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Haufenweise Geschichten

So wünscht man sich ein Debüt! Das erste Ü35-Profi-Camp von Hollyvent und der Fuldaer Zeitung ist Geschichte. Nach einem ereignisreichen Wochenende bleibt festzuhalten: Einer Neuauflage im kommenden Jahr steht nichts im Weg.

„Dann ist die Teilnehmerzahl sicher höher. Das Feedback ist herausragend. Alle, die dabei waren, wollen wieder dabei sein und noch einige Freunde mitbringen“, sagte Jürgen Holletzek, Inhaber des Veranstalters Hollyvent.

In Sachen Kinder-Camps kennt sich Holletzek bestens aus, ein Erwachsenen-Camp war indes völliges Neuland. Entsprechend zurückhaltend war er vor dem Start, im Nachgang aber konnte er ein begeisterndes Fazit ziehen: „Es hat von vorne bis hinten gepasst. Die Sportanlage war überragend, das Hotel erfüllte alle Wünsche.“ Die Zurückhaltung in Sachen Anmeldungen – deren 16 waren es, nach drei kurzfristigen Absagen blieben 13 Teilnehmer – verstand Holletzek, der durch die nun gesammelten Erfahrungen jedoch sich auf weitere Events freut.

So, wie ebenfalls die ehemaligen Bundesligaspieler Thomas von Heesen, Christian Hochstätter, Holger Fach und Fatmir Vata. Das Quartett bildete das Trainerteam, welches im Normalfall ein Quintett gewesen wäre. Uli Borowka fiel krankheitsbedingt aus. „Wir kommen gerne wieder. Die Atmosphäre untereinander war fantastisch. Genau das macht es aus“, betonte das Quartett unisono.

Neben den vier Trainingseinheiten baute das Team etliche Wettbewerbe ein. Ein Technikparcour, ein Fußball-Quiz mit Fragen zu den einstigen Profis, ein Bundesliga-Tippspiel, eine gemeinsame Analyse zum Bundesliga-Spieltag sowie eine Diskussion zum Profi-Fußball vor einigen Jahrzehnten und heute sah das Programm vor. Borowka hätte gar noch aus seinem Buch „Volle Pulle“ lesen sollen, durch sein Fehlen berichtete stattdessen sein Freund Hochstätter aus gemeinsamen Zeiten.

Holger Fach: "Diese Art von Fußball-Camps wird sehr wichtig werden. Wir haben im Nachwuchsbereich ein Qualitätsproblem in Sachen Trainer. Beim Camp können Nachwuchstrainer viel von ehemaligen Profis lernen."

Der unterhaltsamste Teil stand nach getaner Arbeit am Platz an. Beim gemütlichen Beisammensein plauderten die Alt-Stars aus dem Nähkästchen, eine Geschichte reihte sich an eine andere an. Welche mehrere Abende füllenden Anekdoten erzählt wurden? Das blieb hinter verschlossenen Türen. Die Lachmuskeln wurden allemal überstrapaziert.

„Es ist wahnsinnig interessant zu hören, was sie alles erlebt haben, wie das frühere Profi-Leben sich darstellte. Trotz allem ist es schön zu sehen, dass sie Mensch geblieben sind. Sie holen einen ab“, sagte Katja Reichwein, die als einzige Frau unter Männern brillierte. Für die 41-Jährige aus Rückers war es ein Geburtstagsgeschenk ihres Mannes Nico Rausch. „Die Beine machen sich zwar mit der Zeit bemerkbar, aber das gehört dazu. Wir sind Jugendtrainer und nehmen enorm viel Input mit“, schilderte Rausch.

Eine weite Anreise hatte eine fünfköpfige Clique aus Hösel (Nordrhein-Westfalen). „Das nimmt man in Kauf, schließlich weckt das Trainerteam Kindheitserinnerungen“, war der Tenor.

Für von Heesen und Co. war bei allem Spaß wichtig, dass zudem eine gewisse Ernsthaftigkeit herrschte. „Es gibt eine Erwartungshaltung an uns und das Camp. Die Leute sollen etwas lernen, sollen Dinge weitergeben können. Das alles hat einen Sinn“, erklärte Hochstätter. Fach schob ausdrücklich hinterher, „dass vor allem Juniorentrainer gerne gesehen sind. Wir wollen, dass im Nachgang der Nachwuchs gefördert wird.“

Das Trainerteam

Thomas von Heesen: Insgesamt 378 Bundesligaspiele absolvierte der am Freitag 60 Jahre alt gewordene von Heesen. Alleine 368 Partien machte er im Trikot des Hamburger SV, zehn weitere kamen zum Ausklang seiner Karriere bei Arminia Bielefeld hinzu. Mit dem HSV wurde von Heesen zweimal Deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger und Europapokalsieger der Landesmeister.

Christian Hochstätter: Seine Fußabruck in der Bundesliga hat Hochstätter mit Borussia Mönchengladbach hinterlassen. Auf 339 Spiele kommt der 57 Jährige im Dress der Fohlen, mit denen er einmal den DFB-Pokal gewann. Nach seiner Spielerkarriere war Hochstätter als Sportdirekter in Mönchengladbach und Hannover sowie als Sportvorstand in Bochum tätig.

Holger Fach: Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach, Bayer 05 Uerdingen, Bayer 04 Leverkusen, 1860 München. Auf 416 Einsätze im Fußball-Oberhaus kommt Fach. Gemeinsam mit Hochstätter holte der 59-Jährige den DFB-Pokal. Als Trainer war Fach unter anderem für Mönchengladbach, Wolfsburg, Paderborn und Augsburg tätig.

Fatmir Vata: Der 50-Jährige machte sich bei Bielefeld einen Namen. Mit der Arminia stieg er zweimal in die Bundesliga auf. Dort kommt der Albaner auf 88 Einsätze.

Jürgen Holletzek: Dank Holletzek kommt das Star-Trainerteam zusammen. Der ehemalige Leiter der Fußballschule des VfL Bochum und Hannover 96 veranstaltet nun Fußball-Camps und trommelt dafür die ehemaligen Profis zusammen.

Rubriklistenbild: © Foto: Charlie Rolff

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