg 6 Spiele / 8:6 Tore / 9 Punkte
5. KSV Baunatal 7 Spiele / 11:10 Tore / 9 Punkte
6. SV Buchonia Flieden 6 Spiele / 12:12 Tore / 9 Punkte
7. SV Neuhof 6 Spiele / 8:9 Tore / 8 Punkte
8. FC Bayern Alzenau 5 Spiele / 7:8 Tore / 7 Punkte
9. TuS Dietkirchen 6 Spiele / 9:13 Tore / 7 Punkte
10. FV Bad Vilbel 7 Spiele / 8:12 Tore / 7 Punkte
11. VfB Ginsheim 5 Spiele / 5:8 Tore / 5 Punkte
12. SV Steinbach 7 Spiele / 9:16 Tore / 4 Punkte

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