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Einen Elfmeter braucht‘s, um den Bann zu brechen

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Von: Johannes Götze

Julian Ludwig Rot Weiß Walldorf
Die Hünfelder Nikolaj Zvekic (links) und Aaron Gadermann nehmen hier Walldorfs Kapitän Julian Ludwig in die Zange. © Siggi Larbig

Rot-Weiss Walldorf hat sich dank des hochverdienten 3:0 (0:0)-Erfolgs gegen den Hünfelder SV mächtig Luft im Hessenliga-Abstiegskampf verschafft, während der HSV das Spiel im Hinblick auf das wegweisende Duell am kommenden Wochenende gegen Ginsheim ganz schnell aus dem Gedächtnis streichen sollte.

Bittere Nachrichten ereilten den HSV schon lange vor dem Anpfiff, beide Torschützen des 2:1-Siegs gegen Bad Vilbel mussten wegen einer Corona-Infektion passen. Und neben eben jenen Andre Vogt und Christoph Sternstein fehlten zudem die beiden Mittelstürmer Max Vogler und David Brähler. Auch Steffen Witzel und Marcel Dücker standen nicht zur Verfügung. Personell könnte es rund um die Rhönkampfbahn kaum enger sein.

Und so wollten die Übriggebliebenen um Geburtstagskind Sebastian Alles aus der Not eine Tugend machen, in der beispielsweise der polyvalente Aaron Gadermann im angestammten 4-2-3-1 diesmal den Mittelstürmer gab. Doch er war wie alle seine zehn Hinterleute in aller erster Linie mit Verteidigen beschäftigt. Vor der Pause gab es eine Phase, in der die Gäste sicherlich 10, 15 Minuten nicht einmal zwei Ballkontakte am Stück in der gegnerischen Hälfte hatte.

Walldorf, im 3-4-3 agierend, spielte hingegen munter nach vorne, versuchte das Tempo auf dem Kunstrasen stets hochzuhalten und hätte schon vor der Pause in Führung gehen können – wenn nicht müssen. Allerdings konnte sich der HSV auf seinen Keeper Benedikt Kaiser verlassen, der insbesondere bei der Doppelchance durch Besmir Haliti und Nico Struwe auszeichnen konnte (20.). Insgesamt verdiente sich Hünfeld aber das O:0 zur Pause, dank guter Ordnung und Zweikampfstärke.

Und Durchgang zwei entwickelte sich nicht anders, allerdings setzte Hünfeld mehr Akzente und hätte mit etwas Glück gar in Führung gehen können: Zunächst setzte Gadermann den Schlenzer aus 18 Metern etwas zu hoch an (56.), dann war es wiederum Gadermann, der nach einem Konter den Moment des Abschlusses verpasste und sich vom klasse verteidigenden Maximilian Thomasberger noch die Butter vom Brot nehmen ließ (58.).

Und das sollte sich rächen. Und zwar prompt: Laurin Vogt ließ sich ganz geschickt in den Zweikampf mit Benjamin Fuß ein und zog den Strafstoß, den Simon Geisler kompromisslos im linken Torgiebel unterbrachte (60.). Hünfeld wirkte danach nicht geordnet und fing sich direkt das 0:2 und damit die Vorentscheidung ein. Nico Struwe traf nach Angriff über rechts. Jetzt lief beim Gastgeber vieles von selbst, während Hünfeld die Kompaktheit im Wissen der Niederlage verlor. Letztlich setzte sich die deutlich höhere spielerische und individuelle Qualität durch.

Statistik

Rot-Weiss Walldorf: Czirbus; Haliti, Kunert, Thomasberger – Dogan (73. Schneider), Ludwig, Geisler, Konate Lueken – Mehnatgir (79. Deumlich), Struwe (69. Neway), Vogt.
Hünfelder SV: Kaiser; Schilling (77. Zöll), Fuß, Häuser, Wenzel – Zvekic, Alles – Krieger, Rohde (74. Lovakovic), Fröhlich – Gadermann (90. Faulstich).
Schiedsrichter: Florian Tesch (SC Hassia Dieburg).
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Simon Geisler (60., Foulelfmeter), 2:0 Nico Struwe (62.), 3:0 Laurin Vogt (70.).

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