Europa-League-Finale, da werden Erinnerungen wach, wie Fred Schaub (links) 1980 Eintracht Frankfurt zum UEFA-Cup-Sieg schoss und mit Eintracht-Ikone Bernd Hölzenbein den Pokal in den Nachthimmel Frankfurts streckt.
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Europa-League-Finale, da werden Erinnerungen wach, wie Fred Schaub (links) 1980 Eintracht Frankfurt zum UEFA-Cup-Sieg schoss und mit Eintracht-Ikone Bernd Hölzenbein den Pokal in den Nachthimmel Frankfurts streckt.

Mama feierte mit Sekt

Eintracht Frankfurt im Europa-League-Finale: Sohn von Held Fred Schaub erinnert sich

Das Europa-League-Finale von Eintracht Frankfurt wirft seine Schatten voraus und zurück: Am 21. Mai 1980 schoss der in Fulda geborene Fred Schaub Eintracht Frankfurt zum bislang einzigen Europapokalsieg. Unvergessen. Nicht nur für Sohn Fabian, der mit uns in Erinnerungen schwelgt.

Dieser Tage werden Erinnerungen wach. An 1980. Uefa-Pokal-Finale gegen Borussia Mönchengladbach. Nach der 2:3-Hinspielniederlage auf dem Böckelberg braucht’s für Eintracht Frankfurt einen Sieg im Waldstadion. Ein 1:0 würde dank der mittlerweile abgeschafften Auswärtstorregel genügen. Und tatsächlich: der in Fulda geborene und in Heubach aufgewachsene Fred Schaub erzielte vier Minuten nach seiner Einwechslung das goldene Tor für die SGE. Fred Schaub, der seine Karriere in Österreich ausklingen ließ, ist bei einem tragischen Verkehrsunfall 2003 auf der A66 schon im Alter von 42 Jahren gestorben, sein Vermächtnis aber bleibt. Nicht nur seine Söhne wissen das. Louis spielte zuletzt für den 1. FC Köln, und hat nun sein Wechsel nzu Hannover 96 verkündet. Fabian ist Torjäger von Hessenliga-Absteiger Buchonia Flieden.

Eintracht Frankfurts Europacup-Sieg: Mama Schaub feierte mit Sekt

Fabian Schaub kam erst zehn Jahre nach dem größten Triumph seines Vaters auf die Welt – und doch kann er zumindest zwei Anekdoten erzählen. Ganz besonders war das Spiel für seine Oma Annelie. Sie weilte damals in einer Kur in Oberstdorf und schaute das Spiel gemeinsam mit weiteren Kurgästen. Und als schließlich ihr Sohn in der 81. Minute traf, hätte sie nur ganz beiläufig erwähnt, dass sie die Mutter sei und sich auf den Erfolg einen Sekt bestellt. Insgesamt verblasst die Erinnerung aber immer mehr, obwohl RTL beim Halbfinale gegen West Ham das Siegtor von einst zeigte.

„Am meisten erinnert mich ein Arbeitskollege an das Spiel, weil er einerseits Gladbach-Fan ist und andererseits meinen Vater ganz gut kannte. Er behauptet, dass er es zumindest meinem Vater gegönnt hätte“, sagt Schaub lachend, der selbst grundsätzlich Borussia Dortmund die Daumen drückt. „Aber als Hesse und mit der Familiengeschichte halte ich natürlich nicht nur gegen Glasgow zur Eintracht.“ Schauen will er das Spiel im kleinsten Kreise. Den Namen seines Vaters wird er heute Abend oft hören. Das ist sicher. Lest hier: Musikstars drücken Eintracht die Daumen.

Doch nicht nur 1980 stand die Eintracht in einem europäischen Finale. 1960 war es gar das der Landesmeister. Im Halbfinale hieß der Gegner Glasgow Rangers. Mit 6:1 und 6:3 gewann die Eintracht beide Spiele und der „Blitz von Horas“ erzielte dabei zwei Tore. Richard Kreß, das erste Fußballidol Osthessens, sorgte weiland für Furore. Das Finale aber, das verlor die Eintracht in einem der spektakulärsten Endspiele aller Zeiten mit 3:7 gegen das damals übermächtige Real Madrid. Übrigens in Glasgow, in der Heimspielstätte von Celtic.

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