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Walldorfs Auftritt zu mutlos

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Artur Lemm - hier noch in Alzenauer Kleidung - war mit dem mutlosen Walldorfer Auftritt in Halbzeit zwei unzufrieden. Foto: Oliver Müller
Artur Lemm - hier noch in Alzenauer Kleidung - war mit dem mutlosen Walldorfer Auftritt in Halbzeit zwei unzufrieden. © Oliver Müller

Die Chancen des SV Rot-Weiß Walldorf, in der Gruppe B der Hessenliga doch noch die Aufstiegsrunde zu erreichen, sind durch das 0:0 am Freitagabend gegen den FV Bad Vilbel etwas gesunken. Bei nasskalter Witterung kam die Mannschaft von Trainer Artur Lemm gegen die Wetterauer nicht über dieses torlose Unentschieden hinaus.

Das einzige erwärmende an diesem kalten Abend war die lautstarke Unterstützung durch eine jugendliche Fangruppe, die sich hinter dem Banner "Fankurve Rot Weiß" positionierte und die Heimelf unablässlich mit Gesängen nach vorne peitschte. Kuriose Episode am Rande: Einige Vilbeler Spieler fühlten sich für einige Minuten von einem auf dem Parkplatz stehenden Fahrzeug mit Licht geblendet. FV-Trainer Amir Mustafic wies RWW-Trainer Artur Lemm darauf hin, der sich dafür natürlich nicht zuständig fühlte. Kurz danach hatte sich das Problem durch die Wegfahrt des Autos von selbst erledigt. Auf dem nassen Kunstrasen entwickelte sich dann von Beginn an eine intensive Begegnung. Die Gäste aus der Brunnenstadt, die schon sicher in der Abstiegrunde stehen, versuchten von Beginn an aus der defensiven Fünferkette über die Außenverteidiger Takahiro Okuno und Kaito Shimoda nach vorne zu spielen. Walldorf hatte im ersten Abschnitt deutlich mehr vom Spiel, agierte mit frühem Gegenpressing und setzte bei Ballverlusten energisch nach.

Chancen gab es auf Heimseite einige. Die beste Möglichkeit hatte der Ex-Vilbeler Ahmet Dogan, dessen Kopfball in der 34. Minute FV-Torhüter Robin Orband mit einer Glanzparade entschärfte. "Wir haben in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht und hatten gefühlt 90 Prozent Ballbesitz. Wir sind gut ins letzte Drittel gekommen, aber der Abschluss war meist zu schwach. Ansonsten war das spielerisch sehr stark", analysierte Lemm. Mit der zweiten Halbzeit war der Interimscoach dann aber alles andere als einverstanden, denn Walldorf ließ die guten Grundtugenden nach Halbzeit eins in der Kabine. "Im zweiten Abschnitt war nichts mehr davon zu sehen und das kann ich mir nicht erklären. Das ist für mich schwierig zu verstehen. Das war einfach mutlos von unserer Seite", haderte Lemm. "Habt ihr vergessen, um was es geht?", musste der Coach kurz nach dem Seitenwechsel rein rufen.

Thielmann nach USA-Aufenthalt noch mit taktischen Mängeln

Bad Vilbel wurde immer mutiger, traute sich mit fortschreitender Spielzeit immer mehr zu, während Walldorf die zündenden Ideen fehlten. Nico Struwe mit einem Distanzschuss am Tor vorbei (67.) hatte die Führung auf dem Fuß. Überwiegend versuchten es die Gastgeber in dieser Phase über lange Bälle und weite Einwürfe. Die Wetterauer hatten dann in Abschnitt zwei sogar die besseren Möglichkeiten. Shimoda mit einem Schuss aus dem Hintergrund vorbei und ein Kopfball von Visar Gashi über das Tor. Dazu einige Hereingaben, die von den Stürmern knapp verpasst wurden - da war mehr drin für Bad Vilbel. Zumal Walldorf in der Schlussphase für einige Minuten mit einem Mann weniger spielte, da der angeschlagene Simon Geisler behandelt wurde. Da das Auswechselkontingent erschöpft war, humpelte Geisler dann doch noch mal auf das Spielfeld. Mustafic sprach nach dem Abpfiff von einem "letztendlich gerechten Unentschieden. Walldorf hatte aus den langen Bällen ein paar Chancen, aber aus dem Spiel haben wir fast gar nichts zugelassen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs und auf das, was sie seit Wochen leisten. Ich war am Ende unzufrieden, weil wir sie am Ende klar hatten und die Angriffe in zwei, drei Situationen nur besser ausspielen müssen. Dann hätten wir das Spiel gewinnen können, was nicht unverdient gewesen wäre."

Dass Mustafic den von seinem College-Aufenthalt in den USA zurückgekehrten Jeff Thielmann erst einwechselte und dann nach 28 Minuten wieder auswechselte, wollte der Trainer nicht als "Höchststrafe" verstanden wissen: "Ich wollte den Jungen nicht bestrafen, sondern ich war der Meinung, dass er sich taktisch nicht richtig verhält und nicht weiß, wie er zu laufen hat aufgrund dieser wenigen Trainingseinheiten. Aufgrund dieser taktischen Mängel habe ich ihn wieder raus genommen, aber ich habe es ihm erklärt. Insofern ist alles in Ordnung."

Die Statistik:

SV Rot-Weiß Walldorf: Darmstädter; Borger (64. Schneider), Thomasberger, Herberg, Dogan - Ludwig (74. Kunert) - Geisler, Matheisen, Eichfelder - Struwe, Vogt (64. Konate Lueken)
FV Bad Vilbel: Orband; Okuno, Alik, Gashi, Emmel, Shimoda - Knauer, Embaye, Shuteriqi - Lahchaychi (59. Thielmann/87. Hadzimusic).
Schiedsrichter: Joschka Pfeifer (FSV Rimbach).
Zuschauer: 173.
Tore: Fehlanzeige.

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