Anthony Opetha trägt künftig das Trikot von RB Leipzig. Foto: Steffen Kollmann
Mittwoch, 21.11.2018, 07:00 Uhr

13-jähriges Künzeller Talent wechselt in die Nachwuchsakademie des Bundesligisten

Bei RB Leipzig soll Opethas Traum Realität werden

Den Traum, sein Geld irgendwann mal als Profifußballer zu verdienen, haben zahlreiche Kinder und Jugendliche. Der Künzeller Anthony Opetha hat nun einen ersten Schritt unternommen, dass aus dem Traum Realität wird: Der 13-Jährige wechselt im Februar in die Nachwuchsakademie von Bundesligist RB Leipzig.

Begegnet man Anthony Opetha zum ersten Mal, kommt man nicht unbedingt auf die Idee, einem 13-Jährigen gegenüber zu stehen. Seine Mutter hat er größentechnisch längst eingeholt, auch der Vater ist nicht mehr allzu viel größer. Physisch und athletisch unterscheidet sich der gebürtige Fuldaer doch deutlich von vielen Gleichaltrigen. „Anthony war körperlich schon immer etwas größer als die meisten seiner Freunde“, berichtet Mama Dana. „So hat man auch im Fußball früh sein Potenzial gesehen. Dass er aber eine solche Entwicklung hinlegen würde, hätte niemand in diesem Ausmaß erwartet.“

Absehbar war es aber schon seit einiger Zeit, dass Opetha mit viel Talent gesegnet wurde. Schon in der Vorsaison, als eigentlicher D-Junior, spielte der Angreifer eine wichtige Rolle in der höheren Altersklasse, in dieser Saison ist Opetha mit 23 Treffern zweitbester Torjäger der C-Junioren-Gruppenliga. Kein Wunder also, dass große Vereine nach einem Regionalauswahlturnier aufmerksam wurden.

Genauer gesagt RB Leipzig, sein Trainer Kevin Schüler von der JSG Künzell erinnert sich nur allzu gut an die erste Kontaktaufnahme: „Nach einem Training hat mein Handy geklingelt und ein Scout von RB Leipzig war am Apparat. Da musste ich schon erst einmal schlucken“, so Schüler schmunzelnd. Ein Probetraining wurde arrangiert, über eine Gastspielgenehmigung durfte Opetha bei Testspielen sein Können unter Beweis stellen. Und der 13-Jährige überzeugte: Im ersten Sprinttest des Trainings legte er direkt die zweitschnellste Laufzeit hin, im Test gegen Braunschweig traf der Angreifer.

Opetha war von erstem Besuch "voll geflasht"

Und so machte Leipzig schnell Nägel mit Köpfen und stach andere Interessenten wie Eintracht Frankfurt oder Mainz 05 aus. „Am Anfang konnte ich es selbst kaum fassen“, war Anthony von der Leipziger Anfrage anfangs äußerst überrascht. „Voll geflasht“ war der 13-Jährige beim ersten Besuch des Trainingszentrums, ab Februar wird das Fuldaer Talent in der Leipziger Nachwuchsakademie leben. „Ich habe jeden Tag Training, manchmal sogar zweimal. Da bleibt wenig Freizeit“, weiß Opetha, der wie die anderen Kicker familiär und schulisch betreut wird. Ein bisschen Wehmut ist beim frühen Verlassen des Elternhauses dennoch dabei, sowohl bei Anthony als auch den Eltern, der Bad Salzungerin Dana und dem gebürtigen Kongolesen Marc.

„Aber er ist ja nicht aus der Welt, wir werden regelmäßig zu Besuch kommen“, sagt Mama Dana. Ebenso wie seine jetzigen Teamkollegen der JSG Künzell, für die Opetha fünf Jahre lang nach ersten Stationen beim Türkischen SV Fulda und der SG Bronnzell gespielt hat. Schüler und Co., die mit 13 Siegen aus 13 Spielen eine perfekte Halbserie hingelegt haben, wollen ein Testspiel gegen die Leipziger U14 (Erster der Landesliga), wo Opetha künftig spielen wird, absolvieren und somit ein frühes Wiedersehen organisieren.

Obwohl bei RB mit dem extremen Angriffspressing, den der Bundesligist auch schon in der Jugend praktizieren lässt, ein anderer Fußball gespielt wird als bei seinem jetzigen Club, ist Kevin Schüler davon überzeugt, dass sein Schützling in Leipzig glücklich werden wird: „Anthony macht nonstop die Wege, er ist ein Top-Stürmer. Sein Spielertyp passt komplett zu diesem Verein.“ Und vielleicht ist der Wechsel nach Sachsen für Anthony Opetha ja der Startschuss für die Erfüllung seines großen Lebenstraums.