Oliver Unsöld hat vor einigen großen Kulissen gespielt.
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Oliver Unsöld hat vor einigen großen Kulissen gespielt.

In der Uniform zum Training und zurück

Oliver Unsöld erinnert sich an Olivier Djappa

Nicht nur die Hessenliga-Meistermannschaft der SG Barockstadt wird morgen beim Benefizspiel zugegen sein. Mit Oliver Unsöld hat die Bundeswehr-Nationalmannschaft einen ehemaligen Profi in ihren Reihen, der nun zum Trainerstab gehört.

Die Feierlichkeiten der SGB dauern seit Samstagnachmittag an. In Eddersheim, in der Fuldaer Innenstadt, im Vereinsheim und gar in der Torgranate-Redaktion beim Talk war die Feierbiester vertreten. Offiziell präsentieren sich die Spieler erstmals morgen beim Benefizspiel der Osthessen-Auswahl gegen die Bundeswehr-Nationalmannschaft im Stadion der Stadt Fulda (19 Uhr). Aus Mannschaftskreisen ist zu hören, dass für den guten Zweck die Party gerne unterbrochen wird. Welche Elf sich auf dem Rasen formiert, entscheidet sich am morgigen Vormittag.

Bundeswehr-Nationalmannschaft „eine brutale Ehre“

Hingegen ist die Nationalelf in der Region angekommen. Aus ganz Deutschland angereist, versammelte sich der Kader in der Rhön-Kaserne in Wildflecken. Von Montag bis Freitag weilt das Team dort. Das wohl namhafteste Gesicht ist Oliver Unsöld. Der mittlerweile 48-Jährige gehört zum Trainerteam, selbst agiert er seit 1996 bei der Bundeswehr-Elf. Bis 2015 – mit Ausnahme von 1998 bis 2003, als Unsöld als Profi tätig war und nicht bei der Bundeswehr mitwirken durfte – spielte er aktiv, seitdem zählt er zum Projektteam. Dort zählt er zu dem ersten Ansprechpartner von Teammanager Olaf Bahne.

„Als normaler Mensch lässt sich wohl gar nicht verstehen, was das Besondere an der Truppe ist. Ich musste mich damals noch bewerben, um bei der Nationalmannschaft zu spielen. Ich war einer von zwei Nicht-Spitzensportlern und habe mit sämtlichen Profis zusammengespielt. Es war eine brutale Ehre“, blickt Unsöld zurück. Er erlebte die Profis, war später selbst einer. „Dir wächst die Nationalelf samt Truppe und Projektteam ans Herz.“ Dass der 48-Jährige dafür seinen Jahresurlaub opfert, stört ihn kaum. Denn einzig Bahne wird vom Dienst als Teammanager freigestellt.

Duelle mit Olivier Djappa bestens in Erinnerung

Seine Profi-Karriere möchte er nicht missen. Sieben Jahre war er im bezahlten Fußball tätig, spielte unter anderem Bundesliga mit dem SSV Ulm als gebürtiger Ulmer. „Ich wüsste nicht, wie ich irgendwann meinen Enkeln kurz und knapp erzählen soll, was davon hängenbleibt. Das dauert Wochen. Fakt ist, dass es die schönste Zeit meines Sportlebens war, obwohl ich nie ein begabtes Talent war. Durch Einstellung und Ehrgeiz habe ich es zum Profi geschafft“, schildert der einstige Defensivspieler. Als er bei der Bundeswehr tätig war, gelang der Sprung zu den Profis. Die Anfangszeit war hart. Um sechs Uhr morgens ist Unsöld in Uniform zum Dienst angetreten, ehe es in jener Kleidung zum Vormittags-Training und zurück ging. Nachmittags der gleiche Gang. Und am Wochenende schob er Nachtdienst, um die Stunden reinzuholen, die er wegen der Spiele verpasste. „Ich weiß also, was es heißt, mit Fleiß sich nach oben zu arbeiten.“

Einige Spieler der SG Barockstadt besuchten die Redaktion am Montagvormittag.

An den ehemaligen Borussen Olivier Djappa kann sich der Ex-Profi bestens erinnern. Unsölds Gedanken an den einstigen Stürmer sind mit „absolutem Respekt“ verbunden. Unsöld gibt gar zu, dass er einige schlaflose Minuten vor den Spielen hatte. „Und das, obwohl uns Ralf Rangnick bestens vorbereitet hat. Wir hatten als Team Muffe vor ihm. Auf den ersten fünf Metern war er überragend, hatte zudem eine breite Kiste und deshalb war es schwer, an den Ball zu kommen. Sein Abschluss war Sahne“, weiß der Ex-Reutlinger noch genau. Der Smalltalk sei zudem nicht immer der feinste gewesen, „denn bei beiden hat sich am Platz ein Schalter umgelegt.“ Eine Szene bleibt Unsöld bis heute in Erinnerung: „Wir haben in Fulda gespielt und es gab ein Kopfballduell. Der Gegenspieler hat mit seinen Stollen meine Hose aufgerissen und anschließend musste ich mir eine neue besorgen. Ich glaube, das war Oli Djappa.“

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