André Leibold (links) und seine Fliedener wurden nach dem jüngsten Sieg bei Alexander Reiths Hünfelder SV jäh ausgebremst. Ob das Spiel überhaupt noch in diesem Jahr nachgeholt werden kann, ist offen. Foto: Charlie Rolff
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André Leibold (links) und seine Fliedener wurden nach dem jüngsten Sieg bei Alexander Reiths Hünfelder SV jäh ausgebremst. Ob das Spiel überhaupt noch in diesem Jahr nachgeholt werden kann, ist offen.

SG Barockstadt mag nicht mehr spielen

Zwei reguläre Spieltage plus das Nachholspiel zwischen Flieden und Baunatal – dann ist die Qualifikationsrunde der Hessenliga geschafft. Die Aufgaben, Ziele und Aussichten sind für das osthessische Quintett in Hessens höchster Spielklasse unterschiedlich.

Der SV Flieden wurde durch die kurzfristige Spielabsage am Samstagmorgen jäh ausgebremst – und hängt nun in den Seilen. Denn das Spiel gegen den KSV Baunatal ist bislang nicht neu angesetzt. Guter Rat ist nun teuer, denn Flieden muss noch drei Spiele bestreiten, der letzte Spieltag soll am 11. Dezember parallel ausgetragen werden. „Am besten wäre eine schnelle Wiederholung, aber für Verband wie Gegner ist die Situation nicht leicht. Ich glaube, dass wir einfach die nächsten Tage abwarten müssen“, sagt Frank Happ, 2. Vorsitzender der Buchonen, der im Austausch mit Spielleiter Thorsten Bastian (Rockenberg) steht.

Gelingen Flieden zum Abschluss drei Siege, könnte es theoretisch noch für die Aufstiegsrunde langen – wahrscheinlich ist das aber selbst dann nicht. Dennoch geht es für Flieden zumindest im Spiel gegen Baunatal um existenziell wichtige Punkte für die beide Teams zu erwartende Abstiegsrunde. Am Samstag geht es nach Fernwald, das beste Karten für die Aufstiegsrunde besitzt, der letzte Gegner Stadtallendorf hat diese längst erreicht. Happ sagt indes, „dass wir die Quali-Runde unbedingt zu Ende spielen müssen. Wenn es wegen der angespannten Lage nicht anders geht, eben erst im März.“

Bär mag keine Konjunktive

Nachbar SV Neuhof ist plötzlich in einer glänzenden Ausgangssituation. Schon am Sonntag könnten die Play-offs eingetütet werden – sofern Hünfeld nicht in Baunatal gewinnt, Fernwald gegen Flieden punktet und das eigene Spiel gegen Alzenau siegreich endet. „Das sind mir aber zu viele Konjunktive“, sagt Trainer Alexander Bär, der nachschiebt, „dass wir uns bei diesem unfassbar unsportlichen Modus viele Bauch- und Kopfschmerzen ersparen, wenn Platz fünf nach der Quali-Runde erreicht ist und somit den Klassenerhalt schon in der Winterpause feststeht.“

Nicht einmal stand der SVN bislang auf Rang fünf, war am elften Spieltag gar noch Letzter und hält nun alle Trümpfe in der Hand. Für Bär spricht nichts gegen die Fortführung der Runde. „Die Hygienekonzepte sind doch überall gut und draußen passiert nichts.“

Dem widerspricht Volker Bagus. Barockstadts Sportlicher Leiter wünscht sich eine sofortige Unterbrechung der Runde. „Die Gefahrenlage durch die Pandemie wird immer extremer. Ich sehe das beängstigend und finde, dass wir im Februar weiterspielen sollten. Aber wir werden es natürlich nehmen wie es kommt.“ Vielleicht wird dem Verband die Entscheidung schon heute durch die nächste große Regierungsrunde abgenommen.

Sportlich ist Barockstadt gezwungen, Alzenau die Daumen zu drücken, gegen das die SGB beide Spiele gewann, Konkurrent Stadtallendorf aber zwei Punkte liegen ließ. Andersherum holte Barockstadt gegen Neuhof nur drei Punkte, Stadtallendorf gegen den SVN aber alle sechs. „Schafft es Neuhof in die Play-offs, ist der Rückstand schon recht groß“, rechnet Bagus und gibt zu, „dass es dann vielleicht nur noch um Platz zwei gehen könnte. Unbedeutend ist das Spiel in Steinbach, richtig wichtig das Duell gegen Erlensee in zwei Wochen.

"Alles Rechnen bringt nichts"

Der Hünfelder SV war lange Zeit in einer sehr guten Ausgangsposition, hat diese mit sieben sieglosen Spielen aber verspielt. Gewinnt der HSV beide ausstehenden Spiele in Baunatal und gegen Fernwald, ist Platz fünf nur dann nicht erreicht, wenn sich Alzenau und Neuhof am Sonntag die Punkte teilen, anschließend beide Teams – Neuhof in Hanau und Alzenau gegen Steinbach – gewinnen und zusätzlich Fernwald Flieden schlägt.

„Alles Rechnen bringt nichts, der Strich wird am Ende gezogen“, sagt HSV-Fußballchef Mario Rohde, um zu betonen, „dass wir einfach beide Spiele gewinnen wollen. Nicht in erster Linie wegen Platz fünf, sondern für unser Punktekonto.“ Dass beim kommenden Gegner Baunatal das Virus grassiert, beeinflusst Rohde nicht in seiner Meinung, „dass wir die zwei Spiele spielen sollten.“

Für einen „sauberen Schnitt“, wie es Hugo Kochanski aus dem Führungsteam des Play-down-Teilnehmers SV Steinbach formuliert. Er möchte die ausstehenden Spiele gegen Barockstadt und in Alzenau gerne durchbringen. Nur in Alzenau, das seit vergangenem Wochenende seine Heimspiele unter 2G-Bedingungen bestreiten muss, könnte es noch um etwas gehen – sollte Alzenau bis dahin noch nicht die Aufstiegsrunde erreicht haben. Selbst die in Bayern verschärften Regelungen beeindrucken Kochanski nicht. „Unser Team ist bis fast komplett geimpft.“

Dass Steinbach zuletzt für das Hessenpokalspiel nach Hünfeld auswich, hat keine Aussagekraft für das Spiel am Sonntag gegen Barockstadt. „Wir hoffen, dass wir bei guter Witterung auf den A-Platz können.“

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