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Zweimal: Elfmeter ja oder nein?

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Rassige Duelle sind in einem Derby programmiert: So wie zwischen Steinbachs Fabian Wiegand (links) und 1:0-Torschütze Andre Vogt. Foto: Siggi Larbig
Rassige Duelle sind in einem Derby programmiert: So wie zwischen Steinbachs Fabian Wiegand (links) und 1:0-Torschütze Andre Vogt. © Siggi Larbig

Das Derby hielt, was es versprach: Zwar nicht fußballerisch, aber emotional. Nicht nur auf dem Spielfeld ging es heiß her – vor allem daneben. Das 1:1 (0:1) zwischen dem SV Steinbach und dem Hünfelder SV war letztlich das gerechte Ergebnis.

50 Sekunden war das Spiel alt, da blies Schiedsrichter Marius Ulbrich in die Pfeife und entschied auf Foulelfmeter für Hünfeld. Sebastian Alles setzte Marcel Dücker in Szene, SVS-Keeper Philipp Bagus war spät dran und erwischte Dücker deutlich. „Aber zuerst den Ball“, schwor er nach dem Spiel und verwies darauf, dass ihm das Videomaterial Recht geben wird. Alle Hessenliga-Spiele werden gefilmt, den Trainern zu Analysezwecken zur Verfügung gestellt.

Bagus beschrieb die Szenerie haargenau und haderte sogar mit sich, „weil ich noch nicht richtig im Spiel war, früher hätte kommen können“. Dann wäre Ulbrich nicht in die Versuchung geraten, eine vermeintliche Fehlentscheidung zu fällen. Wenngleich HSV-Trainer Johannes Helmke das Gegenteil behauptete und feststellte: „Klarer geht ein Elfmeter doch gar nicht.“

Fotobeweis gleich nach Abpfiff

Das Video wird es zumindest den Trainern zeigen. Ein Fotobeweis lag gleich nach Abpfiff vor: HSV-Physiotherapeut Siegmar Larbig hatte die zweite zweifelhafte Entscheidung auf seinem Fotoapparat festgehalten und zeigte jedem, der es sehen wollte – oder auch nicht sehen wollte, dass Hünfeld in der 83. Minute um einen Elfmeter gebracht worden sei: Alin Neacsu spielte deutlich Hand, Ulbrich pfiff sofort und verlegte das Vergehen vor den Strafraum. Das Bildmaterial zeigte: Mindestens einen Meter im Strafraum war das Vergehen. Aber auch hier bleibt die Frage offen, ob Andre Vogt beim Stande von 1:1 das zweite Mal die Nerven behalten hätte. Bei Strafstoß Nummer eins war Bagus dran, aber nicht entscheidend.

Fußball gespielt wurde – wenngleich nicht allzu viel. Spielerisch ließ das Niveau über weite Strecken zu wünschen übrig. Wenig klare Chancen, viele Stockfehler auf rutschigem und unebenem Geläuf. „Keine Mannschaft war besser“, sagten Bagus und Helmke unisono, während Bagus bemängelte, „dass der Punkt für unsere Situation zu wenig ist“, sagte Helmke, „dass wir das mitnehmen müssen. Wir haben wieder nicht verloren und in Steinbach ist es eben schwer.“

Nach dem frühen Führungstreffer spielte Hünfeld gefälliger, die beste Chance vergab aber Michael Wiegand frei vor HSV-Keeper Fabian Brunner (6.). Das 1:1 fiel nach der Pause, als HSV-Linksverteidiger Noah Quanz mit einem Stellungsfehler die Tür für den diesmal starken Max Stadler aufmachte (55.). Nach dem Ausgleich schien Steinbach angetrieben vom Publikum näher am Sieg, aber die beste Chance vergab auf der Gegenseite der überrascht wirkende Benjamin Fuß (64.).

Die Statistik:

SV Steinbach: Bagus; Reichmann (46. T. Wiegand), Bott, Neacsu, Hütsch – M. Wiegand, F. Wiegand (77. Ludwig) – Stadler, Uth (77. Madzar), Manß – Kvaca.
Hünfelder SV: Brunner; Schilling, Fuß, Witzel, Quanz (59. Zöll) – Dücker, Alles – Wenzel (79. Sternstein), Rohde (50. Krieger), Fröhlich – Vogt.
Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Phönix Düdelsheim).
Zuschauer: 550.
Tore: 0:1 Andre Vogt (2., Foulelfmeter), 1:1 Max Stadler (55.).

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