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Sebastian Ernst beim SV Steinbach: Testphase oder nette Geste?

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Von: Tino Weingarten

Sebastian Ernst Torwart Hünfelder SV
Sebastian Ernst stand vor zwei Jahren letztmals im Tor - und löst nun die Probleme beim SV Steinbach. © Charlie Rolff

Mit Sebastian Ernst hat der SV Steinbach auf die Torwart-Not reagiert. Der 31-Jährige wird Samstag (15 Uhr) im Hessenliga-Spiel gegen Eintracht Stadtallendorf zwischen den Pfosten stehen – nach zwei Jahren ohne Ball in den Händen.

Der SV Steinbach stellte Ernst am Mittwoch als Ersatzmann vor, nachdem sowohl Philipp Bagus als auch Alexander von Butler mit Verletzungen in den nächsten Wochen ausfallen. Bei der 1:4-Niederlage gegen den SV Unter-Flockenbach musste Co-Trainer David Fladung nach der Halbzeitpause ins Tor, einer Wiederholung dessen schon Petr Paliatka, Trainer des SV Steinbach, jedoch schon Anfang der Woche einen Riegel vor.

Sebastian Ernst beim SV Steinbach: Kurzfristig Hessenliga? Warum nicht?

So kam es zu kurzfristigen Lösung mit Sebastian Ernst, der nach der Anfrage aus Steinbach aber nicht um viel Bedenkzeit bitten musste: „In Steinbach spielen viele alte Weggefährten, wenn auch nicht alle als Mitspieler. Kurzfristig in der Hessenliga zu spielen, warum nicht?“ Vor fast auf den Tag genau zwei Jahren stand Ernst letztmals auf dem Feld, als der Hünfelder SV mit 0:3 gegen den SV Flieden verlor. Der 31-Jährige orientiere sich daraufhin beruflich um nach Köln, Fußball spielte er aber nicht mehr. „Die Auszeit kam ja nicht, weil mich niemand wollte. Die habe ich mir selber genommen, weil die freie Zeit schön war und ich sie genossen habe“, erläutert Ernst, der seit geraumer Zeit wieder in Bad Hersfeld lebt und arbeitet.

Die fußballfreie Zeit ist dem Reiz aber erlegen, wobei der Keeper die kommenden Wochen als Testphase für sich selber sieht, „um herauszufinden, ob ich noch Bock auf diesen Aufriss habe und Blut lecke oder nicht.“ Über seinen Zustand nach zwei Jahren ohne Ball in den Händen macht sich Ernst jedoch die kleineren Sorgen. „Ich bin sportverrückt. Natürlich ist es etwas anderes, wenn man aus einer Vorbereitung kommt und voll im Saft steht. Aber ich denke, dass ich ein Hase bin, der alt genug ist, um das zu schaffen“, betont Ernst, dessen Vereinbarung mit dem SV Steinbach vorerst bis Winter gilt.

Gegen Eintracht Stadtallendorf erwartet Ernst einen beschäftigungsreichen Nachmittag. Die Eintracht katapultierte sich mit dem Erfolg im Hessenpokal gegen den FC Gießen aus der Ligakrise, vier Spiele in Folge ist Stadtallendorf dort ohne Punkt. Von einer Krise ist Steinbach weit entfernt. Sieben Spiele in Folge blieb die Mannschaft in der Hessenliga ungeschlagen, ehe bei der Niederlage in Unter-Flockenbach die „schwächste Leistung des Jahres“ gezeigt wurde. „Das soll nicht nochmal passieren. Aber jetzt alles über den Haufen zu schmeißen, wäre Quatsch. Bis dahin haben wir gut gespielt und stehen nicht umsonst so gut da“, betont Paliatka.

SV Neuhof bei der stärksten Offensive der Liga

Nach der 1:2-Niederlage gegen Bayern Alzenau, bei der sich der SV Neuhof von den Entscheidungen des Schiedsrichters benachteiligt sah und ein vorzeitiges Spielende in Erwägung zog, rutschte der SVN ans Tabellenende. Zeit für eine Kehrtwende also, doch die Partie am Samstag (15 Uhr) bei der U21 von Eintracht Frankfurt dürfte zur falschen Zeit kommen. Zumal Verteidiger Martin Mihaylov gegen die beste Offensive der Liga gesperrt ist.

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