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In Bayern sagt man Watschn

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Von: Johannes Götze

Silke Sinning und Ralf Viktora wollen im "Team Peters" für Inhalte stehen. Fotos: Jan Hübner
Silke Sinning ist neue Vizepräsidentin beim DFB, Ralf Viktora dankt ihr für ihren Mut. © Jan Hübner

Bernd Neuendorf (60) ist neuer DFB-Präsident und soll den krisengeschüttelten Verband wieder auf Kurs bringen. Überraschender: Rainer Koch ist raus aus dem DFB-Präsidium. Der so mächtige bayrische Funktionär verlor in geheimer Wahl um ein Vize-Präsidentamt krachend gegen die Rotenburgerin Silke Sinning.

Dem bisherigen Interimspräsidenten Koch (63) werden von seinen Kritikern zahlreiche Verfehlungen und Verstrickungen in dubiose Machenschaften vorgeworfen. Zuletzt hatten die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, Reinhard Grindel und Fritz Keller dazu aufgefordert, das „System Koch“ zu beenden. Der umstrittene Koch sitzt allerdings genau wie der Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes, Stefan Reuß, weiterhin im DFB-Vorstand. 

In den Tagen und Stunden vor der Wahl hatte insbesondere die Personalie Koch für Schlagzeilen gesorgt. Er selbst hat sich letztlich aus dem Amt geschossen. Einerseits, weil sein Landesverband Sinning als Gegenkandidatin nominierte und andererseits, weil er in seiner Wahlkampfrede den Unmut des Plenums auf sich zog. Er forderte, salopp formuliert, diejenigen, die ihn nicht wollen, zu einer Stimmenthaltung auf. 

HFV-Präsidiumsmitglied Sinning (52) nutzte die Gunst der Stunde und gewann mit 163:68 Stimmen. „Ich bin total happy und stolz, dass Silke so viel Mut bewiesen hat. Sie wird dank ihrer engagierten und vor allem konstruktiven Art ein Gewinn für den DFBsein. Und auch für den HFV ist dies ein guter Tag, denn es ist schon eine ganze Weile her, dass wir jemanden aus unseren Reihen im DFB-Präsidium sitzen hatten“, sagte HFV-Schatzmeister Ralf Viktora gegenüber dieser Zeitung, während der HFV per Pressemitteilung Sinning „eine glückliche Hand“ wünscht.

Viktora war wie Sinning im „Team Peters“ angetreten und zog so den Unmut des eigenen Verbandes auf sich, der sich wiederholt für Neuendorf und explizit Koch stark gemacht hatte. Viktora verzichtete letztlich auf seine Kandidatur. Denn Peter Peters hatte zuvor keine Chance gegen den in seiner Rede charismatisch auftretende Neuendorf (50:193). Der SPD-Politiker und vormalige Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein ist Neuling im Präsidium und gilt als erhoffter Erneuerer des größten Sportdachverbandes der Welt, bei dem die Staatsanwaltschaft in den vergangenen Jahren ein- und ausging. Teile des alten Präsidiums wurden daher gar nur unter Vorbehalt entlastet.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wurde als erster Vizepräsident Liga von den Delegierten einstimmig bestätigt. Nachfolger des abgetretenen Stephan Osnabrügge als Schatzmeister wurde Stephan Grunwald.

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