DFB-Broschüre

Das Hygienekonzept liegt vor

Alles wird genauesten geregelt, sollte ab Mitte August wieder Fußball gespielt werden.

"Zurück ins Spiel" heißt eine Broschüre, die der Deutsche Fußballbund (DFB) entworfen hat und den Amateurvereinen mit auf den Weg gibt, was die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unter Beachtung der Corono-Regeln angeht. Das Muster- und Hygienekonzept gilt als Leitfaden für den Trainings- und Spielbetrieb. Sollte die Landesregierung mitspielen, dann dürfen ab 17. August in Hessen wieder Pokal- und Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Am Wochenende des 5./6. September soll es wieder um Punkte gehen.

Auf die Verantwortlichen der Vereine kommt dann eine Menge Arbeit zu. Wir haben die wichtigsten Eckpunkte herausgepickt und so übersichtlich wie möglich verpackt. Dazu kommen aber für die Verantwortlichen auch noch einige Anlagen, die zu beachten sind. Unter fussball.de, dfb.de oder unter dem nachfolgenden Link ist der Leitfaden einzusehen.

https://assets.dfb.de/uploads/000/224/610/original_Zur%C3%BCck_ins_Spiel.pdf?1594384553

1.) Allgemeine Hygieneregeln

Grundsätzlich gilt das Einhalten des Mindestabstands (1,5 Meter) in allen Bereichen außerhalb des Spielfelds (Zonen 2 und 3). Ausnahmen sind anhand lokaler behördlicher Verordnungen auszurichten.

• In Trainings- und Spielpausen ist der Mindestabstand auch auf dem Spielfeld (Zone 1) einzuhalten.

• Körperliche Begrüßungsrituale (z. B. Händedruck/Umarmungen) sind
zu unterlassen.

• Beachten der Hust- und Nies-Etikette (Armbeuge oder Einmal-Taschentuch).

• Empfehlung zum Waschen der Hände mit Wasser und Seife (mindestens
30 Sekunden) und/oder Desinfizieren der Hände.

• Unterlassen von Spucken und von Naseputzen auf dem Spielfeld.

2.) Verdachtsfälle Covid-19

Es sind Regelungen zur raschen Aufklärung von Verdachtsfällen auf eine COVID-19-Erkrankung zu treffen:

• Eine Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb ist für alle Beteiligten nur bei symptomfreiem Gesundheitszustand möglich.

• Personen mit verdächtigen Symptomen müssen die Sportstätte
umgehend verlassen bzw. dürfen diese gar nicht betreten:
- Husten, Fieber (ab 38 Grad Celsius), Atemnot, sämtliche Erkältungssymptome.
- Die gleiche Empfehlung gilt, wenn Symptome bei anderen Personen im eigenen Haushalt vorliegen.

• Bei positivem Test auf das Coronavirus gelten die behördlichen
Festlegungen zur Quarantäne. Es wird jedoch empfohlen, die
betreffende Person mindestens 14 Tage aus dem Trainings- und
Spielbetrieb zu nehmen. Gleiches gilt bei positiven Testergebnissen in demselben Haushalt.

3.) Organisatorisches

Es gelten immer die jeweils lokal gültigen Verordnungen.

• Benennung einer Person im Verein, die als Ansprechpartner in für sämtliche Anliegen und Anfragen zum Hygienekonzept des Trainings- und Spielbetriebs zuständig ist.

• Jeder Verein sollte für seine individuellen Rahmenbedingungen ein eigenes Hygienekonzept erstellen und – falls gefordert – mit den lokalen Behörden abstimmen. Zur Erstellung wird eine Vorlage (Anlage 1) zur Verfügung gestellt. Bei Abweichungen vom „Muster-Hygienekonzept“ wird empfohlen, die Entscheidungsgrundlagen entsprechend zu dokumentieren.

• Unterweisung aller Trainer und verantwortlichen Vereinsmitarbeiter in die Vorgaben und Maßnahmen zum Trainingsund Spielbetrieb.

• Personen, die nicht zur Einhaltung dieser Regeln bereit sind, ist im Rahmen des Hausrechts der Zutritt zu verwehren bzw. sind der ,Sportstätte zu verweisen.

• Vor der Aufnahme des Trainings- und Spielbetriebs müssen alle teilnehmenden Personen mit Berechtigung für Zone 1 und 2 rechtzeitig aktiv über die Hygieneregeln in verständlicher Weise informiert werden. Dies gilt im Spielbetrieb für sämtliche Personen des Heim- und des Gastvereins sowie für die Schiedsrichter und
sonstige Funktionsträger.

