Simon Grosch vertrat gegen Türk Gücü Friedberg Chefcoach Johannes Helmke.
+
Simon Grosch vertrat gegen Türk Gücü Friedberg Chefcoach Johannes Helmke.

Nullnummer der besseren Art

Groschs Premiere bringt einen Punkt, weil der Torjäger in Barcelona weilt

Simon Grosch hat gegen Türk Gücü Friedberg seine Premiere als Hessenliga-Coach gefeiert und dabei zumindest einen Punkt geholt. Er vertrat den privat verhinderten Cheftrainer Johannes Helmke beim Hünfelder SV.

Der Hünfelder Stadionsprecher Rolf Casinius sprach nach Abpfiff weise Worte: „Wem dieser Punkt hilft, werden wir erst nach dem letzten Spieltag wissen.“ So richtig hilft er für den Moment keinem der beiden Teams, doch unzufrieden war nachher keiner der Trainer. „Vom Spielverlauf her müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Wir haben leidenschaftlich gekämpft und läuferisch eine starke Leistung gezeigt“, sagt Grosch, dem aber nicht entgangen war, dass ihm an vorderster Front sein Keeper den Punkt festhielt. Ohnehin immer Herr der Lage und Fels in der Brandung hielt er in der Schlussphase einen „Unhaltbaren“ von Friedbergs Mittelstürmer Murad Mahmudov per sensationellem Reflex.

Keeper Kaiser hält den Unhaltbaren vom Barcelona-Vertreter

Friedbergs Mittelstürmer Murad Mahmudov? Richtig! Der Torjäger vom Dienst, Noah Michel, weilte nicht auf der Hünfelder Rhönkampfbahn, sondern im Camp Nou, um der Eintracht beim Einzug ins Halbfinale zu helfen. „Das sei ihm gegönnt. Ich bin ja selbst Eintracht-Fan. Aber mit einem 1:0-Sieg von uns, hätte ich heute natürlich besser feiern können“, sagte Friedbergs Coach Enis Dzihic, der in seinem dritten Spiel nach Übernahme das dritte Mal die Punkte teilen musste.

Aber es ist unübersehbar, dass Dzihic dem Team mehr und mehr seinen Stempel aufdrückt: Das Umschaltspiel in beide Richtungen hat unter ihm deutlich an Intensität zugenommen, insbesondere das Defensivverhalten ist deutlich stabiler geworden. „Darauf lag in den vergangenen Wochen unser Hauptaugenmerk, und ganz zum Schluss hat man gesehen, dass wir auch mehr Körner als der Gegner hatten.“

Wir werden uns belohnen.

Enis Dzihic

Ganz zum Schluss war das Spiel wild. Beide Teams wollten den Sieg, die klareren Chancen hatten aber die Gäste. Kamil Yikilmaz, Peter Jost und eben Mahmoudov vergaben den Lucky Punch. Und da dachte Dzihic eben doch noch mal an seinen Barcelona-Reisenden, der mit 17 Toren bester Hessenliga-Torjäger ist: „Natürlich hat das Murad über weite Strecken gut gelöst, aber Noah mit seiner Klasse hätte heute wahrscheinlich einen gemacht.“

Statistik

Hünfelder SV: Kaiser; Zvekic (46. Wenzel), Faulstich, Witzel, Schilling – Gadermann, Alles – Vogt, Rohde (63. Krieger), Fröhlich – Sternstein.
Türk Gücü Friedberg: Koob; Usic, Saighani, Dudda, Eren – Henrich, Jost – Demir (74. Yikilmaz), Schorr, Imek – Mahmudov.
Schiedsrichter: Christian Stübing (SV Breitenborn).
Zuschauer: 120.
Tore: Fehlanzeige.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema