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"Die Gewinner waren die Zuschauer"

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Rund 500 Zuschauer verfolgten das Finale um den Hessenpokal in Haiger. Fotos: Tino Weingarten
Rund 500 Zuschauer verfolgten das Finale um den Hessenpokal in Haiger. © Tino Weingarten

Adrian Alipour, Trainer des TSV Steinbach Haiger, formulierte es richtig: "Wir haben es nicht vergessen, aber wir haben uns lange danach gesehnt." Gemeint waren Zuschauer im Stadion. 500 Fans durften beim Pokalfinale am Haarwasen in Haiger sein - und sorgten für eine Kulisse, die einem Lust auf mehr gemacht hat.

Sonnig, gut 20 Grad, ein Endspiel und Zuschauer im Stadion: Das Finale um den Hessenpokal zwischen dem TSV Steinbach Haiger und dem SV Wehen Wiesbaden (0:3) bot einen Rahmen, nach dem sich Trainer, Spieler, Verantwortliche, Würstchenverkäufer und Reporter lange gesehnt haben. Zwar sorgte Johannes Wurtz, mit drei Toren Spieler des Spiels, dafür, dass sich bei den meisten der rund 500 Zuschauer nach gut einer Stunde etwas gedrückte Stimmung bemerkbar machte, doch im Nachgang der Partie schwärmten alle von der Kulisse.

Wurtz: "Ein ganz anderes Feeling"

Die mitgereisten Fans des SV Wehen Wiesbaden bejubeln den Pokalsieg ihrer Mannschaft.
Die mitgereisten Fans des SV Wehen Wiesbaden bejubeln den Pokalsieg ihrer Mannschaft. © Die mitgereisten Fans des SV Wehen Wiesbaden bejubeln den Pokalsieg ihrer Mannschaft.

Gerade Dreifach-Torschütze Johannes Wurtz bekam die ganze Ladung Emotionen ab: "Das ist ein ganz anderes Feeling, wenn man ein Tor schießt und da sind 250 Leute, die einem zujubeln." Sein Gegenspieler Christian März kam zwar nicht in das Vergnügen, mit den eigenen Anhängern jubeln zu dürfen, war aber wie Wurtz begeistert von dem Drumherum: "Mit Zuschauern macht es immer mehr Spaß und es war eine gute Atmosphäre. Das kann gerne so weitergehen."

So war es kein Wunder, dass Sascha Mockenhaupt, Kapitän des Drittligisten, den von Stefan Reuß überreichten Pokal in die Luft reckte, um die Tradition eines Pokalsiegs beizubehalten, aber ebenso schnell mit der gesamten Mannschaft umdrehte und Richtung Gästeblock lief, wo 200 mitgereiste Fans des SV Wehen Wiesbaden zum Feiern zumute war. Deren Trainer Rüdiger Rehm erklärte auf der Pressekonferenz deshalb nicht seine Mannschaft zum Sieger.

"Die Fans haben uns sehr gefehlt und es war schön zu sehen, wie sie sich gefreut haben. Das ist schöner als ein Gewinn auf dem Platz. Die Gewinner sind heute die Zuschauer", sagte Rehm. Adrian Alipour konnte sich dem Lob an die Rückkehr der Zuschauer nur anschließen, sagte, dass es ein super Gefühl gewesen sei, auf den Platz zu kommen und Leute da sind, die klatschen. Vergessen, um die Worte Alipours aufzugreifen, waren Zuschauer und die durch sie erzeugte Stimmung nicht. Aber Besonders nach den vielen Monaten ohne Fans oder gar ohne Fußball war es allemal.

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