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Aufstiegstrainer Becker und Klüh

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Stephan Walter (links) erlebte als Spieler und Trainer alle Höhen und Tiefen der Germanen mit. In dieser Szene ist er in einem Gruppenligaspiel 1977 gegen Borussia Fulda um Georg Zeitz (rechts) zu sehen. Bis Mitte der 1980er-Jahre spielte Walter bei Germania, trainierte im Jugendbereich und kehrte Mitte der 1990er als Trainer der ersten Mannschaft zurück. Fotos: privat
Stephan Walter (links) erlebte als Spieler und Trainer alle Höhen und Tiefen der Germanen mit. In dieser Szene ist er in einem Gruppenligaspiel 1977 gegen Borussia Fulda um Georg Zeitz (rechts) zu sehen. Bis Mitte der 1980er-Jahre spielte Walter bei Germania, trainierte im Jugendbereich und kehrte Mitte der 1990er als Trainer der ersten Mannschaft zurück. © privat

Nach dem Abstieg in die Kreisoberliga Mitte (damals A-Liga Mitte) im Jahr 1982 mussten sich die Fußballer von Germania Fulda komplett neu aufbauen. 17 neue Spieler kamen hinzu, darunter 12 aus der eigenen Jugend.

Unter den Youngstern waren Spieler wie Wolfgang Wobido, Uwe Brehler, Christoph Stark oder Freddy Wroblewski, die zu Beginn ihrer Seniorenzeit schwere Veränderungen miterlebten. Mit Lothar Klimek, Hermann Huppmann, Karl-Heinz Scherz und schließlich Wolfgang Becker hatte der Verein innerhalb von zwei Jahren gleich vier verschiedene Trainer.

Und nach einem guten vierten Platz in der Runde 1982/1983 folgte in der Spielzeit 1983/1984 der nächste große Knall: Am 12. November 1983 meldeten sich 18 Spieler auf einen Schlag ab. Die alte Garde musste notgedrungen wieder einspringen, und so brachte im Heimspiel gegen Bachrain die Startelf mit ihren elf Akteuren zusammen 434 Jahre auf den Platz – das machte einen Altersdurchschnitt von 39,5 Jahren. Leute wie der talentierte Thomas Hack oder Arno Schenkel verließen den Club.

Germania schaffte als Elfter den Klassenerhalt und bekam die Kurve: Mit 20 neuen Spielern holte man sich unter der Regie von Wolfgang Becker 1984/1985 die Meisterschaft in der Kreisoberliga Mitte (A-Liga Mitte). Mit 16 Treffern war Anton Polzer bester Schütze, 14-mal traf Stefan Kern, 11 Tore steuerte Wolfgang Wobido zur Rückkehr in die Gruppenliga bei.

Vier Jahre sollte diese Spielklasse nun wieder die Heimat der Germanen sein, die sich mit Kickern wie Uwe Fuchs, Jürgen Gutberlet dem neuen Torwart Uwe Wiegand (kam von Borussia Fulda), Rainer und Joachim Knothe, Maurus Panfil und dem vom VfR Osterorde gekommenen Matthias Wilde im Mittelfeld stabilisierten. Zwar bekam man in einer Saison sechs Punkte abgezogen, weil man Matthias Wilde einsetzte, obwohl dieser noch nicht spielberechtigt war, aber das kratzte in dieser Saison 1986/1987, als man Sechster wurde, kaum jemanden.

Pünktlich zum 80-Jährigen wieder zurück

Der Petersberger Rolf Gollin (links, mit modischer Langhaarfrisur) spielte selbst eine Saison gegen Germania. Hier will sich Fuldas Uwe Brehler den Ball von Gollin angeln.
Der Petersberger Rolf Gollin (links, mit modischer Langhaarfrisur) spielte selbst eine Saison gegen Germania. Hier will sich Fuldas Uwe Brehler den Ball von Gollin angeln. © Der Petersberger Rolf Gollin (links, mit modischer Langhaarfrisur) spielte selbst eine Saison gegen Germania. Hier will sich Fuldas Uwe Brehler den Ball von Gollin angeln.

Ein Jahr später schien der Verein – mittlerweile unter Trainer Friedhelm Bott – bereits wieder auf einem guten Weg nach oben, als die Germanen Herbstmeister wurden. Nur ein Spiel wurde in der ersten Saisonhälfte verloren, aber nach der Winterpause kam der große Einbruch. Spektakulär war vor allem der 7:6-Heimsieg gegen den VfL Eiterfeld. Letztlich landete man aber ob der schwachen Restrunde letztlich „nur“ auf Rang fünf. Jetzt verließen Talente wie Uwe Brehler oder Wolfgang Wobido den Club in Richtung Borussia Fulda.

Dennoch gelang in der darauf folgenden Saison 1988/ 1989 der große Wurf: Manfred Klüh hatte das Traineramt übernommen, und unter ihm holte sich Germania Fulda souverän die Meisterschaft in der Gruppenliga (damals Bezirksliga). Zwölf Punkte distanzierte man den ersten Verfolger aus Eiterfeld, gar 18 Punkte betrug der Vorsprung auf den Dritten aus Mackenzell. Überragend war vor allem die Rückrunde. Bis auf das 2:3 in Mackenzell gewannen die Germanen all ihre Spiele.

13 Siege in Folge gab es, weil die Neuzugänge wie die beiden Knothe-Brüder Joachim und Rainer, die von der SG Steinau kamen, voll einschlugen. Mit einem 6:2-Erfolg über die Reserve von Hessen Hersfeld war der Titel eingetütet. Pünktlich zum 80-jährigen Vereinsjubiläum war Germania Fulda wieder auf die Verbandsebene zurückgekehrt. Es sollte der Beginn eine neuen Epoche sein, denn mit diesem Aufstieg wurde Germania für zwölf Jahre am Stück solides Mitglied in der Verbandsliga Nord (damals Landesliga Nord).

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