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„Niko Kovac haben wir schon mal einen Gefallen getan“

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Kevin Trapp und Co bedanken sich für die Unterstützung beim Frankfurter Publikum - 0:3 heißt es zum Auftakt der Champions League gegen Sporting Lissabon. © dpa

An dieser Stelle wagt Christopher Schaus in unregelmäßigen Abständen den „Adlerblick“ – immer kritisch, immer aus der Vereinsbrille. Schaus ist Fan von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt und blickt diesmal für torgranate.de auf das Champions League-Debüt, den Bundesliga-Alltag und vernünftige Fans.

Der Start in die Champions League war für Eintracht Frankfurt rein sportlich betrachtet eine Lehrstunde: Wir spielen eine starke erste Hälfte, werden dann aber dafür bestraft, dass wir die Chancen nicht nutzen. Da hat man gesehen, dass die Teams kein Fallobst sind – schon gar nicht so ein Name wie Sporting Lissabon. Kein Wunder, dass der Verein Spieler wie Cristiano Ronaldo entwickelt hat.

Der Spagat zwischen Champions League und Bundesliga

Aber was ebenfalls offensichtlich wurde: wir können mithalten. Fußballerisch haben wir eine tolle erste Halbzeit gespielt, in der wir aber ganz vorne zu oft die falsche Entscheidung getroffen haben. Es ist erst eins von sechs Spielen gespielt. Wir haben immer noch alle Chancen, in dieser Gruppe weiterzukommen. Vielleicht können wir die Niederlage mit einem Sieg in Marseille oder Lissabon oder London kompensieren.

Ich persönlich freue mich schon auf Marseille: Wir fahren mit einem Neun-Mann-Bus am Montag los und am Dienstag direkt nach dem Spiel wieder heim. Klar ist aber auch, dass dort echte Welten in Sachen Fankultur aufeinanderprallen. Vielleicht wird der Ausflug nicht ganz entspannt. Wir haben in Nizza gesehen, was alles passieren kann.

Was unsere Fans gegen Sporting abgerissen haben, war der Wahnsinn. Das schwarz-weiße Fahnenmeer, diese Choreografie. Einfach sensationell. Die Stimmung war prächtig und ich frage mich, was passiert wäre, wenn Kolo Muani nach zwei Minuten trifft. Was ich richtig gut fand, dass nicht gezündelt wurde. Wir alle wollen noch mehr Europapokal-Abende erleben. Und der erste in der Champions League war außer dem Ergebnis sensationell.

Der Mann mit dem Adlerblick:

Christopher Schaus (42) ist geschäftsführender Gesellschafter des Fuldaer Unternehmens WEMAG GmbH und Co. KG. Er betreibt seit 2013 den Eintracht-Fanshop in den Räumlichkeiten der WEMAG in der Heidelsteinstraße. Schaus ist zeitlebens eingefleischter Eintracht-Fan und hat die großen Triumphe der letzten Jahre hautnah miterlebt.

Aber jetzt müssen wir erst einmal auf das Tagesgeschäft schauen: Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag und die größte Herausforderung wird sein, dass die Mannschaft den Fokus auf jedes Spiel neu setzt. Aber ich bin zuversichtlich, dass das gelingt, weil es nicht der Stil der Eintracht wäre, irgendwelche Wettbewerbe abzuschenken. Gegen Leipzig haben wir ein phänomenales Spiel hingelegt. Da hat ganz viel funktioniert und nachher war der Trainer weg. Vielleicht kriegen wir das gegen Wolfsburg in ähnlicher Weise hin. Niko Kovac haben wir diesen Gefallen damals als Trainer von Bayern München ja schon einmal getan.

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