• Alle weiteren Personen, die sich auf dem Sportgelände aufhalten (Zone 3), müssen über die Hygieneregeln rechtzeitig in verständlicher Weise informiert werden. Hierzu erfolgt der Aushang des Hygienekonzepts mindestens am Eingangsbereich.

• Die Sportstätte muss, vor allem im Zugangsbereich der Sportstätte sowie am Eingang von Vereinsheimen, ausreichend Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten bieten.

4.) Die drei Zonen

Die Sportstätte wird in drei Zonen eingeteilt:

ZONE 1 „INNENRAUM/SPIELFELD“

• In Zone 1 (Spielfeld inkl. Spielfeldumrandung und ggf. Laufbahn) befinden sich nur die für den Trainings- und Spielbetrieb notwendigen Personengruppen: Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter, Sanitäts- und Ordnungsdienst, Ansprechpartner für Hygienekonzept, Medienvertreter.

• Falls möglich, sollte die Zone 1 an festgelegten Punkten betreten und verlassen werden.

• Hierzu können Wegeführungsmarkierungen für den Weg vom Umkleidebereich zum Spielfeld und zurück genutzt werden.

• Sofern Medienvertreter im Zuge der Arbeitsausführung Zutritt benötigen, erfolgt dieser nur nach vorheriger Anmeldung beim Heimverein und unter Einhaltung des Mindestabstandes.

ZONE 2 „UMKLEIDEBEREICHE“

• In Zone 2 (Umkleidebereiche) haben nur die relevanten Personengruppen Zutritt: Spieler, Trainer, Funktionsteams Schiedsrichter, Ansprechpartner für Hygienekonzept.

• Die Nutzung erfolgt unter Einhaltung der Abstandsregelung oder Tragen von Mund-Nase-Schutz.

• Nutzen verschiedene Gruppen dieselbe Räumlichkeit, muss eine ausreichende Wechselzeit eingeplant werden.

• Bei gemeinsamer Nutzung von Duschanlagen durch beide Teams, sollte dies nur zeitlich versetzt und getrennt erfolgen.

• Die generelle Aufenthaltsdauer in den Umkleidebereichen sollte auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden.


ZONE 3 „PUBLIKUMSBEREICH“

• Die Zone 3 „Publikumsbereich“ bezeichnet sämtliche Bereiche der Sportstätte, die frei zugänglich und unter freiem Himmel (Ausnahme Überdachungen) sind.

• Es ist dafür Sorge zu tragen, dass alle Personen in Zone 3 die Sportstätte über einen/mehrere offizielle Eingänge betreten, sodass im Rahmen des Spielbetriebs die anwesende Gesamtpersonenanzahl stets bekannt ist. Zudem ist eine namentliche Erfassung aller Besucher vorzunehmen, sofern die jeweiligen Rechtsverordnungen (Corona-Verordnungen) der Länder oder sonstige lokale Rechtsvorschriften dies vorsehen.

• Sofern die Sportstätte es zulässt, empfiehlt sich die Trennung von Zu- und Ausgangsbereichen.

• Das Auf-/Anbringen von Markierungen unterstützt bei der Einhaltung des Abstandsgebots:
- Zugangsbereich mit Ein- und Ausgangsspuren sowie Abstandsmarkierungen
- Spuren zur Wegeführung auf der Sportanlage
- Abstandsmarkierungen auf den Plätzen der Zuschauer
- Abstandsmarkierungen bei Gastronomiebetrieb

• Unterstützende Schilder/Plakate helfen bei der dauerhaften Einhaltung der Hygieneregeln

• Sämtliche Bereiche der Sportstätte, die nicht unter die genannten Zonen fallen (z. B. Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume, Gastronomiebereiche), sind separat zu betrachten und auf Grundlage der lokal gültigen behördlichen Verordnungen zu betreiben.

5.) Hinweise Trainimngsbetrieb

Trainer und Vereinsverantwortliche informieren die Trainingsgruppen über die Maßnahmen und Regelungen des Hygienekonzepts.
• Den Anweisungen der Verantwortlichen zur Nutzung der Sportstätte ist Folge zu leisten
• Das Trainingsangebot sollte so organisiert sein, dass ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Mannschaften vermieden wird. Hierzu bieten sich Pufferzeiten für die Wechsel an

• Eine rechtzeitige Rückmeldung, ob man am Training teilnehmen
kann, ist zu empfehlen, um eine bestmögliche Trainingsplanung
zu ermöglichen.

