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Strekers böse Verletzung überschattet alles

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Von: Ralph Kraus

Nino Cassanti Hessen Dreieich Edin Novakovic SV Neuhof
Neuhofs Edin Novakovic im Duell mit Nino Cassanti © Ralph Kraus

Hessen Dreieich gewann in der Hessenliga-Aufstiegsrunde mit 2:1 (1:0) gegen den SV Neuhof. Das ist die nüchterne sportliche Meldung. Freude darüber kam im Sportpark aber kaum auf. Zu tief drückte die schwere Verletzung von Denis Streker auf die Stimmung.

Dreieich hatte extreme personelle Probleme. Neun Spieler waren verletzt, dazu kamen kranke Spieler. Darunter Leistungsträger wie Pero Miletic, Björn Schnitzer, Tino Lagator, Danny Klein, Ljubisha Gavric oder Nikola Mladenovic. „Weil wir sonst aber nicht hätten spielen können, hat sich ein Denis Streker mit seiner Sprunggelenk-Verletzung zur Verfügung gestellt, obwohl er Schmerzen hat und seit seiner Verletzung gegen die SG Barockstadt nicht mehr trainiert hat“, so Dreieichs Trainer Taner Yalcin vor dem Spiel. Ob er ahnte, was an diesem Tag noch passieren würde?

Allen schlechten Vorzeichen zum trotz machte sein SC Hessen ein prima Spiel. Die Hausherren waren im heimischen Sportpark die bessere Mannschaft, die völlig verdient mit 2:0 führte. Beide Tore fielen durch Foulelfmeter. Erst legte Neuhofs Mihajlov völlig sinnfrei und ohne jede Not Leon Burggraf, beim zweiten Strafstoß war es Ferreira Mino, der gegen Streker den Fuß hineinstellte. Erst Reljic, dann Amiri verwandelten ganz sicher.

Dann kam es binnen kürzester Zeit knüppeldick für Dreieich: Erst köpfte Costa Sabate nach Flanke von Mirza Kovac das 2:1 - mehr oder weniger aus dem nichts. In der gleichen Situation hatte sich der angeschlagenen Reljic verletzt und musste runter. Mit Speck brachte Taner Yacin seinen einzigen Ersatzspieler.

Streker ins Krankenhaus

Und dann lief es einem eiskalt den Rücken runter. Denis Streker riss sich die Achillessehne. Der Kapitän hatte irre Schmerzen, schrie so stark, dass einem als Beobachter ganz anders wurde. Es war quasi ein Unglück mit Ansage, denn unter normalen personellen Umständen hätte Streker wohl nie und nimmer gespielt. „Jetzt ist genau das passiert, was wir mit einer Verlegung unbedingt verhindern wollten“, haderte nicht nur Stadionsprecher Tobias Weis ob der Szene.

In den letzten 20 Minuten plus der langen Nachspielzeit spielte Dreieich fortan in Unterzahl. Neuhofs Problem an diesem Tag: Das Spiel war über die volle Distanz unstrukturiert, ohne Ordnung, ohne Spielidee. Selbst mit einem Mann mehr und später nach der Ampelkarte gegen Dejanovic sogar mit zwei Spielern in der Überzahl passierte nach vorne nichts. Es gab keine einzige Chance zum Ausgleich. Der Sieg von Dreieich war völlig verdient und nie ernsthaft gefährdet.

Statistik

SC Hessen Dreieich: Steinbrecher; Alempic, Streker, Wachs, Dejanovic, Cassanti, Amiri, Bunjaki, Wolf, Reljic (62. Speck), Burggraf.
SV Neuhof: Zapico Lopez; Paez (62. F. Kovac), Mihajlov, Ferreira Mino, Novakovic, Lee, Kulas, Fytopoulos, M. Kovac, Imanagic (62. Pllumbi), Costa Sabate.
Schiedsrichter: Felix Ebert (Alsfeld).
Zuschauer: 186.
Tore: 1:0 Toni Reljic (26., Foulelfmeter), 2:0 Zubayr Amiri (57., Foulelfmeter), 2:1 David Costa Sabate (61.).
Gelb-Rote Karte: Daniel Dejanovic (Hessen Dreieich, 89.).
Besonderes Vorkommnis: Hessen Dreieich musste aus Verletzungsgründen zu zehnt weiterspielen (70.).

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