Der Hünfelder Lukas Budenz (blaues Trikot) gewinnt hier das Kopfballduell gegen den Horaser Fahad Malik. Foto: Charlie Rolff
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Der Hünfelder Lukas Budenz (blaues Trikot) gewinnt hier das Kopfballduell gegen den Horaser Fahad Malik.

Im Löw-System ist noch Luft nach oben

Nach dem 3:0-Sieg in Niederaula ist der Hünfelder SV im zweiten Test gegen einen unterklassigen Gegner ohne Gegentor geblieben. Doch gegen den stark ersatzgeschwächten Gruppenligisten FV Horas war beim Hessenligisten trotz des 4:0 (2:0)-Sieg noch eine Menge Luft nach oben.

Vielleicht weil HSV-Trainer Johannes Helmke die Experimentierwochen ausgerufen hat. Gegen Horas sollte es das von Ex-Bundestrainer Joachim Löw präferierte 5-2-3-System mit extrem hochschiebenden Außenverteidigern sein, wenngleich es Helmke lieber ein 3-4-3 nennt. Steht nun der große Systemwechsel an? Helmke will sich nicht festlegen, sagt, dass noch mindestens zwei, drei Wochen einerseits in verschiedenen Systemen getestet würde und andererseits alle 20 Kaderspieler ihre Bewährungschance bekämen. Diesmal waren es immerhin 17, es fehlten lediglich der neue Torwart Benedikt Kaiser, Innenverteidiger Nicolas Häuser und Sechser Sebastian Alles.

Besonders in der ersten Halbzeit tat sich der HSV schwer, mit dem System und den Bedingungen auf dem nassen und damit schnellen Kunstrasen zurechtzukommen. Die Corona-Pause hinterließ im Direktpassspiel Spuren, auch wurde zu wenig Zug zum Tor entwickelt. Es dauerte beinahe eine halbe Stunde, bis ein Hünfelder, in diesem Falle Maximilian Fröhlich, so freigespielt werden konnte, dass ein Torerfolg in der Luft lag. Fröhlich vergab da noch, nutzte dann aber kurz vor der Pause doch zwei Chancen eiskalt.

Genau da hatte sich Horas jeweils ein wenig locken lassen. Einmal bereitete Marcel Dücker – so etwas wie der Joshua Kimmich des HSV – vor. Das andere Mal Alexander Reith, der zumeist über die rechte Seite angriff. Joker Max Vogler sorgte kurz nach der Pause für die beiden weiteren Treffer. Da ließ sich das Spiel des HSV etwas besser an, allerdings wohl der Tatsache geschuldet, dass Horas die Kräfte mit kleinem Kader mehr und mehr ausgingen und somit das Positionsspiel arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein halbes Dutzend guter Gelegenheiten ließ der HSV liegen.

Überbewerten wollte Helmke den Auftritt freilich nicht – mit gutem Recht nach langer Pause und Blick auf andere Plätze. „Ich glaube, dass man den Jungs überall ansieht, dass sie Bock haben, aber die Automatismen müssen sich einspielen.“ Noch bleibt Zeit.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Brunner – Dücker (46. Wenzel), Fuß (46. Schilling), Faulstich, Witzel, Quanz (46. Zöll) – Rohde (46. Krieger), L. Budenz (46. Vogt) – Reith (46. Sternstein), Gadermann (46. Vogler), Fröhlich.
FV Horas: Schäfer – Lübeck (46. Hellinger), Rippert, Eckard, Golbach (66. Durin) – Malik, Awalom, Mehler (46. Panfil) – T. Fabrizius (85. C. Keller), Muth, J. Keller.
Schiedsrichter: Justin Herbert (FSV Schwarzbach).
Zuschauer: 65.
Tore: 1:0 Maximilian Fröhlich (39.), 2:0 Maximilian Fröhlich (45.), 3:0 Max Vogler (49.), 4:0 Max Vogler (51.).

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