Lorenz Otto (grünes Trikot) kam über den JFV Viktoria Fulda und Rot-Weiß Erfurt nach Kaiserslautern. Foto: ms-sportfoto.de @Michael Schmitt
Dienstag, 18.12.2018, 19:21 Uhr

Gersfelder musste wegen Lauterns Profiangebot nicht lange überlegen

Lorenz Otto schwärmt: "Einfach Wahnsinn"

Lorenz Otto hat seit wenigen Tagen das, wovon viele Nachwuchsfußballer träumen: einen Vertrag bei einem Proficlub. Beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern ist der Gersfelder seit seinem Wechsel im Sommer 2017 auf der Überholspur und kann sich nun berechtigte Hoffnungen machen, sich in der berühmten Torhüterriege des FCK neben Spielern wie Kevin Trapp, Roman Weidenfeller oder Tim Wiese einen Namen zu machen.

Die Liste der Top-Tormänner, die der FCK und insbesondere Torwarttrainer Gerry Ehrmann ausgebildet haben, ließe sich beinahe endlos erweitern. Otto selbst hat die harte Schule des ehemaligen Bundesligaschlussmanns schon miterlebt: „Gerry kann einem sehr viel mitgeben. Durch sein Training wird man zum Athleten geformt, aber auch im mentalen Bereich kann man viel von ihm lernen“, lobt der 17-Jährige, der schon vor einem Jahr mit den Profis ins Trainingslager fliegen und seitdem die eine oder andere Einheit bei den Profis absolvieren durfte.

Dabei ist Otto gerade einmal in seinem ersten A-Junioren-Jahr und soll bei der U19 – trotz Profivertrags – voraussichtlich noch anderthalb Jahre spielen, erst dann wird alles auf die Karte Profifußball gesetzt. Kein Problem für den Osthessen, ganz im Gegenteil, in diesem Zeitraum will der Nachwuchskeeper die Schule beenden und weitere Highlights im Junioren-Bundesliga-Team erleben. Wie den 2:0-Auswärtssieg beim großen FC Bayern München, als sich Otto das eine oder andere Mal auszeichnen konnte.

Von der ersten Mannschaft des Rekordmeisters jedoch sind die Roten Teufel momentan weit entfernt, der viermalige Deutsche Meister ist in der Dritten Liga angekommen und mit großen Finanzproblemen belastet. „Darüber macht man sich als Spieler nicht so viele Gedanken. Ich fühle mich sehr wohl in Kaiserslautern, habe auch dank der guten Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum eine tolle Entwicklung genommen. Ich habe nicht gezögert, als das Profiangebot kam“, betont der Gersfelder.

Stattdessen redet Otto lieber über die positiven Seiten, die ein Dasein bei einem Traditionsverein mitbringt. „Die Fans sind natürlich ein ganz großes Thema. Zum Drittliga-Auftakt gegen 1860 München kamen fast 42?000 Zuschauer auf den Betzenberg. Das ist einfach Wahnsinn, wie viele Leute hinter der Mannschaft stehen. Es ist ein Traum von jedem, mal vor einer solchen Kulisse zu spielen“, so der 17-Jährige. Mit der Unterzeichnung des Profikontrakts hat Lorenz Otto jedenfalls den ersten Schritt dahin unternommen, bald selbst im legendären Fritz-Walter-Stadion aufzulaufen.