1. torgranate
  2. News

"Unmöglich ist gar nichts"

Erstellt: Aktualisiert:

Noah Michel will mit Türk Gücü Friedberg ein kleines Pokalwunder vollbringen. Foto: Verein
Noah Michel will mit Türk Gücü Friedberg ein kleines Pokalwunder vollbringen. © Verein

Spätestens seit Sonntag ist klar: Türk Gücü Friedberg wird mit den Play-offs in der Hessenliga nichts tun haben. Die 2:3-Pleite gegen Griesheim war eine Niederlage zu viel, der Zehn-Punkte-Rückstand ist eine zu hohe Bürde. Und was kann gegen Frust im Abstiegskampf helfen? Ablenkung vom Alltag! Morgen (19.30 Uhr) treffen die Friedberger zuhause auf den Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden und wollen ein Fußballfest feiern.

Und gegen ein Wunder hätte Türk Gücü natürlich rein gar nichts einzuwenden, wie Noah Michel bekräftigt. Der Goalgetter stellt klar, "dass nichts unmöglich ist. Im Pokal schon gar nicht." Im Dress des FC Gießen erlebte er selbst einst ein zumindest mittelgroßes Pokalwunder: Sein Team wusste, dass ein Halbfinalsieg in Baunatal gleichzeitig das Ticket für den DFB-Pokal bedeutet. Als hoher Favorit setzte es eine Niederlage im Elfmeterschießen. "Wenn ich an Pokal denke, denke ich an das Spiel", schaut Michel ungern zurück, kann daraus aber gleichzeitig Kraft für das Wehen-Spiel schöpfen. Da gelte es am Mittwoch eine über 90 Minuten hochkonzentrierte Leistung abzuliefern, um bestehen zu können.

Er, der in der Jugend für Eintracht Frankfut kickte und zweimal in der 3. Liga für den SSV Jahn Regensburg am Platz stand, geht das Spiel wie jedes andere an – und ist gespannt auf den Unterschied. "Den wird man sehen, das ist klar. Treffen Vollprofis auf Amateure, ist die Rollenverteilung deutlich. Aber es ist total reizvoll zu sehen, wenn der Gegenspieler eben ein noch mal höheres Kaliber besitzt. Und für mich selbst wird es interessant zu sehen sein, ob mein Näschen auch noch gegen solche Teams funktioniert." Michel steht derzeit bei neun Saisontreffer – kein Spieler hat mehr in der Süd-Gruppe erzielt.

Dass es im Ligaalltag gar nicht läuft, soll für den Moment kein Thema sein. "Die Stimmung ist bezogen auf unsere Saison aktuell natürlich nicht gut. Wir müssen irgendwie damit klarkommen, dass wir mit den Play-offs nichts tun haben werden und uns voll und ganz gegen den Abstieg stemmen müssen. Aber vielleicht ist genau deshalb so ein Pokalspiel genau das richtige. Wir können befreit aufspielen, können unseren Spielideen freien Lauf lassen", sagt Michel, der sich auf ein Fußballfest nicht nur für den Verein, sondern die ganze Region freut. Das der SV Wehen-Wiesbaden erstmals unter seinem neuen Trainer Markus Kauczinski auflaufen wird, verleiht dem Spiel noch mal einen zusätzlichen Drive.

Ebenfalls am Mittwoch kämpfen noch zwei weitere Teams um das Achtelfinal-Ticket im Pokal: Im Duell der Hessenligisten Hadamar und Alzenau ist kein klarer Favorit auszumachen (19 Uhr). Bereits heute Abend (18 Uhr) empfängt Hessenligist KSV Baunatal den Regionalligsten TSV Steinbach Haiger.

Auch interessant