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Die „Übergangslösung“ Paliatka geht ins siebte Jahr

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Von: Steffen Kollmann

 Trainer Petr Paliatka (SV Steinbach
Ist sich treu geblieben: SVS-Trainer Petr Paliatka steht mit seiner Mannschaft vor der besten Saison der Vereinsgeschichte. © Charlie Rolff

Pünktlich vor dem Trainingsauftakt gestern Abend hatten die Verantwortlichen des SV Steinbach gute Nachrichten zu verkünden. Alle Trainer um Chefcoach Petr Paliatka bleiben dem Hessenligisten treu.

Paliatka, der weiter eng mit Co- und Torwarttrainer David Fladung sowie Reservecoach Joachim Weber zusammenarbeiten wird, geht im Sommer bereits in seine siebte Spielzeit beim SV Steinbach. Dass er schon so lange in der Verantwortung bei seinem langjährigen Verein steht, war dem 38-Jährigen nicht bewusst. Und absehbar war es erst recht nicht, dass der Tscheche so lange im Amt bleiben würde. Früh in der Saison 2017/18 begann seine Trainerzeit nach dem Rücktritt von Karl-Josef Müller. Aus einer „Übergangslösung“, wie Paliatka selbst sagt, entwickelte sich eine Langzeitlösung.

Hessenliga: Petr Paliatka über seine Entwicklung als Trainer

„Ich muss mich bei meinen Spielern bedanken, dass sie es so lange mit mir aushalten“, sagt der Trainer lachend. Eine gewisse Entwicklung hat Paliatka bei sich festgestellt: „Oft bemerke ich inzwischen einen Tag später, was nicht so gut war. Gerade am Anfang habe ich viele schlaflose Nächte gehabt. Die gibt es heute zwar auch noch, aber deutlich weniger. Außerdem habe ich gelernt, dass alle Spieler andere Charaktere sind. Wichtig ist mir, dass ich aus meinen Fehlern lerne“, sagt Paliatka, der sich bei einer Sache stets treu geblieben ist: „Viele Leute wollten mir als junger Trainer irgendwelche Sachen erklären. Aber ich habe immer meine eigenen Entscheidungen getroffen.“

Beispielsweise, was die fußballerische Strategie betrifft. Der 38-Jährige will spielerisch zum Erfolg kommen, musste deshalb das ein oder andere vermeidbare Gegentor schlucken. „Aber heute ernten wir die Früchte, weil sich die jungen Spieler toll entwickelt haben. Es macht mich wahnsinnig stolz, dass wir fußballerisch in vielen Spielen überlegen oder gleich gut waren. Wir konnten dem Spiel oft unseren Stempel aufdrücken.“

Die Belohnung: ein Jahr 2022, das Paliatka als „einfach Wahnsinn“ beschreibt. „Erst haben wir den Klassenerhalt geschafft, mit dem keiner gerechnet hat. Dann haben wir in der neuen Saison genau da weitergemacht, wo wir aufgehört haben.“ Deshalb winkt Steinbach in der Hessenliga die beste Platzierung aller Zeiten – eine sorgenfreie Rückrunde ist möglich. „Die Punktzahl von 32 ist sehr schön. Aber man merkt auch, dass die Erwartungen viel größer geworden sind“, weiß der Trainer. Deshalb wird seit gestern in der Vorbereitung hart gearbeitet. Das erste Testspiel steigt nach einer kurzfristigen Absage der SG Bad Soden für dieses Wochenende voraussichtlich am 4. Februar, wenn die Steinbacher zur U19-Mannschaft von Zweitligist SC Paderborn reisen.

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