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Helsinki ein Pflichttermin für Eintracht-Fanatiker

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Von: Ralph Kraus

Stefan Ubrig Eintracht-Fan
Im Laufe der letzten 40 Jahre hat Stefan Ubrig so ziemlich alles gesammelt, liebevoll archiviert und ausgestellt, was es von Eintracht Frankfurt gibt. © Ralph Kraus

Am gestrigen Vormittag hob vom Frankfurter Flughafen mal wieder eine von der Fuldaer Firma WEMAG gecharterte Sondermaschine ab. Das Ziel: Helsinki, Austragungsort des europäischen Supercup-Finals zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt.

Mit an Bord ist auch Stefan Ubrig: Der Fuldaer ist Eintracht-Fan durch und durch. Und zwar seit Kindesbeinen. In seinem Haus im Horaser Weg hat er sich ein kleines Museum eingerichtet. Unter Eintracht-Fans längst kein Geheimtipp mehr. Ubrig sammelt so ziemlich alles, was er von seiner Eintracht bekommen kann. Alte Plakate, Stadionhefte, Mannschaftsposter sämtlicher Spielzeiten, Gläser, Wimpel, Schals, Autogrammkarten, unterschriebene Bälle, alte Eintrittskarten und, und, und.

Stefan Ubrig Eintracht-Fan
Im Laufe der letzten 40 Jahre hat Stefan Ubrig so ziemlich alles gesammelt, liebevoll archiviert und ausgestellt, was es von Eintracht Frankfurt gibt. © Ralph Kraus

„Das mit der Sammelleidenschaft hat ganz früh angefangen“, erklärt Ubrig, der so ziemlich alles weiß, was wann jemals bei „seiner“Eintracht passiert ist. „Los ging alles als kleiner Junge. Ich wurde in Frankfurt-Griesheim geboren, und der legendäre Erwin Stein hatte direkt um die Ecke einen Zeitungs- und Tabakladen. Dorthin hat mich mein Vater immer geschickt, um Zigarren zu holen. So hatte ich den ersten Kontakt zur Eintracht“, erzählt Ubrig von den Anfängen, als er als kleiner Bub mit Stein den einstigen Mittelstürmer der SGE kennenlernte.

Seine Eltern stammten ursprünglich aus dem Vogelsberg, wohin es die Familie später auch wieder zog. „So kam es dann, dass ich 1984 den Eintracht-Fanclub in Herb-stein mitbegründet habe.“ Dort lernte Ubrig Uwe Bein kennen, als der gemeinsam mit Dirk Wolf den Fanclub besuchte. „Das war kurz vor dem legendären Spiel in Rostock, als wir fast Meister geworden wären“, erklärt Ubrig. Es war der Anfang einer Freundschaft. Heute ist Uwe Bein immer mal wieder zu Gast in Ubrigs Garten. Zuletzt vor wenigen Wochen. Da feierte der Fan seinen 60. Geburtstag. Und wer tauchte auf? Uwe Bein. Der Weltmeister von 1990 erweiterte die Sammlung Ubrigs um ein weiteres Stück: Denn als Geschenk brachte Bein das Trikot von Ex-Eintracht-Spieler Danny da Costa mit. Da Costa ist der Schwiegersohn von Bein.

Stefan Ubrig Eintracht-Fan
Im Laufe der letzten 40 Jahre hat Stefan Ubrig so ziemlich alles gesammelt, liebevoll archiviert und ausgestellt, was es von Eintracht Frankfurt gibt. © Ralph Kraus

Der Liebe wegen zog es Ubrig dann vor knapp 25 Jahren weiter nach Fulda. Und es versteht sich fast von selbst, dass die Eintracht auch hier eine Rolle spielte, wenn auch nur eine kleine. Denn Ubrig heiratete die Schwester des Horaser Trainers Matthias Wilde. Und deren Vater Adolf Wilde – also Ubrigs Schwiegervater – spielte bis 1953 in Horas mit dem legendären Richard Kreß in einem Team, der danach zur Eintracht wechselte und einer der ersten Stars der Nachkriegszeit wurde. Kreß traf unter anderem 1960 im Finale des Europapokals der Landesmeister zweimal für die Eintracht beim 3:7 gegen Real Madrid. Es war das letzte Pflichtspiel zwischen der Eintracht und dem spanischen Club. „So schließt sich jetzt irgendwo wieder der Kreis“, sagt Ubrig schmunzelnd.

Man darf gespannt sein, welche Andenken der Eintracht-Fanatiker diesmal mit nach Hause bringt. Aber eines ist jetzt schon sicher: Nach der Heimkehr und der Landung am Donnerstag wird sein „Eintracht-Museum“ um das ein oder andere Utensil reicher sein.

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