Olaf Bahne ist Teammanager und Trainer in Personalunion bei der Bundeswehr-Nationalmannschaft.
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Olaf Bahne ist Teammanager und Trainer in Personalunion bei der Bundeswehr-Nationalmannschaft.

Olaf Bahne ist der Oliver Bierhoff der Bundeswehr-Nationalmannschaft

Mit dem Adler auf der Brust

Die Bundeswehr-Nationalmannschaft gastiert am Mittwoch (19 Uhr) zu einem Benefizspiel zugunsten der FZ-Spendenaktion in Fulda. Der Test gegen eine Osthessen-Auswahl findet im Rahmen der Vorbereitung auf die WM-Qualifikation statt. Bundestrainer Olaf Bahne (51) gibt einen Einblick in das Innenleben der Nationalelf.

Der Flyer zum Benefizspiel.
Sie dürfen sich Bundestrainer nennen. Wie kam es dazu?
Tatsächlich war es nicht geplant, dass ich das Amt übernehme. Ich bin 1990 zur Bundeswehr gekommen und habe 1991 in der Poststelle ein Schreiben der Nationalmannschaft gesehen. Zum damaligen Zeitpunkt war das Team noch mit Profis besetzt, so dass mir klar war, dass ich keine Chance habe. Aber als Wasserträger wäre ich gerne mal dabei gewesen. Als schließlich 2005 die WM in Deutschland war, trat der Trainer und Teammanager in die Ruhestand ab. Ich war Trainer der Luftwaffen-Mannschaft und machte auf mich aufmerksam, so dass ich Teammanager wurde. Zu vergleichen sind die Aufgaben mit denen von Oliver Bierhoff beim DFB. Trainer und Teammanager in Personalunion bin ich seit 2014. Wir verpassten die WM, ich betreute das Team bei einem Freundschaftsspiel einmalig und wurde gefragt, ob ich die Aufgabe nicht weiterhin machen möchte.
Wie sieht Ihr Aufgabenfeld aus?
In erster Linie müssen administrative Dinge erledigt werden. Neben viel Organisation kommt aber nicht der Kader zu kurz. Spieler müssen gesichtet werden, wir veranstalten dafür jedes Jahr einen Lehrgang.
Nationalspieler kann also jeder bei der Bundeswehr werden?
Ein entsprechendes Niveau ist vonnöten. Mindestens Verbandsliganiveau sollte man vorweisen können. Beim dreitägigen Sichtungslehrgang werden jährlich rund 50 Spieler gesichtet. Wichtig als Trainer ist, ein entsprechendes Netzwerk zu haben und rasch einen Überblick zu gewinnen.
Was ist das Besondere am Bundestraineramt?
Durch den Begriff Nationalmannschaft gibt es in der Bevölkerung eine Erwartungshaltung. Unsere Aufgabe ist es, diese zu erfüllen. Es ist eine Herausforderung, die besten Spieler in den Kader zu integrieren. Allerdings macht es enorm viel Spaß, da die Spieler nicht motiviert werden müssen. Jeder hat Bock, bei einer WM zu spielen. Jeder möchte mit dem Adler auf der Brust auflaufen. Bei einer WM spricht niemand mehr von der Bundeswehr, sondern du repräsentierst Deutschland.
Wie oft finden Trainingseinheiten im Jahr statt?
Pro Jahr gibt es sechs Trainingswochen. Wir könnten dies ausweiten, jedoch muss der normale Dienst ebenfalls geleistet werden. In den Wochen stehen vor allem taktische Dinge im Vordergrund, weshalb wir von den Jungs erwarten, dass sie fit zu uns stoßen. In kürzester Zeit müssen wir als Team verinnerlichen, was wir wollen. Dass alle Spieler dabei sind, kommt aus Gründen von Verletzungen oder Einsätzen so gut wie nie vor.
Wie finanzieren sich die Reisen, wie zu einer WM?
Glücklicherweise müssen wir nur die An- und Abreise bezahlen. Die Hotelkosten, Verpflegung und so weiter übernimmt das Gastgeberland, wie zuletzt 2017 im Oman.

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