1. torgranate
  2. News

Überraschung beim DFB-Bundestag: Sinning gewinnt Abstimmung gegen Koch

Erstellt: Aktualisiert:

Peter Peters, Silke Sinning, Ralf Viktora.
Silke Sinning (Bildmitte) hat sich in der Wahl zur Vizepräsidentin gegen Rainer Koch durchgesetzt. Hingegen unterlag Peter Peters (links) bei der Wahl zum DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf und Ralf Viktoria (rechts) wurde nicht neuer Schatzmeister. © Jan Hübner

Paukenschlag beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Silke Sinning, bisher dem Präsidium des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) zugehörig, hat die Abstimmung gegen Rainer Koch gewonnen und ist neue Vizepräsidentin des DFB.

Koch, bisheriger Interimspräsident, unterlag recht deutlich. Lediglich 68 der 246 abgegebenen Stimmen – Sinning erhielt 163 Stimmen – entfielen auf den umstrittenen 63-Jährigen, dessen Kritiker viele Verfehlungen in der zurückliegenden Zeit bei Koch sahen. In den vergangenen Jahren hatte er dreimal interimsmäßig den Verband geführt, nachdem die Präsidenten Wolfgang Niersbach, Reinhard Grindel und Fritz Keller vorzeitig vom Amt zurückgetreten waren. Die 15-jährige Zeit im Präsidium endet zwar für Koch, dem Vorstand bleibt er als Vertreter des Süddeutschen Fußball-Verbandes dennoch erhalten.

Den Unmut zog Koch derweil bei seiner Bewerbungsrede auf sich. In dieser sprach er von zuvor getroffenen Absprachen und äußerte Kritik an Sinning. Diese wiederum zeigte sich nach der Wahl gerührt, bedankte sich für das Vertrauen. „Ich wollte Mut zeigen“, sagte die Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauen- und Mädchenfußball im HFV.

Bernd Neuendorf ist neuer Präsident

Neuer DFB-Präsident ist indes Bernd Neuendorf, der sich gegen Peter Peters durchsetzte. Der 60-Jähriger erhielt 193 der 250 abgegebenen Stimmen. „Von einem überwältigenden Ergebnis“ sprach Neuendorf kurz nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses. Der bisherige Präsident des Fußball-Verbands Mittelrhein setzte sich somit deutlich gegen den zweiten Kandidaten Peter Peters durch, der 50 Stimmen erhielt. Zudem gab es sechs Enthaltungen und eine ungültige Stimme.

Der 14. Präsident des DFB forderte in seiner Antrittsrede auf, dass man den „Laden zusammenhalten“ müsse. Dazu würde es keine Alternative geben. „Der Fußball muss wieder im Mittelpunkt stehen, denn die Menschen sind es leid, im Zusammenhang mit dem DFB nur von Machtkämpfen und Streitereien zu hören.“

Im Vorfeld des Bundestags war das Medienecho groß. Erstmals stellten sich mit Neuendorf und Peters zwei Kandidaten für den Posten des Präsidenten auf, zudem war das Bild des DFB nach außen arg in Mitleidenschaft gezogen.

Zum neuen Schatzmeister wurde Stephan Grunwald einstimmig gewählt. Der 37-Jährige folgt Stephan Osnabrügge, der sich nicht mehr zu Wahl gestellt hatte. Grunwald gehört dem Team Neuendorf an. Ralf Viktora, Schatzmeister des HFV und Peters-Angehöriger, ging hingegen leer aus.

HFV gratuliert Sinning

Der HFV hat am Freitagnachmittag seinem Präsidiumsmitglied Silke Sinning zur Wahl zur neuen Vizepräsidentin gratuliert. „Wir wünschen ihr für die neuen Aufgaben alles Gute und eine glückliche Hand.“ Ebenso gratuliert der Verband Neuendort zu seiner „überzeugenden Wahl. Nunmehr gilt es den Blick nach vorne zu richten und den DFB in ruhigem Fahrwasser auf die zahlreichen Herausforderungen vorzubereiten. Dies ist im Interesse der Millionen Fußballerinnen und Fußballer dringend notwendig. Der HFV ist sehr zuversichtlich, dass dies auch gelingt“, informiert der Verband.

Mehr zum Thema rund um den DFB-Bundestag und den Differenzen beim HFV

Differenzen im HFV-Vorstand
Diskreditierung von Reuß und Becker wird nicht gelingen
HFV fordert DFB-Kandidaten zu Rücktritt auf
Sinning und Viktora fehlt Lust auf Ränkespiele
Frontalangriff auf Sinning und Viktora
Reuß schweigt, der Ton bleibt scharf
„Geht nur um Macht und Geld“: Basis kritisiert DFB
Einstimmig: HFV-Spitze spricht Reuß Vertrauen aus
„Opferrolle? Im Gegenteil“

Auch interessant