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Gänsehaut garantiert: Die Hymne im Waldstadion

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Von: Johannes Götze

Eintracht-Keeper Kevin Trapp präsentiert den Fans den Pokal und Rapper Boca ist mittendrin, statt nur dabei.
Eintracht-Keeper Kevin Trapp präsentiert den Fans den Europapokal: Ohne diesen Tag im Mai in Sevilla, die Eintracht würde heute keine Champions League spielen. © IMAGO / PA Images

Heute spürt jeder Fan von Eintracht Frankfurt mehr als ein Kribbeln: Denn neben „Im Herzen von Europa“ und „Schwarz-weiß wie Schnee“ wird die Champions League-Hymne im Waldstadion erklingen. Unser Redakteur Johannes Götze darf dabei sein und weiß schon jetzt: Dieser Tag wird unvergessen bleiben.

Der Fußball ist schnelllebig. Manchmal viel zu schnelllebig. Was ist der Triumph von gestern Morgen noch wert? Meist nicht viel. Doch für die Eintracht stellt sich das anders dar: Ohne diese magischen Nächte in Barcelona, London und Sevilla, ohne den phänomenalen Europapokalsieg würde die Eintracht heute nicht gegen Portugals Talentschmiede Sporting spielen. In der Champions League. 

Champions League-Hymne im Frankfurter Waldstadion: Gänsehaut garantiert

Spieler wie Mario Götze, Randal Kolo Muani, Luca Pellegrini und Junior Dina Ebimbe wären wohl kaum in die Mainmetropole gewechselt und würden schon jetzt die Fans entzücken – wie beim grandiosen 4:0-Sieg gegen RB Leipzig am vergangenen Samstag. Der Einzug in die Champions League kann sich für die Eintracht als sportlichen Glücksfall für die kommenden Jahre erweisen.

Doch für Eintracht Frankfurt ist das noch so viel mehr: Diese magische Hymne. „Es sind die allerbesten Mannschaften, die Meister, die Besten, eine große sportliche Veranstaltung. Es sind die Besten“, heißt es in dem dreisprachigen Song, der seit fast 30 Jahren eine unglaubliche Anziehungskraft auf jedes Kind, jeden Fußballer, jeden Fan ausübt. 

Die Augen schließen, mich als Kind fühlen, davon träumen, selbst am Platz zu stehen.

Johannes Götze

Auch auf mich: Einmal schleppte mich ein Freund mit nach München ins Stadion. Wir standen im Stau, haben den ebenfalls genervten Boris Becker und Edmund Stoiber zugewinkt und letztlich den Anstoß verpasst. Deswegen war ich doch dort, also nicht wegen dem Anstoß, sondern wegen der Hymne. 2005 muss das gewesen sein. Das Spiel war mir egal. Wahrscheinlich haben die Bayern gewonnen. Gegen Anderlecht oder so.

Dann, ein paar Jahre später, durfte ich in Leverkusen gegen den FC Barcelona nicht nur Lionel Messi bestaunen, sondern erstmals den Klängen live lauschen. Ich hatte Gänsehaut. Schon vor dem Spiel. Und mit Messi spielte der zu diesem Zeitpunkt beste Spieler des Planeten einen Stern nach dem anderen vom Himmel – zum Leidwesen der Leverkusener. Das ist Champions League, dachte ich mir. Die Besten messen sich.

Jetzt durfte ich ein paar Jahre nicht mehr den Klängen lauschen. Die in Französisch, Englisch und Deutsch so wunderbar miteinander harmonieren. Heute aber gleich doppelt: In Dreieich, wenn die Eintracht in der UEFA Youth League gegen den Nachwuchs von Sporting antritt. Und dann um 18.40 Uhr, wenn die Mannschaften im Waldstadion einlaufen. Ich werde für ein paar Sekunden die Augen schließen. Mich wie ein Kind fühlen. Davon träumen, selbst auf dem Platz zu stehen. Vielmehr geht nicht.

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