Terrence Boyd und Daniel Hanslik vom 1. FC Kaiserslautern
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Daniel Hanslik (rechts) präsentiert nach dem Derbysieg mit Sturmpartner Terrence Boyd das Endergebnis. Der gebürtige Unterhauner Hanslik spielt seit Oktober 2020 für Kaiserslautern und erzielte bislang 13 Tore in 59 Ligaspielen.

„Unfassbar emotional“

Steigt Daniel Hanslik mit Kaiserslautern in die 2. Bundesliga auf?

Daniel Hanslik lebt seinen Traum: Noch vor fünf Jahren schoss der 25-Jährige den SV Steinbach zum Hessenliga-Klassenerhalt, am Sonntag spielte und traf er für den 1. FC Kaiserslautern vor fast 50.000 Zuschauern auf dem Betzenberg.

Daniel, beim 3:1-Derbysieg am Sonntag gegen Saarbrücken waren mehr als 47.000 Zuschauer auf dem Betzenberg. Was ging Ihnen durch den Kopf?
Und das soll 3. Liga sein? Unsere Fans sind einfach einmalig. Die Kulisse war für deutsche Verhältnisse vielleicht mit Borussia Dortmund und deren Südtribüne vergleichbar, aber mit sonst nichts.
Der Schlüssel zum Sieg? Schließlich spielte Ihre Mannschaft mehr als eine Halbzeit in Unterzahl, steckte das zwischenzeitliche 1:1 weg und gewann noch 3:1.
Wir hatten in der Hinrunde im anderen Derby gegen Mannheim eine ähnliche Erfahrung. Da spielten wir fast 60 Minuten in doppelter Unterzahl und holten trotzdem einen Punkt. Gegen Saarbrücken am Sonntag war es ähnlich. Wir waren zwar numerisch in Unterzahl, aber durch unsere Fans gefühlt sogar in Überzahl. Sie haben uns gepusht. Das war unfassbar emotional.

Daniel Hanslik nicht neidisch auf Lautern-Partner Terrence Boyd

Dank des Erfolgs steht Kaiserslautern weiterhin auf Platz zwei und damit einem direkten Aufstiegsplatz. Was kann noch schiefgehen?
Also absteigen können wir nicht mehr, weswegen unser Ziel natürlich jetzt klar ist (lacht). Nein, aber im ernst: Wir spielen am Freitag in Wiesbaden, das wird wieder ein Heimspiel, weil tausende Fans anreisen werden. Wir fokussieren uns nur auf das Spiel und wollen das beherzigen, was uns zuletzt auswärts stark gemacht hat. Wir wollen dreckig spielen und dreifach punkten.
Aktuell ist Terrence Boyd und damit ihr Sturmpartner derjenige, der dank seiner vielen Tore die Schlagzeilen schreibt. Neidisch?
Natürlich nicht. Er kam im Winter, ist super eingeschlagen und hat einen guten Lauf. Hier gönnt jeder dem anderen alles. Wir kämpfen und laufen füreinander, jeder nimmt seine Rolle im Team an. Das ist entscheidend. Diese intensive Spielweise mit den vielen echten Typen im Team macht uns so stark. Deswegen läuft es. Deswegen stehen die Fans hinter uns.
Ihr Bruder nimmt beim SV Steinbach eine ähnliche Rolle wie Sie in Kaiserslautern ein. Verfolgen Sie ihren Ex-Verein?
Ich bin unfassbar stolz auf Dominik, weil er keine einfache Phase durch Verletzungen hatte. Und ja, natürlich verfolge ich Steinbach. Bin da, wenn es geht. Der SVS spielt aktuell einen richtig guten Fußball.

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