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Wehrdienst sorgte für große Namen

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Von: Tobias Konrad

Als der Wehrdienst noch galt, war selbst Philipp Lahm (rechts) Gast der Bundeswehr-Nationalmannschaft. Ein Spiel absolvierte der Ex-Profi jedoch nicht.
Als der Wehrdienst noch galt, war selbst Philipp Lahm (rechts) Gast der Bundeswehr-Nationalmannschaft. Ein Spiel absolvierte der Ex-Profi jedoch nicht. © Bundeswehr

Die Bundeswehr-Nationalmannschaft gastiert in elf Tagen zu einem Benefizspiel gegen eine Osthessen-Auswahl im Stadion der Stadt Fulda. Zeit, einen Blick in die Historie der Nationalelf zu werfen.

Der 1. Juli 2011 brachte einen Einschnitt bei der Bundeswehr mit sich. Seit jenem Tag ist die Pflicht zur Ableistung des Grundwehrdienstes in Deutschland ausgesetzt. Die Auswirkungen wurden ebenfalls bei der Fußball-Nationalmannschaft spürbar. Waren bis 2011 selbst Profi-Sportler immer wieder Teil des Kaders, änderte sich dies fortan. Ehemalige Bayern-Profis wie Christian Lell, Andreas Ottl oder Stephan Fürstner, Ex-HSV-Profi Änis Ben-Hatira, Ex-Leverkusen-Prof Gonzalo Castro oder Ex-Köln-Profi Marcel Risse sind nur einige von vielen Namen, die den Adler auf der Brust trugen und für die Bundeswehr-Elf aufliegen. Bekanntester Name der jüngeren Vergangenheit ist indes Philipp Lahm, der jedoch nie in einem Spiel auflief.

Ehemalige Profis vom FC Bayern München, Hertha BSC, Bayer Leverkusen und 1. FC Köln

Blickt man ein wenig weiter zurück, lässt sich feststellen, dass weitere Größen für das Bundeswehr-Team aktiv waren. Schalkes Kult-Manager Rudi Assauer, Kölns Legende Hannes Löhr oder Harry Bähre vom Hamburger SV. Der Blick zurück in die Kader der Bundeswehr-Nationalelf ist klangvoller als der derzeit – und auch der bislang einzige Titel bei einer Weltmeisterschaft ist bereits 47 Jahre her. Bei der Heim-WM krönte sich Deutschland nach einem 1:0 im Finale gegen die Niederlande zum Titelträger. Zwei Silbermedaillen (1987 in Italien und 1991 in den Niederlanden) sowie zwei Bronzemedaillen (1964 in der Türkei und 1993 in Marokko) vervollständigen die Sammlung. Bei der bislang letzten WM, 2017 im Oman, sprang das Viertelfinale heraus. Gegen Syrien (0:1) setzte es in der 90. Minute den Nackenschlag. Doch Olaf Bahne, Teammanger, stellt klar, „dass das ein großer Erfolg ist. Andere Länder, wie Algerien oder Ägypten, setzen komplett auf Profis.“

Vor 6500 Zuschauern unterlag die Bundeswehr-Nationalmannschaft den Profis des VfB Stuttgart mit Sven Ullreich und Cacau knapp mit 3:4.
Vor 6500 Zuschauern unterlag die Bundeswehr-Nationalmannschaft den Profis des VfB Stuttgart mit Sven Ullreich und Cacau knapp mit 3:4. © Bundeswehr

Schalkes Kult-Manager Rudi Assauer gehörte zum Team

Dass dies in Deutschland nun anders sei, stelle kein Problem mehr dar. Bahne sagt, „dass wir stattdessenmit ‚No-Names‘ aufwarten und attraktiven Fußball zeigen wollen. Zumal eine WM immer ein Highlight ist. Unsere Spieler sind stolz, wenn sie mit dem Adler auf der Brust auflaufen dürfen. Wenn die Nationalhymne läuft, bekommt man Gänsehaut. Wir handeln nach dem Prinzip, dass nur Spieler bei uns agieren dürfen, die auch im gute Leistungen in ihrem Dienst erbringen.“

Für Bahne, seit 2006 Teil der Nationalmannschaft, ist jedes große Turnier mit immenser Arbeit verbunden. „Aber es macht Spaß, egal ob die Planung der Trainingslager, des Kaders, der Flüge oder die Bürokratie, um problemlos in das gastgebende Land einzureisen. Als Belohnung steht, sofern die Qualifikation gelingt, eine herausfordernde WM. Drei Vorrundenspiele in fünf Tagen, wie beispielsweise im Oman bei 40 Grad, bringen dich an dein Limit. Nun hoffen wir, 2023 in Ägypten dabei sein zu können, da der Kader die Qualität besitzt, um in die K.o.-Runde einzuziehen“, sagt Bahne, der von Endspielen vor 30.000 Zuschauern berichten kann.

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