Foto: Charlie Rolff
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Foto: Charlie Rolff

Schlüchtern steht im Endspiel

Mit einem hochverdienten 3:1 (2:1) über Gruppenligakonkurrent SG Oberzell/Züntersbach ist die SG Schlüchtern ins Kreispokalendspiel 20/21 eingezogen und trifft dort am Freitag, 23. Juli, auf eigenem Platz auf den Sieger des Duells SG Huttengrund gegen SG Bad Soden. Der Kreisober- und der Verbandsligist treffen am Freitag aufeinander.

„Die Rollen waren klar verteilt: Hier eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielen wird, dort ein Mitfavorit auf den Aufstieg“, fasste Oberzell/Züntersbachs Trainer das gegen Ende doch recht einseitige Halbfinale zusammen. Die Sinntaler mussten auf Innenverteidiger und Mannschaftskapitän Maximilian Heil, auf Offensivkraft Kilian Herbert und kurzfristig auch noch auf Mittelfeldroutinier Benjamin Münch verzichten. Die Personalnot verhalf Jens Müller zu seinem ersten Erstmannschaftseinsatz und Julian Bissinger, der am Wochenende bereits im Viertelfinale in Mottgers hineingeschnuppert hatte, zu seinem zweiten. Immerhin gelang der SG O/Z das schönste Tor des Abends. Nach 15 Minuten brachte Torjäger Julian Ankert die Gastgeber mit einem technisch anspruchsvollen und exakt getimeten Heber über SG-Keeper Fabian Zarnack mit 1:0 in Führung. Es sollte die einzige nennenswerte Einschussmöglichkeit bleiben.

Aufregung gab es um den Schlüchterner Ausgleichstreffer. Linienrichter Florian Rahn von der SGFreiensteinau wähnte SG-Stürmer Lars Jordan im Abseits und hob die Fahne, die Hintermannschaft hielt inne, doch Schiedsrichter Jeffrey Euchler vom SVHerolz überstimmte seinen Assistenten, signalisierte laut und deutlich: weiterspielen. Jordan nutzte den Vorsprung, zog auf und davon, legte den Ball in die Mitte, Leon Busch schob ein (21.).

„Ärgerlich ist das schon“, fand Michael Jäger. „Der Schiedsrichter meinte, es sei noch einer von uns am Ball gewesen und dadurch eine neue Spielsituation entstanden, ähnlich wie bei Dortmund gegen Paderborn. Mir erschließt sich diese Regelauslegung jedenfalls nicht.“

Mit zunehmender Spieldauer entwickelten sich die Kräfteverhältnisse so sehr in eine Richtung, dass die SGSchlüchtern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ohne diesen umstrittenen Treffer gewonnen hätte. Noch vor der Pause hämmerte Nils Trautwein zum 2:1 einen flachen Direktschuss aus 22 Metern unhaltbar neben den Pfosten (44.). Nicht minder schön anzusehen war das 3:1 durch Leon Busch, der mit einem weiteren Distanzschuss dem guten O/Z-Schlussmann Robin Dorn keine Abwehrchance ließ (79.).

Unter den Augen von Freiensteinaus Trainer Reinhold Jessl, der als Neuling in der Region gerade dabei ist, sich einen Eindruck von den künftigen Gegnern zu verschaffen, entwickelte sich ein mäßiges, nichtsdestotrotz intensives Spiel. Individuelle Überlegenheit, größeres Laufvermögen und höhere Einsatzbereitschaft gaben den Ausschlag zugunsten einer SG Schlüchtern, die gestern Abend mit Erfolg etliche Experimente wagte. Die offensive Allzweckwaffe Florian Reichler gab im Zentrum einer Dreierkette den dynamischen Abwehrchef; Leon Busch, in der vergangenen Saison auf dem Flügel zuhause, spielte im offensiven Mittelfeld – und da nicht hinter einer sondern zwei Spitzen.

„Der Sieg war absolut verdient, wir haben ja nur eine einzige Torchance zugelassen. Wir haben ein bisschen was probiert und erstmals in einem 3-4-1-2 gespielt, die Mannschaft hat das gut gemacht“, lobte der im defensiven Mittelfeld wieder emsige Spielertrainer Marc Friedel, der auch noch wohlwollend zur Kenntnis nahm, dass der von A-Ligist SG Distelrasen gekommene Justus Gärtner als rechtes Glied der Abwehrkette eine ordentliche Vorstellung bot.

Die Statistik:

SG Oberzell/Züntersbach: Dorn; Lotz, P. Föller, K. Föller, Kühlthau – J. Müller – Eichholz, V. Ankert, S. Ankert, J. Ankert – M. Müller; eingewechselt: Jens Müller, Julian Bissinger, Julian Dorn.
SG Schlüchtern: Zarnack; Mitrev, Reichler, Gärtner – Höbeler, Trautwein, Friedel, Arapi – Busch – Jordan, Drews; eingewechselt: Schlichting, Deuker, Yildiz.
Schiedsrichter: Jeffrey Euchler (SV Herolz).
Zuschauer: 130.
Tore: 1:0 Julian Ankert (15.), 1:1 Leon Busch (21.), 1:2 Nils Trautwein (44.), 1:3 Leon Busch (79.).

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