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Sebastian Rode hat vom Zaubertrank genascht

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Eintracht Frankfurt - Olympique Marseille
Eintracht Frankfurts Sebastian Rode (rechts) scheint wie ein guter Wein: je älter, desto besser. © Sebastian Gollnow/dpa

An dieser Stelle wagt Christopher Schaus in unregelmäßigen Abständen den „Adlerblick“ – immer kritisch, immer aus der Vereinsbrille. Schaus ist Fan von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt und blickt diesmal für torgranate.de auf den Wahnsinn in der Champions League.

Manchmal fühle ich mich ein bisschen wie in Gallien: Am Dienstag habe ich bei meinen Nachbarn das Spiel auf großer Leinwand geschaut. Da waren zwei Bayern-Sympathisanten (Fans kann man die ja nicht nennen) und noch ein Eintrachtler dabei. Aber in einer Sache waren wir uns in der Halbzeit einig, nämlich dass Sebastian Rode kommen muss, um der Mannschaft mehr Aggressivität und Rückhalt zu geben. Und bei Rode hat man eben manchmal das Gefühl, dass er noch einen besonders großen Schluck Zaubertrank von Asterix. Er wird immer besser. Schade, dass sein Knie nur noch dosierte Spielzeit zulässt. Aber im Endeffekt hat er der Mannschaft alles gegeben, was ihr fehlte: Strategie und Aggressivität. Veni, vidi, vici: Rode kam, sah und die Eintracht siegte!

Sebastian Rode hat vom Zaubertrank genascht

Die zweite Halbzeit war Wahnsinn von Rode, er ist völlig zu Recht zum Spieler des Spiels gekürt worden. Doch es war nicht nur Rode, sondern auch Randal Kolo Muani hat schon wieder gezeigt, was für ein perfekter Transfer er für die Eintracht ist. Das Tor von RKM war mega. Wie der Junge den Ball trifft und ins lange Eck zimmert, das muss man erst mal machen. Aber man hat gemerkt, dass jeder komplett an sein Limit gegangen ist und wirklich jeder den Sieg wollte. Das war grandios. Wir haben schon wieder Geschichte geschrieben! Jetzt wünsche ich mir Napoli. Einmal in die Geburtsstadt von Bud Spencer zum Fußball zu reisen, das wäre schon ein Traum. Aber wir nehmen es, wie es kommt. Es ist doch verrückt, dass die Eintracht bei ihrer erster Teilnahme direkt im Achtelfinale steht. Wir werden immer mehr zu einer Spitzenmannschaft.

Der Mann mit dem Adlerblick:

Christopher Schaus (42) ist geschäftsführender Gesellschafter des Fuldaer Unternehmens WEMAG GmbH und Co. KG. Er betreibt seit 2013 den Eintracht-Fanshop in den Räumlichkeiten der WEMAG in der Heidelsteinstraße. Schaus ist zeitlebens eingefleischter Eintracht-Fan und hat die großen Triumphe der letzten Jahre hautnah miterlebt.

Auch in der Bundesliga. Eigentlich. Denn gegen Borussia Dortmund wurde uns der Sieg geklaut. In Berlin, gegen Köln, jetzt gegen Dortmund. Schon sieben mögliche Punkte fehlen der Eintracht wegen offensichtlich falscher Entscheidungen der Videoschiedsrichter. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ob das Methode hat? Denn wenn die Schiedsrichter so gegen uns sind, dann können wir auch kein Meister werden. Aber: Ich hoffe einfach, dass noch so viel Kraft im Team steckt, um die letzte Bundesliga-Woche noch einmal durchzuziehen: In Augsburg, gegen Hoffenheim und in Mainz sind drei Siege möglich – und dann schaue ich liebend gerne auf die Tabelle.

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