Zurück in der Gruppenliga (damals Bezirksklasse): 1975/1976 kam es am gut besuchten Gallasiniring wieder zu den Nachbarschaftsduellen mit dem TSV Künzell. Fotos: privat
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Zurück in der Gruppenliga (damals Bezirksklasse): 1975/1976 kam es am gut besuchten Gallasiniring wieder zu den Nachbarschaftsduellen mit dem TSV Künzell.

Mit "Tippes" ging's wieder hoch

32 Jahre Gruppenliga, fünf Jahre Kreisoberliga – so sah die sportliche Heimat bei Germania Fulda in der Zeit von 1952 bis 1989. Erst danach ging es wieder auf Verbandsebene hoch.

Dennoch waren die fast vier Jahrzehnte bei Germania durchaus erfolgreich. Wie in der letzten Folge unserer Serie bereits beschrieben, scheiterte der Club 1952 und 1956 jeweils nur haarscharf an der Rückkehr in die Hessenliga (damals I. Amateurliga).

Doch der FSV musste auch zwei ganz bittere Pillen schlucken. Erst spielte man unter Trainer Wolf Lorenzen eine schlimme Saison 1961/1962. Auswärts lief nichts zusammen, in 15 Partien sprang kein einziger Sieg und nur zwei Punkte heraus. Lorenzen blieb Trainer und schaffte mit Germania mit 50:10-Punkten und 87:32-Toren den direkten Wiederaufstieg als Meister der Kreisoberliga Mitte (damals A-Klasse Mitte). Einer der Leistungsträger war Bert Kalb, der neu von FT Fulda kam. Das goldene Tor von Kopp bescherte den Germanen den entscheidenden 1:0-Sieg gegen den SV Hofbieber am letzten Spieltag.

Zudem musste der Verein auch 1972 noch mal runter in die Kreisoberliga (A-Klasse Mitte). Der Grund lag am großen personellen Aderlass. Nachdem 15 Akteure (darunter acht gesetzte Stammspieler) den Verein verlassen hatten, ging die Saison mit nur 10:62-Punkten und insgesamt 128 Gegentoren in die Hose. Ein Neuaufbau musste her.
Fortan spielten Leute wie Keeper Hans-Jürgen Hassenpflug (kam von FT Fulda), Roland Mittag (SV Steinhaus), Karl Schubert (RSV Petersberg), Edgar Hirsch (Haimbacher SV), Dieter Bing (kam vom FV Horas zurück) und Klaus Tüllmann (neu von der SG Marbach) am Gallasiniring. 23 Treffer schoss Tüllmann gleich in seiner Premierensaison, doch der SV Tann war um 15 Punkte voraus. Germania wurde Fünfter.

Eine neue Ära unter Erwin Tippmann

Die Germanen-Meistermannschaft aus der Saison 1973/1974 um Vorstandsmitglied Ernst Birkenbach (stehend, von rechts) und Trainer Erwin Tippmann.

Es übernahm zur Saison 1973/1974 Erwin Tippmann das Ruder als Trainer – und die Germania sollte wieder marschieren. Anton Polzer kam von den Amateuren von Bayern München und erzielte auf Anhieb 35 Saisontore. Mit Klaus Hose traf ein weiterer Neuer (vom FV Horas) zusätzlich 21-mal ins Schwarze. Die Brüder Dieter und Wolfgang Bing, die Torhüter Willi Schneider und Kalus Heinle, Gerhard Damm, Klaus Seban oder Thomas Wenzel waren durch nichts zu stoppen. Nachbar FT Fulda wurde mit 9:1 abgefertigt.

Eine neue Ära begann und es folgten wieder packende Duelle mit Borussia Fulda. Zunächst im Pokal, als man als Bezirksklassen-Rückkehrer den zu dieser Zeit noch in der Hessenliga spielenden Rivalen aus dem Pokal warf. Zwei Tore von Anton Polzer hatten die Germanen mit 2:0 in Front gebracht, später gelang Peter Panfil nur noch das Tor zum 2:1-Endstand. In der Spielzeit 1976/1977 trafen sich beide Clubs tatsächlich nach 25 Jahren erstmals wieder zum Duell um Punkte. Zwei Mal am Stück waren die Borussen abgestiegen. Es kam zum Zweikampf um den Titel, wobei die Borussia nahezu unschlagbar schien. Die einzige Niederlage fügte dem SCB die Germania zu. 3000 Zuschauer am Gallasiniring sahen den 1:0-Siegtreffer durch ein kurioses Freistoßtor von Dieter Bing. Bing trat ein bisschen in die Erde, doch dadurch bekam der Ball einen schier unmöglichen Drall und landete im Tor. Auch im Auswärtsspiel musste die Germania kein Gegentor schlucken, mit 0:0 trennten sich die Rivalen. Es war mittlerweile die Zeit von Größen wie Eberhard Vogel, Herbert Bock, Volker Schuster, Torwart Kalus Leutke, Joachim Krienke und Stürmer Hans Stoschik.

Mehrfach kratzte der FSV den Folgejahren an der Meisterschaft und somit an der Tür zur Verbandsliga Nord. Doch gelingen sollte der Aufstieg nicht. Nach einem unglücklichen 0:1 gegen Buchonia Flieden verspielte man auf der Zielgeraden der Saison 1977/1978 den Titel. Es folgte ein wochenlanger Rechtsstreit, weil die Germanen die Einsatzberechtigung des Fliedener Torschützen Hermann Bock anzweifelten. In den beiden folgenden Spielzeiten wollten die Fuldaer erneut die Sterne vom Himmel holen, doch stets hatte man das Nachsehen. Die Folgen waren fatal, denn 1982 ging es in die andere Richtung. Der erneute Abstieg in die Kreisoberliga Mitte (damals A-Liga Mitte) stand. Zum wiederholten Male musste ein Neuaufbau her, weil die totale Verjüngung dem Niveau der Gruppenliga damals schlichtweg nicht standhalten konnte.

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