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FC Eddersheim zeigt gegen RW Walldorf zwei Gesichter

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Manuel Konate Lueken Rot-Weiss Walldorf
Der Treffer von Manuel Konate Lueken drehte das Spiel zugunsten von Rot-Weiss Walldorf. © Charlie Rolff

Rot-Weiß Walldorf steht zumindest bis morgen Nachmittag an der Tabellenspitze der Hessenliga. Der Auftritt am Freitagabend gegen den FC Eddersheim war aber trotz des 3:1 (0:1)-Sieges nur im zweiten Abschnitt überzeugend. Die Gäste aus dem Main-Taunus-Kreis hingegen waren in Durchgang eins tonangebend, gaben aber wie schon in den Auswärtsspielen zuvor in Alzenau (2:2) und Friedberg (1:2) eine Halbzeitführung aus der Hand und haben in der Summe aus diesen drei Spielen nur einen Punkt geholt.

Die Gäste hatten zu Beginn nicht nur mehr vom Spiel, sondern auch die besseren Möglichkeiten. Schon nach drei Minuten traf Ferdinand Scholl den Pfosten. Eddersheim war fleißiger und agierte mit dem besseren Positionsspiel, während Walldorf selbst große freie Räume im Mittelfeld unbesetzt ließ. Der FCE hätte schon früher in Führung gehen müssen, vergab gute Chancen. Innenverteiger Jörg Finger kam nach Eckbällen zweimal gefährlich zum Kopfball, dazu war Stürmer Nils Kohlbacher sehr agil unterwegs.

RW Walldorf dreht Spiel gegen FC Eddersheim nach der Halbzeit

Kohlbacher erzielte in der 38. Minute mit der Hacke das längst überfällige 1:0 der Gäste, nachdem Ferdinand Scholl zu ihm gepasst hatte. Scholl hätte mit einem Heber Sekunden vor der Pause sogar erhöhen können. Wie schon in den Auswärtsspielen zuvor baute Eddersheim nach dem Seitenwechsel rapide ab, war in seiner Spielanlage nicht wieder zu erkennen. Walldorf kam hingegen wie verwandelt aus der Kabine, drehte die Partie in wenigen Minuten zu seinen Gunsten. Manuel Konate Lueken glich nach einen Querpass per Flachschuss aus (56.), dann nahm ausgerechnet der Ex-Eddersheimer Luki Matondo eine Flanke volley und es hieß 2:1 (59.). Der FCE versuchte wieder ins Spiel zu finden, was der Staustufen-Elf nicht gelang.

Kohlbacher vergab die Ausgleichschance vor Tormann Marcel Czirbus, aber die Mehrzahl an Chancen hatte jetzt Walldorf. Das Spiel der Gastgeber war nun wieder strukturiert und schlüssig. Verdient war dann der Treffer zum 3:1 durch den defensiven Mittelfeldspieler Julian Ludwig (83.). Am Ende hätte das Heimteam sogar noch höher gewinnen können. Eddersheims Trainer Christian Lüllig fand nach der Partie klare Worte: „In zwei Halbzeiten haben wir zwei Gesichter gezeigt. Erst sind wir sehr gut aufgetreten und hätten vor dem 1:0 mehrfach in Führung gehen können. Das große Manko ist, dass wir nicht in der Lage sind nach einer Führung zu erhöhen und den Spielverlauf noch mehr in unsere Richtung zu lenken. In der zweiten Halbzeit sind wir Schritt für Schritt aus dem Spiel raus gegangen. Die zwei Gegentore konnten wir nicht mehr wegstecken. Dementsprechend kamen wir nicht zurück.“

Walldorfs Trainer Artur Lemm sah es in seiner Analyse ähnlich: „Die zweiten 45 Minuten nahmen einen umgekehrten Verlauf. Wir trafen auf eine Mannschaft, die zunächst fleißiger, galliger und gieriger war. Der Gegner hat miteinander kommuniziert, wir nicht. Damit kann ich schwer leben. Wir haben die nötige Einstellung nicht gefunden, somit waren wir mit dem 0:1 relativ gut bedient.“ In der Pause habe Lemm seinen Gefühlen relativ deutlich Ausdruck gegeben, „wie noch nie, seit ich hier Trainer bin.“ Die Ansprache zeigte Wirkung, denn „dann waren wir mit einer anderen Einstellung da, haben das Spiel mit unserer Art und Weise an uns gerissen. Wir waren sehr dominant, aber müssen bei den Basics bleiben. Da interessiert mich keine Tabelle, denn wenn wir das nicht abrufen, sind wir eine Durchschnittsmannschaft oder sogar weniger.“

SV Rot-Weiß Walldorf: Czirbus; Huß (80. Metzler), Thomasberger, Matheisen, Dogan - Ludwig - Konate Lueken (87. Vogler), Borger (83. Velosa), Mladenovic - Matondo (72. Herdt), Vogt (90 +1 Neway).
FC Eddersheim: Zeaiter; Lang, Hille, Finger - Schmitt, Lüders (74. Rottenau), Kodraliu (74. Schur), Kummer, Speck (81. Kresovic) - Scholl (84. Pessel), Kohlbacher.
Schiedsrichter: Maximilian Lotz (FSV Schröck).
Zuschauer: 344.
Tore: 0:1 Nils Kohlbacher (38.), 1:1 Manuel Konate Lueken (56.), 2:1 Luki Matondo (59.), 3:1 Julian Ludwig (83.).

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