• Gewissenhafte Dokumentation der Beteiligung je Trainingseinheit
durch die Trainer.

• Zu klären ist, ob potenziell am Training Teilnehmende einer Risikogruppe (besonders Ältere und Menschen mit Vorerkrankung) angehören. Auch für Angehörige von Risikogruppen ist die Teinahme am Training von großer Bedeutung, weil eine gute Fitness vor Komplikationen der COVID-19-Erkrankung schützen kann. Umso wichtiger ist es, ganz besonders für sie das Risiko bestmöglich zu minimieren

• Fühlen sich Trainer*innen oder Spieler*innen aus gesundheitlichen Gründen unsicher in Bezug auf das Training oder eine spezielle Übung, sollten sie auf eine Durchführung verzichten

IN DER SPORTSTÄTTE
• Nutzung und Betreten der Sportstätte ausschließlich, wenn ein eigenes Training geplant ist
• Zuschauende Begleitpersonen sind unter Einhaltung des Mindestabstands in Zone 3 möglich
• Der Zugang zu Toiletten sowie Waschbecken mit Seife muss während des Trainingsbetriebs sichergestellt sein

AUF DEM SPIELFELD
• Die Größe der Trainingsgruppen unterliegt den jeweils gültigen Verordnungen der Länder

6.) Trainingstipps

Der DFB und seine Mitgliedsverbände haben im Bereich „Training & Service“ auf DFB.de und FUSSBALL.DE einen themenbezogenen Bereich „Training in Corona-Zeiten“ eingerichtet. Dort werden Vereinsverantwortliche, Trainer*innen und Spieler*innen mit den wichtigsten Informationen und Erkenntnissen sowie passenden Trainingstipps für alle Alters- und Leistungsklassen versorgt. Der Bereich wird ständig aktualisiert. Enthalten sind unter anderem angemessene Verhaltensweisen im Miteinander sowie Hinweise für eine effiziente Organisation des Trainingsbetriebs unter den gegebenen Umständen.

Das Herzstück bildet der umfangreiche Praxisbereich. Hier erhalten die Trainer*innen konkrete inhaltliche Vorschläge und umfassende Trainingsformenkataloge – immer basierend auf den bestehenden Möglichkeiten und versehen mit zahlreichen altersspezifischen Variationen. Die Einheiten werden Woche für Woche
durch DFB-Trainer*innen und DFB-Ausbilder*innen ergänzt und altersspezifisch ausgebaut. Hierzu zählt auch der nach wie vor aktuelle Leitfaden zum Eigentraining. Vor allem konditionelle Fähigkeiten lassen sich weiterhin durchaus allein zu Hause erarbeiten. Auch hierfür bietet der DFB mit seinen Regional- und Landesverbänden zahlreiche Trainingsanregungen. Abgerundet wird das Angebot durch Downloadvorlagen, die als Service für alle Beteiligten dienen und die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs erleichtern sollen.

7.) Hinweise Spielbetrieb

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs bedingt eine Anpassung von bisher üblichen Abläufen. Zudem müssen verschiedene Hygienemaßnahmen und Regelungen eingehalten werden. Grundsätzlich ist es die Aufgabe der Vereine, für ihre lokalen Rahmenbedingungen im organisatorischen und infrastrukturellen Bereich bestmögliche
Lösungen zu finden. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Sportstätten werden nachfolgend einige Bereiche aufgeführt, für welche die Vereine ihre individuelle Lösung anhand der Hygienemaßnahmen und Vorgaben finden müssen:

• Abstimmungen mit lokalen Behörden zu Hygienemaßnahmen
• Allgemeine Organisation von Grundlagen der Hygienemaßnahmen (Desinfektionsmittel-Spender, Seife, Einmal-Handtücher,
Hinweis-Beschilderung)
• Organisation des Ein- und Ausgangsbereichs
• Organisation der Wegeführung und Zuschauerplatzierung
• Organisation von Gastronomie (vor, während und nach Spielen)
• Organisation von Reinigungsvorgängen
• Organisation von Mannschaftssitzungen/Spielvorbereitung
• Organisation von Umkleide- und Dusch-Abläufen

8.) Hinweise Vertragsspieler und bezahlte Trainer

Folgende zusätzliche Hinweise gelten, sofern BG-pflichtige Personen (Vertragsspieler, bezahlte Trainer) in den Trainingsund/oder Spielbetrieb involviert sind:

• Der Verein ist der Arbeitgeber und trägt in dieser Funktion die Verantwortung für die Umsetzung notwendiger Arbeitsschutz- und Infektionsschutzmaßnahmen für seine Arbeitnehmer*innen. Notwendige oder sinnvolle Maßnahmen können sich aus dem SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie den ergänzenden Regeln und Handlungsempfehlungen, z. B. der VBG, ergeben.

