Torgranate-Redakteur Tobias Konrad (links) plauderte bei einem Glühwein mit Sven Bednarek. Foto: TG
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Torgranate-Redakteur Tobias Konrad (links) plauderte bei einem Glühwein mit Sven Bednarek.

"Trainer-Comeback – Stand heute – ausgeschlossen"

Sven Bednarek (50) ist bekannt wie ein bunter Hund. Seit einigen Jahren ist es um den einstigen Coach vom Hünfelder SV II, dem TSV Bachrain oder dem SV Rot-Weiß Burghaun ruhig geworden. Bei einem Glühwein erzählt der treue Hamburg-Anhänger von seiner Ist-Situation und von vergangenen Tagen.

Vor Kurzem hast du deinen 50. Geburtstag begangen. Was treibt ein 50-jähriger Sven Bednarek?

Zuerst ging's auf die Malediven, wo ich mit meiner Frau über meinen Geburtstag war. Dann musste ich mir eine Lesebrille kaufen und anschließend hatte ich eine Krampfader-Operation. Mit dem neuen Jahrzehnt haben sich einige Dinge verändert.

Bis 2017 warst du als Trainer tätig, zuletzt in Burghaun. Seitdem war in Sachen Fußball nichts von dir zu hören. Wie hast du die vergangenen Jahre verbracht?

Quasi als Fan. Ich war viel auf den heimischen Sportplätzen unterwegs, überwiegend aber in Hünfeld. Es ist schön, erst kurz vor Anpfiff zu kommen und im Nachgang als Unbeteiligter über das Spiel zu sprechen. Dass diese Zeit gekommen ist, hat seine Gründe. Die Familie musste lange zurückstecken. Nach mehr als 19 Jahren fast ununterbrochenem Trainer-Dasein war der Zeitpunkt gekommen, um etwas zurückzugeben.

Ist ein Comeback möglich?

Stand heute kann ich ausschließen, noch mal auf einer Trainerbank aufzutauchen. Zumindest im Seniorenbereich. Ich habe gedacht, es fällt mir schwerer. Man gewöhnt sich aber daran. Vielleicht ändert sich das, sobald mein Kleinster bei den Bambinis spielen möchte.

Diego Armando Maradona. Ein Name, der viel in dir auslöst. Was hat dieser Mensch mit dir gemacht?

Der normalemotionale Mitteleuropäer hat wahrscheinlich Probleme, meine Sicht nachvollziehen zu können. Als ich im Jugendalter war, erlebte Maradona seine größte Zeit. Die WM 1986 in Mexiko beispielsweise. Ich war 15, plötzlich sehe ich im Fernsehen jemanden, der im Alleingang Spiele entscheidet. Seit diesem Zeitpunkt bin ich an ihm hängengeblieben. Ich mochte ihn als Fußballer, als Mensch steht mir das nicht zu. Man muss verstehen, dass er mit dem Hype klarkommen musste. Er kam aus einer Familie mit acht Kindern, war mit 15 der Alleinverdiener der Familie. Dass er sich dann auf seine Art entwickelt hat, verstehen Außenstehende nicht.

Du bist ein emotionaler Typ, hast viele Jahre bei Hünfeld verbracht. War das die schönste Zeit?

Definitiv. Bei den Junioren habe ich als Trainer begonnen, habe die B-Junioren um Spieler wie Dominik Vollmer, Michael Straub oder Cino Schwab betreut. Damals war noch nicht abzusehen, dass diese Mannschaft auch die Senioren prägen sollte. Sieben Jahre war ich nach drei Jugendjahren Coach der HSV-Reserve. Mit vielen einheimischen Spielern spielten wir hochklassigen Fußball und durften sogar die Verbandsliga kennenlernen. Wir haben den Spielberichtsbogen studiert und festgestellt, dass wir mit einem Altersschnitt von unter 20 Jahren in der Verbandsliga in ein Spiel gehen. Das war etwas ganz Besonderes. Es sind viele, schöne Geschichten entstanden. Wir haben die Klasse gehalten, mussten durch den Abstieg der Ersten aber absteigen. Oder die Sache mit der Hohen Luft, als die Tore viel zu klein waren. Mittlerweile sind viele Jungs aus der damaligen Mannschaft nun auch Trainer. Es ist schön, dass ich gewisse Dinge mitgeben konnte.

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