Für vollen Einsatz steht Paula Flach (rechts), die am letzten Spieltag durch ein 3:0 in Bielefeld den Klassenerhalt mit der Wolfsburg-Reserve schaffte. Foto: Thomas F. Starke
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Für vollen Einsatz steht Paula Flach (rechts), die am letzten Spieltag durch ein 3:0 in Bielefeld den Klassenerhalt mit der Wolfsburg-Reserve schaffte.

Neben Schult und Co. etabliert

Die 2. Frauen Bundesliga Nord hat eine kuriose Saison hinter sich, inklusive dem ein oder anderen Protagonisten aus der Region Osthessen. Beispielsweise bei der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg: Dort ist Paula Flach aus Pfordt schnell zur Stammspielerin gereift.

Im Sommer 2019 wagte Paula Flach den Wechsel nach Wolfsburg, wo sich die Defensivspielerin auf Anhieb in der B-Juniorinnen-Bundesliga etablierte. Ein Jahr später stand der Sprung in die zweite Frauen-Mannschaft des VfL an, doch wie schon im Halbjahr zuvor war die Saison von der Corona-Pandemie gezeichnet. Nach nur zwei Partien wurde die Spielzeit im Oktober unterbrochen.

"Die Frage, wie es weitergehen wird, hat uns am meisten beschäftigt. Bis Anfang März war nicht sicher, ob wir überhaupt weiterspielen können", erinnert sich die 18-Jährige, die zudem den Weggang ihrer Freundin Emma Kessler verkraften musste. Mit ihr war Flach gemeinsam in die Autostadt gewechselt, ehe sich die Bimbacherin Kessler Anfang des Jahres für die Rückkehr nach Osthessen und den Wechsel nach Gläserzell entschied. Für Flach im ersten Moment ein Schock, wie sie zugibt, wenngleich ihre Mitspielerinnen und Freundinnen sie in dieser Zeit gut unterstützten.

Als dann im März die Saison fortgesetzt wurde, nutzte Paula Flach, die seit kurzem mit einer Freundin in einer WG in Reislingen – rund fünf Minuten vom VfL-Gelände entfernt – wohnt, ihre Chance. Obwohl die Linksverteidigerin erst frisch in den Frauenbereich gestoßen war, etablierte sie sich schnell in der Stammelf. In 14 von 16 Spielen kam sie zum Einsatz, elfmal über die vollen 90 Minuten. Obwohl es aufgrund der langen Unterbrechung viele englische Wochen gab. Die Belohnung: Ein neuer Vertrag, der sie bis 2023 an das langjährige Aushängeschild im deutschen Frauenfußball bindet.

Viel gelernt von Almuth Schult

"In den nächsten zwei Jahren will ich mich in der Stammelf der zweiten Mannschaft etablieren und so viel Spielzeit wie möglich sammeln. Vielleicht kann ich mich so für andere Vereine empfehlen", hofft die bescheidene Abiturientin, die im kommenden Jahr die Schule abschließen wird. Denn Flach weiß, wie schwer der Sprung zu der ersten Mannschaft der Wolfsburgerinnen ist, die erstmals seit 2016 in der abgelaufenen Saison die Bundesliga-Meisterschaft knapp verpasst hat.

Umso besser, dass Flach mit der VfL-Reserve weiter zweitklassig spielen kann. Da die 2. Bundesliga in der kommenden Saison nicht mehr zweigleisig sein wird, gab es mehr Absteiger als üblich, so dass der VfL als Fünfter von neun Teams erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt schaffte. "Zum Ende hin haben wir deutlich bessere Leistungen gezeigt. Ich hätte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen können, in dieser Mannschaft mit so viel Potenzial in der Regionalliga zu spielen", sagt die Pfordterin.

Unterstützt wurde die zweite Mannschaft immer mal wieder von prominenten Spielerinnen. Zum Beispiel durch die frühere Nationaltorhüterin Almuth Schult, die nach ihrer Babypause zunächst einmal in der 2. Liga Spielpraxis sammelte. "Sie ist total bodenständig und hilfsbereit, hat sich gleich ins Mannschaftsgefüge eingegliedert und uns Sicherheit gegeben. Von ihr kann man viel lernen", lobt Flach die 30-Jährige, die aktuell als Europameisterschafts-Expertin der ARD eine gute Rolle abgibt.

Schäfer muss runter, Mehler darf hoch

Für die anderen Osthessen lagen Freud und Leid in der 2. Frauen-Bundesliga derweil nah beieinander. Jubeln durfte Melina Mehler: Die Riederin ist mit Carl-Zeiss Jena als Meister in die Bundesliga aufgestiegen. In vier Spielen kam die 18-Jährige zum Einsatz, beim 2:0 bei Borussia Mönchengladbach gelang ihr das erste Tor. Apropos Gladbach: Für die Fohlen um Trainer Romeo Schäfer ging die Saison nicht erfolgreich zu Ende. Die Relegationsspiele gegen Hoffenheims U20 gingen 0:1 und 1:2 verloren, weshalb der Verein um den ehemaligen Ehrenberg-Coach in die Regionalliga absteigen muss.

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