Glück-Auf-Stadion Neuhof
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Hinter der Tribüne soll der Kunstrasenplatz entstehen. Die Gemeinde hofft auf Förderungen von mindestens 800.000 Euro.

Vertrag beschlossen

Kunstrasenplatz in Neuhof nicht zu jedem Preis

Nachdem die Gemeindevertretung im Dezember den Grundsatzbeschluss gefasst hat, einen Kunstrasenplatz in Neuhof zu bauen, wurde in der jüngsten Sitzung über die Nutzung des Millionenprojekts diskutiert. 

„Nach dem Grundsatzbeschluss gilt es nun, eine Vereinbarung mit dem SV Neuhof zu treffen, der als Bauträger fungieren wird. Dabei werden alle rechtlichen Dinge festgelegt – auch, dass der Verein den Platz allen anderen Vereinen zur Verfügung stellt“, erläuterte Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) den Tagesordnungspunkt.

In diesem Vertrag ist auch ein Kostendeckel eingebaut, wie der Rathauschef betonte. „Darin festgehalten ist eine Mindestförderung von 800.000 Euro aus verschiedenen Töpfen. Wenn wir diese Summe nicht erreichen, können wir das Projekt immer noch absagen.“ Um diese Fördermittel auch abrufen zu können, müsse die Gemeinde das Vorhaben nun vorantreiben. Auch bei überhöhten Kosten sei eine Deckelung vorgesehen. „Wenn die Ausschreibungen einen gewissen Kostenrahmen sprengen, können wir ebenfalls noch aussteigen.“

Vertrag für Kunstrasenplatz des Hessenligisten SV Neuhof beschlossen

Frank Vogel, Vorsitzender der Bürgerliste Neuhof (BLN), regte an, dass sich die Vereine zusammensetzen und sich die Nutzungszeiten einteilen. „Wenn jeder Verein einfach seine Wünsche einbringt, gibt das ein Kuddelmuddel.“ Stolz entgegnete: „Der Vertrag regelt, dass die Einteilung gleichberechtigt erfolgen muss. Unsere Vorstellung ist, dass sich eine Arbeitsgruppe bildet, die über die Nutzung spricht, eventuell unter Moderation der Gemeinde.“

Die BLN forderte zudem die Erstellung eines Gesamtkonzepts, welches auch die Sanierung, beziehungsweise Erweiterung des Umkleide-Gebäudes enthalten solle. Der Hintergrund: Als Überbleibsel des alten Bürgerhauses befindet sich das Umkleide-Gebäude separiert vom Vereinsheim des SV Neuhof außerhalb des eigentlichen Sportgeländes. Dies, so Vogel, sei für die Sportler seit Jahren eine unbefriedigende Situation, da man für den Toilettengang das Stadion verlassen müsse. Außerdem sorgten die ungepflegten Umkleideräume und Duschen sowie viel zu wenige Toiletten für Unmut bei den Sportlern sowie Zuschauerinnen und Zuschauern.

Da stellt sich schon die Frage, ob wir das Thema nicht heute Abend schon beerdigen sollten.

Josef Benkner, Fraktionsvorsitzender der Grünen

Bürgermeister Stolz erklärte: „Das Gesamtkonzept wird gerade mit heißer Nadel gestrickt. Das Thema Toiletten werden wir uns auch anschauen.“ Weil das Vorhaben so groß sei, habe die Verwaltung es in drei Projekte unterteilt: Die Tennisanlage, den Kunstrasen und die Tribüne. Die Umkleide wäre ein viertes Teilprojekt, das Stolz derzeit noch nicht angehen würde. „Wir sind mitten in der Arbeit, haben Fördermittel für die drei Teilprojekte beantragt und die Kosten liegen jetzt schon bei 2,4 Millionen Euro – ohne Parkplätze und Grunderwerb. Mehr würde uns überfordern. Aber: Im Nachgang sehr gerne.“

Auch Josef Benkner, Fraktionsvorsitzender der Grünen, machten die anfallenden Kosten Sorgen: „Nach der jetzigen Planung müsste die Gemeinde 1,2 Millionen Euro tragen. Wenn das durch den Toilettenbau und weitere Maßnahmen noch mehr wird, stellt sich schon die Frage, ob wir das Thema nicht heute Abend schon beerdigen sollten.“

Vertragsabschluss stimmen 33 Mitglieder zu

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Michael Vogel, sagte: „Wir sind froh, dass der Platz endlich gebaut werden kann.“ Die Kosten seien zwar „enorm“, das Projekt aber sehr wichtig. Auch die Toilettenanlagen seien von Bedeutung, die Gemeinde müsse allerdings einen Zeitplan einhalten, damit Fördermittel nicht verfallen. Die CDU schlage daher vor, das von der BLN geforderte Konzept zu beschließen, die Toilettenanlagen aber später anzugehen. Dem stimmte die BLN zu.

Dem Abschluss eines Vertrages stimmten 33 Mitglieder der Vertretung bei einer Gegenstimme zu. Die Aufstellung des Gesamtkonzeptes wurde einstimmig verabschiedet.

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