Christof Günsch kennt die Bundesliga bestens, leitete aber gestern das Derby zwischen Barockstadt und Hünfeld. Foto: Charlie Rolff
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Christof Günsch kennt die Bundesliga bestens, leitete aber gestern das Derby zwischen Barockstadt und Hünfeld.

Veltins-Arena, Ostseestadion, Johannisau

Das gestrige Derby in der Johannisau hatte einen prominenten Referee. Christof Günsch leitete das Treiben. Im Normalfall ist der 35-jährige Politikwissenschaftler in den Bundesligastadien anzutreffen.

Bis zur Zweiten Bundesliga ist Günsch an der Pfeife tätig, als Assistent gar in der Bundesliga. In dieser Saison leitete er unter anderem Spiele in der Veltins-Arena auf Schalke oder im Ostseestadion zu Rostock. Seinen letzten Einsatz in der zweithöchsten Spielklasse hatte der Schiedsrichter vor zwei Wochen bei der Partie zwischen Rostock und Sandhausen. Nun also führte er Barockstadt und Hünfeld durch die 90 Minuten. Ein Einsatz in der Hessenliga ist für Günsch eine Rarität: In der vorigen Saison griff er in einer Begegnung zur Pfeife, zuvor war dies letztmals in der Spielzeit 2015/2016 der Fall. Anschließend wurde der für den SV Reddighausen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) pfeifende Günsch für höhere Aufgaben benötigt, seit 2016 ist der gebürtige Battenberger Zweitliga-Schiedsrichter.

Die Seltenheit seiner Einsätze in Hessens Beletage liegt unter anderem in seinem Wohnortwechsel begründet. In Berlin lebte Günsch mit seiner Lebensgefährtin, seit rund zwei Monaten ist er nun im hessischen Darmstadt heimisch. Ob er deshalb wieder öfter in hessischen Gefilden anzutreffen sein wird? „Das ist schwer zu beurteilen. Er ist DFB-Schiedsrichter, entsprechend muss er für uns verfügbar sein“, sagt Gerd Schugard, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses. Als Selbstverständlichkeit sieht Schugard Günschs Einsatz nicht an: „Er hatte gestern Abend Zeit und wollte gerne nach Fulda. Uns freut es natürlich, dass er nun wieder in Hessen wohnt. Für das Schiedsrichterwesen ist er ein Aushängeschild.“

Für die Akteure war der Einsatz etwas Besonderes, zumindest Hünfelds Innenverteidiger Benjamin Fuß wusste um Günschs Vorgeschichte. „Eigentlich informiere ich mich nicht, wer uns pfeift. Aber im Vorfeld hat man es mitbekommen. Vor dem Spiel habe ich mich kurz mit ihm unterhalten. Er ist sehr sympathisch und stellt etwas dar. Für uns Spieler ist es schön, wenn ein höherklassiger Schiedsrichter ein Spiel leitet“, sagte Fuß, der die Erfahrung des Referees im Spiel spürte: „Er ließ wesentlich mehr laufen und pfeift nicht sofort die Aktionen ab. Wenn mal ein Foul vorlag, wartet er den Vorteil ab und zeigt anschließend Gelb.“

Günsch kam im Derby mit wenig Karten aus, nur Jemal Kassa und Andre Vogt sahen Gelb. Die faire Partie durchbrach einzig der Platzverweis von Moritz Reinhard.

Weitere Links zum Spiel:

Das Spiel im Live-Ticker.

Der Spielbericht verschriftlicht inklusive Fotos.

Das Video zum Spiel.

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