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"Vorsprung verspielen? Wir sind das beste Beispiel"

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Sedat Gören ärgert sich zwar noch immer über den Modus, blickt allerdings bereits voraus. Foto: Charlie Rolff
Sedat Gören ärgert sich zwar noch immer über den Modus, blickt allerdings bereits voraus. © Charlie Rolff

Der letzte Spieltag in der Qualifikationsrunde der Hessenliga steht bevor. Fünf Spiele gehen am Samstag um 14 Uhr über die Bühne, nur deren zwei sind von Bedeutung.

In eins ist die SG Barockstadt involviert. In der Johannisau ist der FC Erlensee zu Gast. Im Hinspiel siegte die SGB 1:0, ein weiterer Dreier ist vonnöten, um in Sachen Play-offs Tuchfühlung an die Tabellenspitze zu halten. Bei einem Sieg hätten die Fulda-Lehnerzer 13 Zähler und somit nur vier Punkte Rückstand auf Stadtallendorf. Doch selbst bei einer Niederlage sieht Trainer Sedat Gören die Felle längst nicht davonschwimmen. "Mit zwei Patzern hätten wir Stadtallendorf eingeholt. Das ist alles machbar. Wir sind das beste Beispiel, wie es gehen kann", sagt Gören und spielt auf die neun Siege zum Saisonstart an. Alles war rosig, der Vorsprung immens. Dann kamen Verletzungen hinzu, die das Team nicht vollends kompensieren konnte. Mittlerweile steht die Barockstadt in der Qualifikationstabelle noch auf Rang eins, aber bei nur einem Punkt Vorsprung.

Entsprechend verweist der Coach darauf, dass viele Faktoren über eine komplette Saison zusammenspielen müssen. "Allerdings stimmt es sportlich. Wir sind Erster, das steht schwarz auf weiß. Andere Mannschaften gehen bei solchem Pech vielleicht runter", erläutert Gören, der den gespielten Modus noch immer für miserabel hält: "Wer sich sowas ausdenkt, müsste den Hut nehmen. Aber alles ärgern bringt nichts, wir müssen nach vorne schauen", sagt Gören, den selbst der "Kicker" nach seinem Rundumschlag zu Wochenbeginn kontaktierte.

Gegner Erlensee mit seiner "jungen Truppe" habe laut dem 50-Jährigen nichts zu verlieren. "Für sie ist es ein Highlight, sie werden brennen. Ihr Ziel haben sie mit dem Klassenerhalt schon erreicht. Aber auch wir gehen mit voller Überzeugung rein, werden eine gute Einstellung an den Tag legen. Wir werden nicht vor Druck verkrampfen. Vielleicht kommen ein, zwei Jungs zurück", schildert Gören. Kandidaten, die wieder zum Kader gehören können, sind Tobias Wolf, Markus Gröger, Dominik Rummel und Tolga Duran.

Kvaca: "Sind fit und brennen auf drei Punkte"

Spiel zwei von Bedeutung steigt in Alzenau. Dort ist Steinbach zu Gast, für die eigentlich bereits vor Wochen die Winterpause eingeläutet wurde. Zu sicher schien es, dass die Kontrahenten aus Erlensee, Barockstadt und Alzenau in der Aufstiegsrunde spielen. Doch nach zuletzt drei Niederlagen muss sich Alzenau nun mit dem Abstiegskampf zufriedengeben. "Ich bin ehrlich. Wir haben nicht damit gerechnet", schildert Steinbachs Allrounder Petr Kvaca, der jedoch betont, "dass wir heiß sind und alles in die Waagschale werfen. Das war im Training unter der Woche spürbar." Da in Alzenau wohl auf Kunstrasen gespielt wird, ging der SVS den Weg auf den Eiterfelder Kunstrasen. So ganz ungelegen kommt der künstliche Untergrund den Steinbachern aber nicht. "Wir können kicken, haben die spielerische Qualität und rechnen uns deshalb etwas aus, wenngleich wir Respekt vorm Gegner haben", sagt Kvaca.

Der Routinier hatte zuletzt Probleme mit der Wade, kam gegen die Barockstadt nur rund 30 Minuten zum Einsatz. Für das abschließende Spiel sei er allerdings fit. Muss er auch, sorgt Kvaca gerne für einen Geniestreich. Beim 1:2 im Hinspiel traf er traumhaft, Punkte nun wären ihm aber lieber. "Dann hätten wir zwölf und wären mittendrin. Aber selbst mit den derzeitigen neun Punkten haben wir alle Chancen auf den Ligaverbleib", unterstreicht Kvaca. Dem SVS stehen zum Abschluss fast alle Spieler zur Verfügung, einzig zwei nicht geimpfte Akteure fehlen. In Bayern dürfen im Vergleich zu Hessen nur geimpfte und genesene Spieler auflaufen.

Schaulaufen für Flieden, Hünfeld und Neuhof

Sprichwörtlich um die goldene Ananas geht es in den verbleibenden Partien. Hünfeld möchte nach zuletzt acht sieglosen Begegnungen gegen Fernwald die Punkte auf der Rhönkampfbahn behalten. Ebenfalls einen versöhnlichen Jahresabschluss auf heimischen Boden möchte der SV Buchonia Flieden gegen Eintracht Stadtallendorf erzwingen. Die Jubelstürme über die Teilnahme an der Aufstiegsrunde sind beim SV Neuhof wieder abgeebbt, der Fokus dürfte beim Auswärtsspiel bei Hanau 93 jedoch nicht mehr ganz so scharf sein wie bei den vier Siegen in Folge zuletzt.

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