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Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt

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Peter Fischer
Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt.Pe © Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

Peter Fischer wurde mit einer Mehrheit von knapp 80 Prozent als Präsident von Eintracht Frankfurt auf der Jahreshauptversammlung wiedergewählt. Vielleicht die interessanteste Neuerung: Die Ausgliederung des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) in die Fußball AG erhielt eine große Zustimmung. Zudem wurden die Vorfälle von Marseille erörtert.

Mit einer viertelstündigen Verspätung eröffnete Versammlungsleiter Stephan Winterling die diesjährige Mitgliederversammlung. In der Spitze fanden sich knapp 1000 Mitglieder und Gäste ein. Die Vorstandsmitglieder der Eintracht Frankfurt Fußball AG Axel Hellmann, Oliver Frankenbach, Philipp Reschke und Markus Krösche, die Trainerteams um Chefcoach Oliver Glasner und Chefcoach Niko Arnautis sowie Vertreter/innen der beiden Bundesligamannschaften, die Mitglieder des Aufsichtsrats mit dem Vorsitzenden Philip Holzer, die Mitglieder der Gremien des Vereins sowie Partner und Sponsoren ließen es sich nicht nehmen, der Veranstaltung beizuwohnen.

Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt

Neben dem weiterhin ungebrochenen Mitgliederwachstum konnte Fischer über zahlreiche weitere positive Entwicklungen, wie die sehr guten Vermarktungsergebnisse mit einer Rekordzahl an Sponsoren und dem kontinuierlichen Ausbau an Sportangeboten inklusive der Erschließung neuer Sportstätten, berichten. Zudem nahm der Präsident klar Stellung zu den Vorkommnissen in Marseille. Die Zustände rund um dieses Spiel seien untragbar und ein Schlag ins Gesicht für jeden gewesen, der den Fußball liebe. Es habe aber auch massives Fehlverhalten unter Teilen der Eintracht-Anhänger durch den Einsatz von Pyrotechnik gegeben. „Wer so etwas tut oder auch nur im Geringsten gutheißt, handelt gegen die Interessen von Eintracht Frankfurt und seiner Mitglieder“, machte der Präsident deutlich. Am Ende seiner Rede ging Peter Fischer auf mögliche Kapitalmaßnahmen der Fußball AG ein. Dabei erklärte er, dass man ohne zusätzliches externes Kapital für die Zukunft der AG ein beachtliches Risiko eingehe, versicherte aber gleichzeitig, dass er „niemals mit dem Vereinsvermögen fahrlässig umgehen werde“ und er keinen Ausgestaltungen zustimmen werde, die wider den Interessen den Hauptaktionärs Eintracht Frankfurt e.V. und damit der Vereinsmitglieder seien.

Darauf folgte die Rede von Axel Hellmann. Mit Blick auf den Europa-League-Sieg sei es „ein Wunder“, dass Eintracht Frankfurt diesen ausgerechnet in dem Jahr, in dem Jürgen Grabowski gestorben ist, geholt habe. Das könne kein Zufall sein. Hierbei sei es wichtig, sich der Einmaligkeit bewusst zu sein und den Titel dennoch als Ansporn zu nehmen, um erneut Großes zu erreichen. Der Titel stehe dafür, „Grenzen verschieben zu können und für den besonderen Charakter der Eintracht“, denn es habe sicherlich Klubs in Europa gegeben, denen man den Titel eher zugetraut hätte. Aber Eintracht Frankfurt sei eine echte Mannschaft gewesen, die Stück für Stück eine verschworene Einheit geworden und über sich hinausgewachsen sei. „Wir haben diesen Titel geholt und nicht die ganz großen Namen, die wir bislang nur aus Funk und Fernsehen kannten. Wir haben es über die Geschlossenheit und Nähe geschafft. Wie die Mannschaft geformt worden ist und sich von Etappe zu Etappe gesteigert hat – das ist ein Ausrufezeichen. Ich bedanke mich bei Oliver Glasner und seiner Mannschaft sowie Markus Krösche und seinem Team“, so Axel Hellmann.

NLZ der Eintracht wird ausgegliedert

Mit Blick auf die Zustände bei internationalen Auswärtsspielen nahm der Vorstandssprecher Verantwortliche, Fans und Fangruppen in die Pflicht und mahnte: „Wenn die Zukunft ist, dass wir unsere Schals nicht auf den Straßen tragen und unsere Fan- und Auswärtskultur nicht mehr leben dürfen, dann sind wir auf einem absurden Irrweg. Solche Dinge wie in Marseille dürfen sich nicht wiederholen.“ Der Fußball sei kein rechtsfreier Raum. „Das gilt für alle – auch für Sicherheitsorgane. Unsere Aufgabe als Fußball AG ist es, sich gegen Fehlentwicklungen auf allen Seiten zu wehren“, so Hellmann.

Es folgten mehrere Anträge auf Änderung der Satzung sowie ein Antrag auf Ausgliederung des Fußball-Nachwuchsleistungszentrums. So geht das Nachwuchsleistungszentrum zum 1. Juli 2023 in die Eintracht Frankfurt Fußball AG über und das Präsidium kann fortan für zukünftige Aufgaben- und Themenfelder erweitert werden.

Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt

Es folgte die Wahl des Präsidenten. In seiner Bewerbungsrede präsentierte Peter Fischer den anwesenden Mitgliedern seine Ziele für die kommenden vier Jahre. Die Vereinsmitglieder schenkten ihm weiterhin ihr Vertrauen und wählten ihn mit einer Mehrheit von 79,9 Prozent für eine achte Amtszeit. „Ich bin unglaublich stolz und glücklich über dieses Ergebnis. Vielen Dank für die enorme Unterstützung in den vergangenen 22 Jahren und den großen Rückhalt, den der Verein mir entgegenbringt. Ich weiß um die große Verantwortung, fühle mich aber bestärkt, die angesprochenen Ziele mit meinem Team und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzugehen“, freute sich Peter Fischer. (PM)

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