Ob diese beiden heute Abend statt einander den Kreispokal in Händen halten? Schlüchterns Spielmacher Leon Busch (links) würde dies sicher ebenso gefallen wie dem Ex-Sodener Lars Jordan. Foto: Oliver Müller
+
Ob diese beiden heute Abend statt einander den Kreispokal in Händen halten? Schlüchterns Spielmacher Leon Busch (links) würde dies sicher ebenso gefallen wie dem Ex-Sodener Lars Jordan.

Historische Chance

Der erste Höhepunkt der noch jungen Fußballsaison stammt aus der vergangenen Runde: Im Kreispokalendspiel der Spielzeit 20/21 stehen sich heute um 19 Uhr in Schlüchtern der Gruppenligist SG Schlüchtern und der Titelverteidiger, Verbandsligist SGBadSoden, gegenüber.

Wie berichtet stiften die Endspielteilnehmer die Platzeinnahmen an die Flutopfer der Umweltkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Das Schiedsrichtergespann wird auf seine Spesen verzichten, weitere Geldspenden können vor Ort abgegeben werden.

Die jüngere Pokalgeschichte des Rekordtitelträgers SG Bad Soden ist eng mit der SG Freiensteinau verbunden: Im Endspiel 19/20 zwangen die Vogelsberger den haushohen Favoriten in die Verlängerung, im Jahr davor hatten sie einer besseren Sodener B-Elf den Titel sogar weggeschnappt.

Auch heuer schaut es für die Mannschaft von Trainer Anton Römmich nicht nach einem Spaziergang Richtung Hessenpokalteilnahme aus. Ersatztorwart Büchner, Angreifer Ehlert, Spielmacher Pospischil, Sechser Huhn sowie die Mittelfeldspieler Ardem und Mehmeti sind in den Urlaub gefahren, Stürmer Mike Weismantel ist an der Schulter verletzt und muss womöglich operiert werden. Den Engpass empfindet Trainer Römmich dennoch nicht als so arg, dass er sich, wie zuletzt beim Testspiel in Steinbach, selbst auf die Bank setzt: „Auf keinen Fall! Wir füllen mit zwei, drei Mann aus der Reserve auf und werden auch so eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufbieten können.“ Dem Gegner bringt Römmich Respekt entgegen: „Schlüchtern hat Schritt für Schritt eine gute Mannschaft zusammengestellt und wird uns alles abverlangen.“

Die personelle Situation der Schlüchterner stellt sich entspannter dar. Mit Verteidiger Dean Mitrev (Urlaub) und Flügelspieler Drilon Arapi (Studium) fehlen zwar zwei Stammkräfte, seit Mittwoch liegt jedoch die Spielberechtigung für Mitrev-Kumpel Aleksandar Vasilev vor. Der 36 Jahre alte Innenverteidiger aus Nordmazedonien blickt auf eine bewegte Profikarriere mit exotischen Stationen wie Norwegen und Myanmar zurück.

Abteilungsleiter Marco Schlichting verweist bezüglich der Rollenverteilung auf den „großen, breiten und qualitativ hochwertigen Kader“ des Gegners, sagt aber auch: „Wir wollen unsere Chance nutzen.“

Im Übrigen bedurfte es größeren Anstrengungen, die keinesfalls glorreiche Pokalhistorie der SG Schlüchtern zu recherchieren. Vereinsintern fand sich niemand, der wenigstens sagen konnte, wann die SG letztmals im Finale stand. Harald Maienschein hatte das Datum prompt parat: „Das war 1997 gegen den damaligen Hessenligisten FV Steinau, Schlüchtern verlor 0:10.“ Wie lange der letzte Pokalsieg zurückliegt, vermochte jedoch auch der Pokalrundenleiter nicht zu sagen. Auch Ehrenkreisfußballwart Rainer Grammann kramte vergeblich in seinen Unterlagen. Ralph Kraus, Chefarchivar unseres Portals, konnte die Frage schließlich beantworten: Der letzte Schlüchterner Pokaltriumph datiert von 1960. Die SG durchbrach seinerzeit eine Erfolgsserie des FV Bellings, der 1959, 1961, 62, 63, 64 und 65 den Pott geholt hatte.

Qualifizierungsrunde 2021/2022

Distelrasen – Steinau (Samstag, 17 Uhr)
Altengronau/Jossa – Grebenhain/Bermuthshain (17 Uhr)
Vollmerz/Elm – Uttrichshausen (Sonntag, 18 Uhr)

Das könnte Sie auch interessieren