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„Das Konzept stand schon vor 20 Jahren“

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Von: Johannes Götze

Grafik Fußballkreise Landesgrenzen
Eine Grafik der Landeskreisgrenzen und der Fußballkreise. © Michael Haipeter

Kürzlich berichtete torgranate.de über mögliche Gebietsreformen in der Aufteilung der Fußballkreise. Im Gespräch äußerte der ehemalige Bezirksfußballwart Hermann Dücker (Nüsttal), dass mögliche Reformen immer wieder an persönlichen Befindlichkeiten scheitern würden. Der ehemalige Lauterbacher Kreisfußballwart Bernd Höhl kann davon ein Lied singen – und mehrere Zeitungsberichte aus dieser Zeit stimmen Höhl zu.

Höhl kämpfte als damals jüngster Kreisfußballwart im Hessischen Fußball-Verband (HFV) erst um Akzeptanz und später um die Hochzeit der Fußballkreise Lauterbach und Alsfeld. Die Akzeptanz im Kreise der oft deutlich betagteren Fußballwarte verdiente er sich rasch, doch an der Hochzeit scheiterte er im Jahre 2000 und warf kurz später die Brocken hin.

Hessischer Fußball-Verband schob „Vogelsberger-Lösung“ Riegel vor

„Damals war eigentlich schon alles in die Wege geleitet. Die Vereine im Kreis Alsfeld hatten der Aufnahme vom Kreis Lauterbach sogar schon mit großer Mehrheit zugestimmt. Doch in einer Nacht- und Nebelaktion wurde der Fusion durch den Verband ein Riegel vorgeschoben.“ Problem damals: Lauterbach gehörte dem Bezirk Fulda an, Alsfeld dem Bezirk Gießen. Hatten Wochen zuvor noch bezirksübergreifende Kreise fusioniert, änderte der HFV plötzlich die Satzung dahingehend und schob somit der „Vogelsberger-Lösung“ einen Riegel vor. (Lest hier: An persönlichen Befindlichkeiten gescheitert)

„Der Fußballkreis Lauterbach-Alsfeld wäre dem Bezirk Gießen zugeordnet worden. Manch ein Funktionär hatte offensichtlich Angst, dass dadurch der Bezirk Fulda nicht mehr länger fortbestehen kann und setzte sich mit aller Macht für eine Satzungsänderung ein“, erinnert sich Höhl. Und noch immer sagt der heute 55-Jährige: „Eine Fehlentscheidung, denn der Kreis Lauterbach-Hünfeld ist ein künstliches Gebilde, das noch immer nicht zusammengewachsen ist. Die Verbindungen und der Bezug zwischen den Vereinen fehlt einfach, die Distanzen sind zu groß und allein ist der Kreis auch nicht mehr allzu lange überlebensfähig.“

Die Verbindungen und der Bezug zwischen den Vereinen fehlt einfach.

Bernd Höhl

Höhl befürchtet aber, dass sich so schnell nichts ändern wird: „Zwar gibt es keine Bezirke mehr, weswegen die Satzung eine solche Lösung nun wieder hergeben würde. Aber an der Verbandsspitze herrscht derzeit ein zu großes Durcheinander. Ich habe rein gar nichts gegen die Verbandsfunktionäre und schon gar nicht gegen die handelnden Personen im Kreis Lauterbach/Hünfeld, die viel leisten. Aber dennoch ist die Gesamtsituation schwierig und verfahren.“ (Lest hier: „Eine Reform ist längst überfällig“)

Höhl ging der Kampf um „seinen“ Lauterbacher Fußballkreis nahe, er zog die Konsequenz und kandidierte nach der Fusion zwischen Lauterbach und Hünfeld nicht mehr für ein HFV-Amt und zog sich aus der Verbandsarbeit zurück. Für die SG Lauter ist der Prokurist einer Volksbank im Vogelsbergkreis hingegen noch immer aktiv. 

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