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Eintracht Frankfurt feiert allerersten Champions-League-Heimsieg

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Von: Steffen Kollmann

Daichi Kamada traf für Eintracht Frankfurt beim allerersten Champions-League-Heimsieg.
Daichi Kamada traf für Eintracht Frankfurt beim allerersten Champions-League-Heimsieg. © Jonas Wenzel

Was für eine schwarz-weiß-rote Party! Eintracht Frankfurt hat beim 2:1 (2:1) über Olympique Marseille den allerersten Champions-League-Heimsieg gefeiert.

Es waren zwei tolle Erlebnisse, die ersten Champions-League-Heimspiele gegen Sporting Lissabon und Tottenham Hotspur. Doch etwas fehlte. Dieser kollektive Jubel. Der ohrenbetäubende Aufschrei von der Tribüne. Das Erfolgserlebnis. Nachdem in den ersten Heimspielen keine Tore für die SGE fielen, mussten die Fans von Eintracht Frankfurt diesmal nicht einmal drei Minuten lang warten. Der zuletzt überragende Jesper Lindström ließ den Ball geschickt durch die Beine passieren, dann traf – natürlich – Daichi Kamada. Der Japaner ist so etwas wie „Mister Europapokal“ bei der Eintracht: Vergangene Saison steuerte „Euro-Daichi“ fünf Tore zum Europa-League-Sieg bei, traf international öfter als in der Liga.

Eintracht Frankfurt feiert allerersten Heimsieg in der Champions League

Und es blieb nicht bei dem einen Freudenschrei. Nach 27 Minuten hatte Randal Kolo Muani erst Glück, dass er den Ball bekam, dann profitierte er von Mario Götzes genialer Vorarbeit. Für den Franzosen war es gegen seine Landsmänner der erste Champions-League-Treffer – und die perfekte Antwort auf den zwischenzeitlichen überraschenden Ausgleichstreffer. Fünf Minuten zuvor hatte die neuformierte Frankfurter Abwehrreihe Matteo Guendouzi übersehen, der Ex-Herthaner drosch eine Flanke kompromisslos in die Maschen.

Einen Treffer durfte der ausverkaufte Deutsche Bank Park im Anschluss nicht bejubeln – wenngleich die Fans nach den Chancen von Götze – vor Bundestrainer „Hansi“ Flick auf der Tribüne – und Christopher Lenz in Halbzeit eins den Torschrei mehrmals auf den Lippen hatten. Dafür wurde aber jede gelungene Abwehraktion, jeder gewonnene Zweikampf lautstark bejubelt. Dass Trainer Oliver Glasner nach 89 Minuten nochmal den Anhang animierte, war gar nicht nötig. Denn die letzten letzten 20 Minuten hielt die Eintracht mit einer beeindruckenden Ballsicherheit den Gegner vom eigenen Tor fern und ließ nur noch einen Fernschuss zu.

Erster, Zweiter, Dritter, Vierter: Alles möglich für Eintracht Frankfurt im letzten Gruppenspiel

„Wir müssen uns alle einmal kneifen. Eintracht Frankfurt hat den ersten Champions-Leauge-Heimsieg der Vereinsgeschichte gefeiert“, dröhnte es anschließend aus den Lautsprechern, und die SGE feierte Schlusspfiff wie Durchsage wie eine Meisterschaft. Durch den eigenen Sieg – und das 1:1 im Parallelspiel zwischen Tottenham und Sporting – ist damit im letzten Gruppenspiel in Lissabon in einer Woche alles möglich. Erster, Zweiter, Dritter oder Vierter – erst in einer Woche sind wir schlauer. Doch die Eintracht hat das Weiterkommen in eigener Hand.

Im Stadion blieb es glücklicherweise ruhig zwischen den Fanlagern, obwohl im Vorfeld Krawalle befürchtet waren. Erst nach Schlusspfiff wurde es kurz einmal unruhig, als vier Böllerschüsse aus dem Marseille-Block ertönten. „Lasst euch nicht reinziehen in den Mist“, appellierte der Polizeichef in Richtung der Frankfurter Fans. Diese applaudierten lautstark und gehorchten – so dass der Sieg im Anschluss noch gebührend gefeiert werden konnte.

Eintracht Frankfurt: Trapp; Smolcic, Jakic, N‘Dicka – Dina Ebimbe (79. Alidou), Sow, Kamada, Lenz (45. Pellegrini) – Lindström (68. Rode), Götze – Kolo Muani (79. Borre).
Olympique Marseille: Pau Lopez; Mbemba, Balerdi, Gigot (59. Kolasinac) – Clauss (86. Suarez), Rongier, Veretout, Nuno Tavares – Guendouzi (59. Ünder), Harit – Alexis Sanchez.
Schiedsrichter: Jesus Gil Manzano (Spanien).
Zuschauer: 48.700 (ausverkauft).
Tore: 1:0 Daichi Kamada (3.), 1:1 Matteo Guendouzi (22.), 2:1 Randal Kolo Muani (27.).

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