• Folgende Maßnahmen sind aktuell verpflichtend:

- Unterweisung in das Hygienekonzept
- Bereitstellung von notwendigem Mund-Nase-Schutz
- Ermöglichen/Anbieten von arbeitsmedizinischer Vorsorge, die
auch telefonisch erfolgen kann:
- Individuelle Beratung zu besonderen Gefährdungen aufgrund
von Vorerkrankungen
- Besprechung von Ängsten und psychischer Belastung
- Vorschlag von geeigneten verstärkten Schutzmaßnahmen, wenn die Arbeitsschutzmaßnahmen des Konzeptes nicht ausreichen

• Im Fall eines Infektionsverdachts ist von einer Arbeitsunfähigkeit der Arbeitnehmer auszugehen, bis eine ärztliche Abklärung des Verdachts erfolgt ist

• Eine Übersicht mit den wichtigsten Punkten und ergänzenden Hinweisen zum Arbeitsschutz seitens der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft ist in Anlage 3 zu finden

9.) Einschätzungen zum Infektionsrisiko

Ausgangslage für sämtliche aufgeführten Maßnahmen, Regelungen und Empfehlungen ist die Annahme, dass eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 zwar möglich, die Wahrscheinlichkeit aber durch das Umsetzen der genannten
Hygienemaßnahmen sehr gering ist. Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass es immer wieder zu einem lokal erhöhten Infektionsrisiko kommen kann. Um auf diese Situation vorbereitet zu sein und die Fortführung von risikominimiertem Trainings- und Spielbetrieb zu ermöglichen, wird im Folgenden eine Empfehlung für verstärkte Hygienemaßnahmen gegeben.

Die Einschätzung eines erhöhten Infektionsrisikos wird in Abstimmung zwischen den für die Sportstätte zuständigen Behörden (in der Regel lokales Gesundheitsamt) und dem betreffenden Verein getroffen. Entsprechend der Einschätzung können in einzelnen Bereichen verschiedene erhöhte Hygienemaßnahmen vorgesehen werden.

10.) Haftungshinweis

Bei Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs ist zwar jeder Verein dafür verantwortlich, die geltenden Sicherheits- und Hygienebestimmungen einzuhalten und den Trainings- und Spielbetrieb entsprechend der jeweils geltenden Verfügungslage zu organisieren.

Das bedeutet aber noch keine generelle Haftung der Vereine und der für die Vereine handelnden Personen für eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 im Rahmen des Trainings- oder Spielbetriebs. Denn es ist klar, dass sich auch bei Einhaltung größtmöglicher Sicherheits- und Hygienestandards eine Ansteckung nicht zu 100 Prozent vermeiden lässt (weder im Training/Spiel noch bei sonstiger Teilnahme am öffentlichen Leben). Die Vereine haften insoweit nicht für das allgemeine Lebensrisiko der am Trainings- und Spielbetrieb beteiligten Personen.

Eine Haftung kommt jedoch nur in Betracht, wenn dem Verein bzw. den für den Verein handelnden Personen ein schuldhaftes, also vorsätzliches oder fahrlässiges Fehlverhalten vorzuwerfen ist und gerade dadurch Personen zu Schaden kommen. Die Beweislast für ein solches Fehlverhalten und einen darauf basierenden Schaden trägt
grundsätzlich derjenige, der den Verein/die handelnden Personen in Anspruch nehmen möchte.

11.) Rechtliches

Die vorstehenden Regelungen und Hinweise sind nach bestem Wissen erstellt. Eine Haftung bzw. Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Eine eigene Prüfung der Umsetzbarkeit vor Ort durch den Verwender ist daher unentbehrlich. Es ist insbesondere stets zu beachten, dass durch die zuständigen Behörden oder Eigentümer bzw. Betreiber der Sportstätte weitergehende oder abweichende Regelungen zum Infektionsschutz sowie Nutzungsbeschränkungen getroffen werden können. Prüfen Sie dies bitte regelmäßig. Diese sind stets vorrangig und von den Vereinen zu beachten.

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