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"Ein Eigentor, wie man es selbst in der Kreisliga selten erlebt“

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Auf dem Verbandstag des HFV im September schien die Welt im Präsidium noch in Ordnung. Foto: Johannes Götze
Auf dem Verbandstag des HFV im September schien die Welt im Präsidium noch in Ordnung. © Johannes Götze

Die am Sonntagnachmittag vom Online-Portal torgranate.de veröffentlichte Mail des HFV-Präsidenten Stefan Reuß hat ein bundesweites Medienecho hervorgerufen.

Reuß hatte darin von Schatzmeister Ralf Viktora und Silke Sinning, Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauen- und Mädchenfußball, eine Erklärung bis zum 31. Januar gefordert. Viktora und Sinning – beide wollen DFB-Kandidat Peter Peters unterstützen – wurde nahegelegt, entweder auf eine DFB-Kandidatur zu verzichten oder ihre Ämter im Verband niederzulegen.

In der gestrigen Ausgabe befasste sich die Süddeutsche Zeitung gleich in zwei längeren Stücken mit dem Ultimatum im Machtkampf.

Der preisgekrönte Sportjournalist Thomas Kistner schreibt in seinem Meinungsbeitrag, dass die offene Drohung gegen zwei Peters-Unterstützer ein neuer Tiefpunkt im DFB-Streit sei. In den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt Kistner das Parteibuch von Bernd Neuendorf, Rainer Koch und Stefan Reuß. Alle sind SPD-Mitglieder.

Der HFV hat unter Präsident Reuß Neuendorf die Unterstützung im Kampf um das DFB-Präsidentenamt zugesagt. Gegen Koch, Präsident des bayerischen und süddeutschen Verbandes, will Sinning um das Vizepräsidentenamt antreten.

Kistner bezeichnet das Vorgehen des HFV als „ein Eigentor, wie man es selbst in der Kreisliga selten erlebt“, und ordnet ein: „So einen Skandal, just während sich das Land den Mund über das Demokratieverständnis im Olympia-Land China fusselig redet, kann sich nicht mal die Skandal-Wanderbaustelle DFB leisten. Und der HFV schon gar nicht.“

Die Frankfurter Rundschau diagnostiziert, dass die Gräben im HFV nicht tiefer sein könnten und das Ultimatum wohl auf den getroffenen Aussagen von Silke Sinning und Ralf Viktora über Rainer Koch fußt.

Bereits am Sonntagabend stieg kicker online in die Berichterstattung ein. Das Fachmagazin will wissen, dass sich der Aufsichtsrat des HFV aufgrund der heiklen Angelegenheit sofort in die Angelegenheit eingeschaltet habe.

Am schnellsten hatte der Deutschlandfunk die Geschichte aufgegriffen und berichtete noch am Sonntagabend in der Sendung „Sport am Sonntag“ in einem fünfminütigen Beitrag über die Situation im hessischen Verband und interviewte hierfür Torgranate-Redakteur Johannes Götze. Der Radiosender berichtete gestern zuerst, dass Sinning und Viktora das Ultimatum verstreichen ließen.

Außerdem griffen Bild online, hessenschau.de und das bundesweite Redaktionsnetzwerk Ippen Media die Thematik auf.

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