Noah Michel markierte den Siegtreffer in der 44. Minute. Foto: Verein.
+
Noah Michel markierte den Siegtreffer in der 44. Minute.

Noah Michel sorgt für die Sensation

Für Hessenligist Türk Gücü Friedberg war es das größte Spiel der Vereinsgeschichte und es wurde ein historisches Fußballfest. Erstmals traf der erst 1988 gegründete Verein in einem Pflichtspiel auf einen Profiklub und in der dritten Runde des Hessen-Pokals schafften die Gastgeber tatsächlich die Sensation und schalteten den hochfavorisierten SV Wehen Wiesbaden aus der 3.

Liga durch ein Tor von Noah Michel mit 1:0 (1:0) aus. Das Debüt des neuen SVWW-Trainers Markus Kauczinski ging damit gehörig daneben.

Erstmals seit dem ungeliebten Umzug an den Ober-Rosbacher Eisenkrain trug Türk Gücü wieder ein Heimspiel innerhalb des Friedberger Stadtgebietes aus. Und es kamen insgesamt 760 Zuschauer an das Burgfeld, eine ungewöhnlich große Kulisse, die sehr stimmungsvoll mitging.Vor allem die vielen neutralen Besucher aus der Wetterau konnten womöglich für weitere Spielbesuche gewonnen werden, denn die Mannschaft von TG-Trainer Carsten Weber schaffte es mit viel Willen, aber auch Glück und Geschick, die zwei Klassen höher angesiedelten Gäste in Schach zu halten.

Wehen Wiesbaden hatte natürlich jede Menge Tormöglichkeiten, der erste Angriff rollte bereits nach zehn Sekunden auf TGF-Torhüter Felix Koob zu. Bjarke Jacobsen traf dann mit einem Distanzschuss die Latte (10.) und Stürmer Hakan Nilsson köpfte kurz darauf am Tor vorbei. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann der Favorit in Führung gehen würde. Doch es kam anders, weil die Wehener mit dem tiefen Rasenplatz und den diffusen Lichtverhältnissen nicht zurechtkamen. Friedberg kämpfte sich immer mehr hinein und ging eine Minute vor der Halbzeit in Führung. Einen Fehlpass von Jacobsen nahm Torjäger Noah Michel auf und traf aus 25 Metern über SVWW-Keeper Florian Stritzel hinweg zum vielumjubelten 1:0 (44.).

Felix Koob hält den Sieg fest

Nach dem Seitenwechsel belagerten die Gäste das Friedberger Tor, es fiel ihnen aber nicht viel ein. Je länger die Spielzeit fortgeschritten war, desto mehr glaubte Türk Gücü an die Sensation. Immer wieder war ein Abwehrbein dazwischen und was auf das Tor kam, wurde vom formidablen Torhüter Felix Koob gehalten. Sein Gegenüber Stritzel bekam im gesamten zweiten Abschnitt keinen Ball mehr auf sein Tor. Aber die Friedberger hielten durch und überstanden auch die zehnminütige Nachspielzeit wegen der Verletzung von Yilmaz Kilic, der mit dem Krankenwagen abgeholt wurde, mit sehr viel Glück.

"Wir hatten die erste und die letzte Chance und dazwischen auch ganz viele Möglichkeiten, die wir nicht genutzt haben", fasste Kauczinski prägnant zusammen. Überglücklich trat dann Friedbergs Trainer Carsten Weber vor das Mikrofon und führte aus: "Der Gegner stand nach zehn Sekunden schon blank vor unserer Kiste und schießt lang vorbei. Wir haben zehn Minuten gebraucht, um in das Spiel rein zu kommen und auch besseren Zugriff zu bekommen, um Chancen der Wehener zu verhindern. Wir haben einen extrem hohen Aufwand betrieben und es ging nur darum, mit Intensität und Gemeinschaft, dieses Spiel zu überstehen."

Die Statistik:

Türk Gücü Friedberg: Koob; Lee, Dudda, Kilic (90.+3 Biber), Fukuhara - Henrich, Schorr - Demir, Eren, Printemps (90.+11 Imek) - Michel (70. Hyodo).
SV Wehren Wiesbaden: Stritzel; Fechner (46. Kurt), Gürleyen, Mockenhaupt, Rieble - Taffertshofer (77. Prokop), Jacobsen - Goppel (63. Lankford), Wurtz, Hollerbach - Nilsson.
Schiedsrichter: Patrick Haustein (Buseck).
Zuschauer: 760.
Tor: 1:0 Noah Michel (44.).

Das könnte Sie auch interessieren