Eines der ältesten noch existierenden Fotos aus der Geschichte von Germania Fulda ist dieses Teamfoto aus dem Jahr 1919. Entstanden ist es auf dem Sportplatz am Andreasberg. Fotos: Verein
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Eines der ältesten noch existierenden Fotos aus der Geschichte von Germania Fulda ist dieses Teamfoto aus dem Jahr 1919. Entstanden ist es auf dem Sportplatz am Andreasberg.

Der Papa musste unterschreiben

Am 8. August 1909 gründeten acht fußballbegeisterte junge Leute einen Verein, der heute als FSV Germania Fulda bekannt ist. Im Gründungsjahr lautete der Name noch „Fuldaer Spielverein Germania 09“.

Germanen-Torwart Robert Roßmar gehörte zu den "entspannten" Fußballern. Hier hütet er im Jahr 1935 das Tor.

Weil die Gründungsmitglieder Wilhelm Auth, Hermann Bender, Oskar Frech, Karl Haubrich, Johann Hofmann, Josef Lomb, Gustav Orth und Emil Schneider durchweg noch nicht alt genug für eine Vereinsgründung waren, musste in Georg Frech einer der Väter die notwendige Unterschrift leisten. Schon ein Jahr später – 1910 – entstand bereits die heutige Form des Namens. Mit einer Unterbrechung: Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg und der nötigen Neugründung hieß der Verein für das Spieljahr 1945/1946 SG Germania Fulda. Anfang der 1920er-Jahre hatten sich der VfR Fulda und der SV Helvetia Fulda den Germanen angeschlossen, die so immer stärker und größer wurden.

Erste sportliche Heimat war ein ehemaliger Exerzierplatz in Sickels. Auf diesem wurde im Gründungsjahr 1909 gespielt. Zum Anfang wurden als Abgrenzung für die beiden Tore vier Stangen mitgenommen. Die Latte wurde mit einem Seil gespannt. Ein Jahr später wanderte der Verein auf die Klosterwiese nahe Neuenberg. Den Platz teilte man sich mit Borussia Fulda. Das Gelände war dort, wo sich heute das Autohaus „Fahr Jakob“ befindet. Bis 1919 spielte der FSV dort. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Wiederaufnahme des Spielbetriebs folgte rasch der Wechsel an die „Alte Waldheim“. Dieses Gelände befand sich in etwa dort, wo heute das Umweltzentrum beheimatet ist. Eröffnet wurde die „Alte Waldheim“ am 20. August 1920 mit einem Spiel gegen den Deutschen Meister 1. FC Nürnberg.

Spielstätte wechselte öfters

Ein Foto aus dem Jahr 1928: Es zeigt die Spielstätte „Alte Waldheim“ mit seiner Tribüne. Das Gelände wurde 1920 mit einem Spiel gegen den damals amtierenden Deutschen Meister 1. FC Nürnberg eröffnet.

Es war ein ereignisreicher Tag in der Geschichte, der mit einem Festball im Fuldaer Stadtsaal beschlossen wurde. Weil das Gelände am „Alten Waldheim“ aber regelmäßig überflutet wurde und deshalb oft nicht als Spielstätte zur Verfügung stand, wechselte Germania 1927 auf die „Neue Waldheim“. Diese befand sich dort, wo heute das Städtische Stadion zu finden ist. Errichtet wurde die „Neue Waldheim“ über ein Jahr weitgehend durch die helfenden Hände der gut 200 Mitglieder, ehe das Gelände am 4. September 1927 mit einem Spiel gegen den Spielverein Kassel eröffnet wurde.
An die bekannte sportliche Heimat wäre Germania nach dem Zweiten Weltkrieg gerne zurückgekehrt, doch aus zwei Gründen war das nicht möglich. Zum einen war das Gelände mittlerweile verkauft, zudem wurde beim Luftangriff im Jahr 1944 nahezu alles komplett zerstört – sogar die Hornungsbrücke. Viele Jahre, bis Mitte der 50er-Jahre als das neue Stadion fertiggestellt wurde, versuchten die Verantwortlichen, die „Neue Waldheim“ wieder für sich zu gewinnen, nachdem sie unter dubiosen Umständen während der Nazi-Zeit den Besitzer gewechselt hatte.

Erfolglos – und Germania zog zum vierten Mal in seiner Geschichte um. Neue Heimat war nun die Johannisau (heutiges B-Feld), das alte Eisenbahner-Sportgelände. Wieder teilte sich der Club den Sportplatz mit Borussia. Im ersten Spiel nach dem Krieg standen sich die Rivalen Germania und Borussia gegenüber. Da der angestammte Platz noch nicht fertig war, wurde die Partie in Bachrain ausgetragen. Die Borussia gewann im August 1945 mit 1:0. Das Rückspiel (2:1 für Germania) wurde schließlich in der Johannisau gespielt.

Bis 1949 war jene Spielstätte die Heimat, ehe ein erneuter Umzug zur „Bleiche“ anstand. Vom Westring aus kommend lag der Platz dort, wo heute das südliche Ufer des Aueweihers liegt. Dort, wo sich heute eine kleine Böschung befindet, stand damals die Tribüne. Das immer noch erhaltene Bleichhäuschen war die Umkleidekabine. Oben zogen sich die Germanen um, unten die Gastmannschaften. Gewaschen wurde sich in der benachbarten Fulda, in die eine kleine Treppe führte. Seit 1959 ist der Gallasiniring im Fuldaer Ostend die feste Heimat des FSV Germania Fulda geworden. 1989 wurde die Germanenklause fertiggesetllt, ein Meilenstein des FSV.

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