Der letzte Fliedener Derbysieg gegen die SG Barockstadt, die in der Saison 16/17 beim 3:2 noch TSV Lehnerz hieß. Den Takt gab damals wie heute Keeper Lukas Hohmann vor. Foto: Charlie Rolff
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Der letzte Fliedener Derbysieg gegen die SG Barockstadt, die in der Saison 16/17 beim 3:2 noch TSV Lehnerz hieß. Den Takt gab damals wie heute Keeper Lukas Hohmann vor.

Schau mir in die Augen, Tolga!

Leinen los für die Hessenliga: Heute Abend startet die ganz besondere Saison mit dem ersten von insgesamt 20 Osthessenduellen bis zur Winterpause Mitte Dezember. Wenn Buchonia Flieden um 19 Uhr in der Fuldaer Johannisau einläuft, käme alles andere als ein Heimsieg der SG Barockstadt einer Sensation gleich.

Das weiß nicht zuletzt Fliedens Torhüter Lukas Hohmann, der vorgibt, „dass alles passen muss: laufen, kämpfen, die Taktik, das Konterspiel und die Standards.“ Nur dann, so sagt er, könne Flieden den Platz vielleicht nicht als Verlierer verlassen – wobei er hinsichtlich des Platzes gleich noch eine Einschränkung hinterherschiebt: „Wir spielen im Stadion. Das ist groß. Wenn es enger ist, fällt es uns in solchen Spielen natürlich noch einmal leichter.“

Doch was im Zwischenton nach Resignation klingen mag, ist ganz anders zu verstehen. Hohmann ist heiß. Richtig heiß. „Auf diese Spiele fiebere ich hin. Da ist im Vorfeld schon eine ganz andere mediale Aufmerksamkeit vorhanden. Da bist du als Spieler perfekt vorbereitet. Da willst du alles raushauen.“ Und das Ganze ohne spezielle Vorbereitung – zumindest für Keeper Hohmann. „Natürlich kenne auch ich viele Stärken und Schwächen der Gegenspieler. Aber ich bereite mich jetzt nicht intensiv darauf vor, wo welcher Spieler in gewissen Situationen hinzielt.“

Nicht einmal beim Elfmeter. Da fordert Hohmann lieber zu Psychospielchen mit dem Schützen auf, hofft Augenkontakt zu erhaschen und reagiert instinktiv. Vielleicht heute Abend bei Tolga Duran, der zuletzt einer der etatmäßigen Schützen des Gegners war. Zuletzt ist für Hohmann ein gutes Stichwort: „Gerade nach so einer langen Pause und dem ganzen Vorgeplänkel in der Vorbereitung freue ich mich einfach riesig, in einem Punktspiel auf dem Platz stehen zu dürfen. Und das wird nicht nur mir so gehen.“

Durch die geteilte Liga könnte Flieden bereits unter dem Weihnachtsbaum den Klassenerhalt feiern. Platz fünf wäre dafür vonnöten. „Und das sollte ganz einfach unser erstes Ziel sein. Wir wurden im Vorjahr als Absteiger Nummer eins gehandelt – und dann waren wir Achter, als abgebrochen wurde.“ Für Hohmann ist eben jener fünfter Platz in Gruppe A nicht illusorisch. Hinter den vier hausgemachten Favoriten Barockstadt, Stadtallendorf, Alzenau und Hanau sei schließlich noch ein Platz offen.

Neuhof und Steinbach starten daheim

Genau diesen fünften Platz erhoffen sich die drei weiteren Osthessen, die allesamt als Abstiegskandidaten gehandelt werden. So auch der SV Steinbach, der mit „gemischten Gefühlen“ in das erste Spiel im heimischen Mühlengrund gegen den KSV Baunatal (Samstag, 16 Uhr) geht. „Unser Problem ist, dass einige Spieler nach der Pause einfach noch nicht auf dem Niveau der Vorsaison sind. Ich hoffe, dass wir sie dort wieder hinbekommen, allerdings wird das dauern“, sagt Trainer Petr Paliatka, der deswegen ein Problem in der Breite ausgemacht hat. Nun aber soll am ersten Spieltag alles, was möglich ist, auf den Platz gebracht werden. „Da gibt es kein Wenn und Aber. Wir legen alles rein und wollen mit einem Heimsieg starten“, sagt Paliatka, der auf seinen neuen Torwart hofft. Philipp Bagus hatte sich zuletzt eine Gehirnerschütterung zugezogen, hatte unter der Woche Probleme und sein Einsatz ist zumindest mit einem kleinen Fragezeichen versehen.

Eine große Wundertüte wird erneut der SV Neuhof darstellen. Mal wieder läuft ein runderneuertes und im heimischen Raum weitgehend unbekanntes Team unterm Kaliberg auf. Lief in der Vorbereitung wenig rund, war der Auftritt im Pokalfinale am Montag gegen Barockstadt ein Fingerzeig in die richtige Richtung. Der FSV Fernwald, erster Gegner am Samstag um 17 Uhr, wird wie Neuhof im unteren Tabellenbereich erwartet. Also gleich ein Sechs-Punkte-Spiele im straffen Programm bis zur Winterpause.

Reisen muss der Hünfelder SV: Beim SV Erlensee (Samstag, 16 Uhr) gastiert die Helmke-Truppe zum Duell Letzter gegen Drittletzter der Vorsaison. Bei Hünfeld fallen Stützen wie Spielmacher Alexander Reith oder Abwehrchef Steffen Witzel aus.