Da nutzt auch die zarte Zuhilfenahme der Hand nichts: Marcel Dücker (rechts) und der HSV siegten im Derby gegen Homan Halimis Steinbacher deutlich. Foto: Siggi Larbig
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Da nutzt auch die zarte Zuhilfenahme der Hand nichts: Marcel Dücker (rechts) und der HSV siegten im Derby gegen Homan Halimis Steinbacher deutlich.

Rohde entschuldigt sich bei HSV-Fans

Wie verschieden zwei Halbzeiten in einem Spiel sein können? Wer am Samstag zu Gast auf der Hünfelder Rhönkampfbahn war, wird diese 90 Minuten zeitlebens als Referenz wählen.

„Für die Leistung in der ersten Halbzeit möchte ich mich bei allen, die es mit dem HSV halten, entschuldigen. Ich möchte dies hier in der Runde sagen, damit das speziell die Spieler hören.“ So begann HSV-Fußballchef Mario Rohde die Pressekonferenz und erntete Applaus. Anschließend sprach der Trainer und Johannes Helmke nahm seine Schützlinge für das Danach in Schutz: „Wir haben Mentalität bewiesen. Es ist nicht so leicht, den Schalter in dieser Form umzulegen.“

Beide hatten recht mit ihren Analysen, keiner sprach über die Faktoren: Denn ohne Kapitän Julian Rohde und Vize-Kapitän Steffen Witzel herrschte Stille auf dem Platz . Totenstille. Zumindest beim HSV. Mit Witzels Hereinnahme in der Pause änderte sich die Mentalität grundlegend. Als Linksverteidiger peitschte er seine Mannen nach vorne, die Fehler um Fehler beim Gegner erzwangen. Plötzlich spielte der HSV groß auf und warf die für ein Heimspiel-Derby äußerst abwartende und unerklärliche Spielweise über Bord.

Ebenfalls entscheidend: Helmke brachte Reserve-Stürmer Ivan Lovakovic, der alle drei Tore initiierte, und zog Andre Vogt ins Zentrum zurück, der dort aus totaler Unterlegenheit brutale Überlegenheit schuf. Das Trio verdiente sich Bestnoten. Feiern durfte zudem Max Vogler, der erstmals für den HSV in der Hessenliga traf – gar doppelt.

Und Steinbach? Der SVS hätte bereits nach zwei Minuten führen müssen, aber Kubilay Kücükler vergeigte frei vor Benedikt Kaiser. Angetrieben von Linksverteidiger Thore Hütsch und Spielmacher Luca Uth war der SVS klar besser, verbuchte 6:1-Ecken und 4:0-Chancen. Nur aus der 45-minütigen Überlegenheit sprang nichts heraus. Kapitän Sebastian Bott gab das als Grund für die Niederlage an, während Trainer Petr Paliatka dem HSV fair zu einem verdienten Sieg gratulierte.

Er monierte, dass Hünfeld seinem Team den Schneid abkaufte, vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass Kevin Krieger gleich die erste Chance nach der Pause nutzte. Was ihm aber noch mehr missfiel, dass seine Mannschaft läuferisch unterlegen war. Einige Spieler sind nach der langen Pause noch weit von ihrem Leistungsniveau entfernt.

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