Andre Vogt (links) und der Hünfelder SV hatten sich auf die Kickers Offenbach gefreut – die kommen nun nur bei neuerlichem Losglück. Auch Tolga Duran und die SG Barockstadt sind für das Hessenpokal-Achtelfinale gesetzt. Foto: Siggi Larbig
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Andre Vogt (links) und der Hünfelder SV hatten sich auf die Kickers Offenbach gefreut – die kommen nun nur bei neuerlichem Losglück. Auch Tolga Duran und die SG Barockstadt sind für das Hessenpokal-Achtelfinale gesetzt.

OFC in Hünfeld? Das wird wohl nix!

Der Hessische Fußball-Verband hat über den laufenden Hessenpokalwettbewerb erst falsche Informationen verbreitet und es dann unterlassen, nicht nur die Öffentlichkeit, sondern selbst die betroffenen Vereine über die veränderten Bestimmungen in Kenntnis zu setzen. Pokalspielleiter Jörg Wolf hat sich dafür beim Onlineportal www.torgranate.de entschuldigt.

Rückblick 1:

In der vergangenen Saison wurde pandemiebedingt das Achtelfinale des Hessenpokals nicht ausgetragen. Acht „Proficlubs“ kamen gegen acht Amateurvereine kampflos weiter und führten den Hessenpokal ab dem Viertelfinale weiter. Am Ende stemmte Drittligist SVWehen Wiesbaden in die Höhe. Den zwangsweise ausgeschiedenen Amateurclubs gestand der HFV als „Entschädigung“ zu, im diesjährigen Wettbewerb für das Achtelfinale gesetzt zu sein. Dies sind: FSV Fernwald, Hünfelder SV, SV Zeilsheim, SG Barockstadt (alle Hessenliga), SV Pars Neu-Isenburg, FV Biebrich, Lichtenauer FV (alle Verbandsliga) und Kreisoberligist SV Hallgarten. Die acht „Proficlubs“, so hieß es, sollten bereits in der dritten Runde in den Wettbewerb eingreifen und damit eine Runde früher als üblich.

Rückblick 2:

Weil die Thematik polarisierte, hakte torgranate.de schon im Juni bei dem gerade ins Amt gehobenen Pokalspielleiter Jörg Wolf (Reiskirchen) nach, um die Rahmenbedingungen für die Pokalspiele 21/22 abzufragen. Wolf nahm ausführlich Stellung, bestätigte besagte Regelung und versprach den Zwangsausgeschiedenen ein weiteres Bonbon: Das Achtelfinale solle nicht gelost werden, die Setzung analog der Auslosung des Vorjahres erfolgen. Und das hieße für den Hünfelder SV: Heimspiel gegen den mutmaßlich attraktivsten Gegner, den Regionalligisten Offenbacher Kickers – sofern dieser Runde drei bei Gruppenligist Königstein übersteht.

Neue Wendung:

Nachdem der Hessenligist Türk Gücü Friedberg in der vergangenen Woche sensationell den Titelverteidiger SV Wehen Wiesbaden aus dem Pokal geworfen hatte, berichtete die „Wetterauer Zeitung“ – gestützt auf die Berichterstattung von torgranate.de im Juni –, dass Friedberg nun auf den SV Zeilsheim treffe.Dies löste bei den beteiligten Vereinen Verwirrung aus. Der HFV erklärte auf Nachfrage mehrerer Journalisten, dass das Achtelfinale selbstverständlich ausgelost werden müsse. Dies sei in den Durchführungsbestimmungen des Hessenpokals ausdrücklich festgelegt worden.

Das große Sorry:

Pokalrundenleiter Jörg Wolf entschuldigte sich gestern gegenüber torgranate.de für die von ihm verbreitete Falschmeldung: „Es wurde relativ schnell klar, dass unser Ansinnen juristisch nicht haltbar ist. Leider ist anschließend die Kommunikation der neuen Bestimmungen etwas untergegangen. Ich halte Kritik aus, das war mein Fehler.“

HFV-Pressesprecher Matthias Gast stimmt Wolfs Aussage zu und sagt, „dass wir das verbandsseitig transparenter hätten gestalten können“. Dass der Verband intern längst die voreilige, weil irreguläre „Wolf-Variante“ kassiert hatte, veranlasste den HFVallerdings nicht dazu, die desinformierte Öffentlichkeit auf den neuesten Stand zu bringen. Auch waren seither drei Auslosungen über die Bühne gegangen, ohne dass man es beim HFVfür notwendig erachtet hätte, den acht Amateurclubs reinen Wein einzuschenken.

So geht es weiter:

Die oben aufgeführten acht Amateurclubs bilden für die Auslosung des Achtelfinals einen Lostopf. Die acht Sieger der gerade laufenden dritten Runde kommen in den zweiten Topf. Prinzipiell genießen die Amateurclubs im Achtelfinale Heimrecht, es sei denn der Gegner spielt unterklassig. Im zweiten Lostopf sind schon sicher Regionalligist TSV Steinbach Haiger sowie die Hessenligisten Bayern Alzenau und Türk Gücü Friedberg.

Fünf Hessenpokal-Spiele der dritten Runde stehen noch aus. Das Achtelfinale ist für den Faschingssamstag terminiert, die Auslosung soll Anfang Januar erfolgen. Für den Hünfelder SV heißt das im Klartext: Die Chancen auf ein Heimspiel gegen den OFC stehen nicht mehr bei hundert Prozent sondern nur noch bei 1:8. Eine Reaktion des HSV steht noch aus.

Heute geht es weiter:

Der Hessenpokal findet heute seine Fortsetzung: Die Regionalligisten FSV Frankfurt und Hessen Kassel treten auswärts an: Der KSV bei Gruppenligist Biedenkopf an, der FSV bei Hessenligist Viktoria Griesheim. In der kommenden Woche trifft am Dienstag der SV Steinbach als „Amateur“ im Hessenligaduell auf die dem Profitopf zugeordnete Eintracht Stadtallendorf. Komplettiert wird die dritte Runde mit den Spielen zwischen Königstein und Offenbach (23. November) und Hessenligist Erlensee gegen Regionalligist Gießen (1. Dezember).