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Ein Dorf packt für das Spiel des Lebens an

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Von: Johannes Götze

Michael Hohmann Tobias Nophut SV Wölf
Zwei, die sich diebisch auf das Duell gegen die Eintracht freuen und während der Aufbauarbeiten vom Fototermin überrascht wurden: Alte-Herren-Betreuer Michael Hohmann (links) und Keeper Tobias Nophut. © Johannes Götze

Heute Abend steht ein Fußballfest an, das Osthessen nicht alle Tage und der SV Wölf in 97 Jahren Vereinsgeschichte schon gar nicht erlebt hat: Die Traditionself der Frankfurter Eintracht gibt sich im 300-Seelen-Ort die Ehre und spielt um 19 Uhr gegen die Alten Herren der Wölfe.

Für einen Interviewtermin musste man sich mit den Wölfern in den vergangenen Tagen nicht absprechen. Einfach abends in der „Ringberg-Arena“ vorbeischauen – und mit Gewissheit war eine Horde Ehrenamtler anzutreffen. So auch am Dienstag. Die selbst konstruierte Stehplatztribüne aus Paletten für 700 der mehr als 2000 erwarteteten Fans war da schon fertig – und 500 Meter Bauzaun ebenfalls gestellt. Hergerichtet wurde gerade der VIP-Bereich für Ehrengäste und Gönner des Vereins. 250 Menschen sollen dort unterkommen. Und schräg dahinter steht sogar noch ein weiteres Zelt – für die Aftershowparty mit DJ Weili, dem über die Grenzen Osthessens hinaus bekannten Schiedsrichter Jürgen Weilmünster aus Großenlüder.

Die Aftershowparty bildet den Abschluss des Tages, der bereits um 16 Uhr mit dem Besuch der Fußballschule von Eintracht Frankfurt eröffnet wird. Diese ist längst ausgebucht. Manfred Binz und Norbert Nachtweih werden den Kindern einige Kniffs und Tricks beibringen. „Hit Radio FFH“ sorgt derweil für ein buntes Rahmenprogramm und übernimmt die Moderation. Erwartet wird Daniel Fischer oder Julia Nestle.

Eintracht Frankfurt darf sich auf ein Fußballfest freuen

Der Radiosender organisiert gemeinsam mit der Eintracht und weiteren Partnern die Aktion „Eintracht in der Region“. Zehn hessische Clubs dürfen gegen die Traditionsmannschaft des derzeit so gehypten Clubs aus der Mainmetropole antreten. Der SV Wölf ist dabei. Noch immer surreal für den A-Liga-Club, der das Spiel seinen Mitgliedern gönnt. „Es gab viele Fragen, ob wir vielleicht eine Halbzeit mit einer Gemeindeauswahl spielen, aber das war für uns undenkbar. Für unsere Spieler soll dieser Tag unvergessen bleiben“, betont Michael Hohmann, der nicht nur gemeinsam mit Dieter Hilpert Betreuer der Wölfer Alte Herren ist, sondern auch zweifelsohne der Akteur, der den Frankfurter Abwehrspielern um Uwe Bindewald oder Charly Körbel am ehesten das Fürchten lehren kann. Wobei der 38-Jährige zugibt, „dass ich ganz schön nervös sein werde, denn vor 2000 Menschen habe ich noch nie Fußball gespielt.“

Plötzlich waren alle im Training anwesend

Er wird eine Halbzeit spielen – und keiner seiner insgesamt 26 Spieler wird mehr Einsatzzeit bekommen. Mitspielen wollte jeder, sagt er und blickt auf das erste Training nach der Zusage der Eintracht im Februar zurück:„Sonst waren wir vielleicht 12, 13 Mann im Training, plötzlich waren 22 Spieler da. Und ich hoffe natürlich, dass der Boom auch nach dem Spiel nicht verflogen sein wird.“

Rund drei Wochen haben die Wölfer die Ringberg-Arena hergerichtet, allein heute sind 120 Helfer im Einsatz. An zahlreichen Vorverkaufsstellen wurden mehr als 1200 Tickets abgesetzt, 150 gingen an zwei große Eintracht-Fanclubs, die für das passende Flair sorgen. Zusätzlich werden 300 Kinder unter sechs Jahren erwartet, für die der Eintritt frei ist. Deswegen empfiehlt Tobias Nophut aus dem Vorstandsteam, „dass sich eine frühzeitige Anreise lohnt, auch wenn wir zahllose Parkplätze vorbereitet haben.“ Und Eintrittskarten werden dem so perfekt vorbereiteten SVW auch nicht ausgehen, verspricht Nophut vor dem Duell Wölfe gegen Adler. Dem Highlight der Vereinsgeschichte.

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