In der A-Liga Fulda/Rhön regiert oft der Kampf. Hier duellieren sich Pascal Ewald (Ulstertal, links) sowie Poppenhausens Timo Trapp (Bildmitte) und Thomas Nüdling. Archivfoto: Kevin Kremer
Mittwoch, 29.01.2020, 07:07 Uhr

A-Liga Fulda/Rhön: Staffel ist spannend wie lange nicht mehr

Rhöner Sehnsucht

Acht Mannschaften kämpfen um den Aufstieg, sieben gegen den Abstieg: Die A-Liga Fulda/Rhön gestaltet sich spannend wie lange nicht mehr. Die Sehnsucht nach einem Herzschlagfinale wie einst in Simmershausen wird wohl nach den Durchmärschen von Künzell und Hilders in den vergangenen Jahren erhört.

Die Lage:

Die Liga gestaltet sich als Zweiklassengesellschaft. Die Mannschaften von Platz eins bis acht dürfen allesamt vom Aufstieg in die Kreisoberliga träumen. Die SG Schmalnau/Hettenhausen hat als Achtplatzierter acht Punkte weniger als Spitzenreiter Ehrenberg II, bei einem Spiel weniger, auf dem Konto. Die Sehnsucht nach einem spannenden Titelrennen ist also jetzt schon gegeben. Denn in den vergangenen zwei Jahren machte der TSV Hilders (2018/19) und der TSV Künzell II (2017/18) eigene Sache in Bezug auf den ersten Platz. Die restlichen sieben Teams müssen hingegen den Blick nach unten richten. Erstaunlich ist, dass gleich vier Mannschaften mit 17 Punkten das Ziel Klassenerhalt verfolgen. Doch wie im vergangenen Jahr wird es nur einen Direktabsteiger geben.

Top:

Die Überraschung der Saison ist zweifellos die SG Ehrenberg II. Nicht nur den Titel Herbstmeister haben die Mannen um Steffen Kümmel inne, sondern auch den der einzig ungeschlagenen Mannschaft der Liga. Nach 15 Partien stehen acht Siege und sieben Unentschieden zu Buche. In der Vorsaison spielte die Rhöner Spielgemeinschaft lange um den Abstieg, doch in dieser Spielzeit hat die SGE unter Rückkehrer Kümmel spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht. Ex-Coach Stefan Freier sorgt für die nötige Stabilität in der Hintermannschaft.

Flop:

Oh Büchenberg, oh Büchenberg, was ist nur aus dir geworden? Noch vor zwei Jahren spielten die Rot-Weißen eine klasse Saison und gehörten zu den Spitzenteams der Liga. Nach dem Abgang von Trainer Florian Günther 2018 richtet sich aber der Blick nach unten. Nach der Hinrunde stehen lediglich neun Punkte auf dem Konto der SG. Dies liegt zum einen daran, dass knappe Führungen wie gegen Ehrenberg II nicht über die Zeit gebracht wurden und zum anderen, dass nach vermeintlichen Befreiungsschlägen wie gegen Langenbieber (4:0) nicht an die gute Leistung angeknüpft wurde. Trainer Uwe Przywara trat nach der sportlichen Talfahrt zurück. Der Verein setzt erneut auf ein Trainergespann mit Zirap Alija und Uli Scheithauer.

In Erinnerung bleibt:

Definitiv die Königstransfers vor der Saison. Mit Lucas Maierhof (Dietershausen/Friesenhausen) und Marko Madzar (Spielertrainer Weyhers) wechselten zwei Verbandsligaspieler in die drei Klassen tiefere Liga. Maierhof erfüllte bisher seine Erwartungen und erzielte bereits 15 Treffer für sein Team. Im letzten Spiel der Hinrunde gelangen ihm gar vier Tore. Drei schoss er sogar in 13 Minuten. Auch Mittelfeldmann Madzar hat sich mit seinen sechs Toren gut eingelebt und steht mit Weyhers auf einem soliden sechsten Tabellenplatz.

Zahlenspiegel:

Als eine Art Lebensversicherung darf sich Langenbiebers Pascal Eich bezeichnen. Von den 35 Toren des Aufsteigers erzielte der Stürmer 19. Eich macht sozusagen jeden zweiten Treffer der Grün-Weißen. Eine beachtliche Tordifferenz hat indes der Vierte Poppenhausen: -3. Während Ehrenberg II (+18), Dietershausen/Friesenhausen (+25) und Rönshausen (+34) mit ihren Offensivreihen klar ihre Aufstiegsambitionen untermauern, beweist der TSV Poppenhausen Nervenstärke. Von den insgesamt acht Siegen gewann die Mannschaft von Trainer Thomas Freier fünf Partien mit einem Tor und zwei mit zwei Toren Vorsprung. Beachtlich ist auch das Alter von Torwart Wolfgang Spiegel. Der Ehrenberger ist 57 Jahre jung und hütete beim 5:1-Sieg gegen Weyhers das Tor.

Ausblick:

Wer am Ende der Saison von ganz oben grüßen wird, ist noch völlig unklar. Dietershausen/Friesenhausen hat ohne Frage viel Qualität in den eigenen Reihen. Ehrenberg II besitzt die nötige Konstanz und Rönshausens Trainer Ingo Rippert ist dafür bekannt, eine topfitte Mannschaft in die Rückrunde zu schicken. Aber auch Mannschaften wie Gersfeld, Weyhers und Simmershausen haben das Zeug dazu, noch in die Spitzengruppe zu stoßen. Ebenso spannend wird der Kampf um den Klassenerhalt in dieser verrückten Liga. Wie Büchenberg unter Neu-Trainer Uli Scheithauer auftreten wird, ist noch ungewiss. Ungewiss ist auch, wie viel Unterstützung Thalau II vom Gruppenliga-Team erhält. Schließlich ist Timo Müglich als Stammkraft der ersten Mannschaft mit seinen sechs Toren der beste Torschütze der Reserve.

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