Die Bundeswehr-Nationalmannschaft von der letzten Sichtung mit Meik Voll (Vierter von links). Foto: Bundeswehr
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Für Meik Voll schließt sich ein Kreis

1998 wurde Meik Voll erstmals als Spieler zu Maßnahmen der Bundeswehr-Nationalmannschaft eingeladen. 23 Jahre später war Voll Teil des Trainerteams bei einer Sichtung in Aachen.

"Es sind Erfahrungen, die sich einbrennen und die man nie mehr vergisst", sagt Meik Voll, während er an seine Zeit als Spieler bei der Nationalmannschaft zurück denkt. Erfahrungen, wie bei einer Eröffnungszeremonie vor 60.000 Menschen einlaufen oder ein Spiel um Platz drei vor 12.000 Zuschauern spielen. Erfahrungen, die ein Spieler auf Verbands- oder Hessenliga-Ebene in seiner Laufbahn niemals machen wird. Meik Voll durfte sie machen, da er neben seinem Dienst bei der Bundeswehr für Maßnahmen der Bundeswehr-Nationalmannschaft eingeladen wurde.

Doch wofür gibt es die Nationalmannschaft der Bundeswehr? "Der absolute Schwerpunkt ist Friendship und das Zusammenführen der Länder durch den Sport und Wettkampf. Vom Dienstherr ist es erwünscht, da das Mitwirken dort repräsentative Aufgaben beinhaltet und man das Land fußballerisch präsentiert", beschreibt Voll. Es gibt eigens einen Verband, den Conseil International du Sport Militaire (CISM), der den internationalen Militärsport vorantreiben will. Folgt eine Einladung, versuchen die Spieler, sich die Tage in ihren Terminkalendern freizuschaufeln. Dass der Dienst dabei Vorrang genießt, führt dazu, dass einige Spieler Maßnahmen verpassen oder gar ganze Turniere. Wie Meik Voll.

1999 war er noch dabei, bei den Weltspielen - ähnlich den Olympischen Spielen - im kroatischen Zagreb. In Zagreb lief er vor 60.000 Menschen ein und spielte vor 12.000 Zuschauern gegen Kroatien um Platz drei. Die deutsche Nationalmannschaft verlor das Spiel zwar, doch die Eindrücke blieben Voll im Gedächtnis: "Ein unglaublicher Moment, ich habe viele tolle Eindrücke dort gewonnen." Die hätte er acht Jahre später wohl auch gerne in Indien gesammelt, bei der Qualifikation für die Weltspiele wirkte Voll noch mit. Da zeitgleich jedoch ein Lehrgang in Münster stattfand, konnte der damalige Spieler von Borussia Fulda nicht nach Indien reisen. "Der Visumantrag und die Pässe waren fertig und dann hat es der allgemeine Dienstbetrieb nicht zu gelassen."

Sichtungen auf professionellem Niveau

Die Qualifikation für die Weltspiele in Indien waren seine letzten Partien als Nationalspieler, der Kontakt riss aber nie ab. "Der Anruf, ob ich Interesse habe, im Trainerteam eine Sichtung zu begleiten, kam trotzdem überraschend", gibt Voll zu. Die erste Anfrage kam bereits vor der Corona-Zeit, fast zwei Jahre später verwirklichte sich die Möglichkeit. Eine Woche sichteten Voll und Co. 35 Spieler, die auf Regional- oder Drittliga-Niveau sind. Zweimal am Tag wurde trainiert. Völlig professionell. Mit Drohnen wurden die Einheiten gefilmt, jeder Spieler durchleuchtet und später ausgewertet. Danach wird entschieden, ob ein Spieler dabei bleibt oder erstmal nicht weiter berücksichtigt wird.

Meik Voll betreute eine Mannschaft, setzte die Vorgaben des Cheftrainers Olaf Bahne um. "In den Testspielen geht es darum, die Mannschaft zu coachen, vorzubereiten, die Ansprache zu halten und die Dinge einzubauen, die der Cheftrainer sehen will", erläutert Voll. Dabei wurde nur untereinander getestet. Normalerweise trifft die Bundeswehr-Nationalmannschaft auf Profi- oder Amateurvereine. 2016 gab es unter anderem ein Benefizspiel in Flieden. Voll bekam gutes Feedback, könnte bei künftigen Sichtungen wieder dabei sein. "Der Kontakt steht. Inwiefern sich für mich mehr entwickeln kann und die Chance besteht, fest einbezogen zu werden, verfolgen wir jetzt. Ich wäre nicht abgeneigt", verdeutlicht der 46-Jährige.

Für die Mannschaft, die Voll in der Region trainiert, würde dies nicht zum Nachteil werden. "Es ist ja nicht hauptamtlich, sondern man schaufelt sich die Zeiten im Dienstplan frei. Dabei nehme ich so viele Eindrücke mit, die ich mit in den Amateursport einbeziehen kann", sagt Voll. Beinahe wäre er nicht der einzige aus Osthessen gewesen, der in Aachen an der Sichtung teilgenommen hätte: "Maximilian Weisbäcker ist bei mir in der Einheit und einer, den wir im Auge haben. Im September hat es aber dienstlich nicht gepasst." Vielleicht bei der kommenden Sitzung. Mit Barockstadt-Keeper Weisbäcker im Tor und Meik Voll auf der Trainerbank.

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