Europa League

Stadionstress und Konflikt mit UEFA für die Eintracht: Das Nachspiel von Sevilla

Der Sevilla-Sieg klingt gleich auf mehreren Ebenen nach: Präsident Peter Fischer sucht Versöhnung mit dem Gastgeber, die Eintracht beschwert sich bei der UEFA.

Frankfurt – Eintracht-Präsident Peter Fischer hat sich mit seinen Äußerungen mal wieder ein Nachspiel eingehandelt. Nach dem Euro League-Finale hatte er das altehrwürdige Estadio Ramon Sanchez Pizjuan – Austragungsort des Spiels gegen Glasgow – als „Micky-Maus-Stadion, das von Lego gebaut wurde“ bezeichnet. Die Antwort aus Spanien folgte prompt.

Sevilla-Spieler Ivan Rakitic, ein alter Bekannter aus der Bundesliga, sagte gegenüber Sport1: „Das war schon ein bisschen respektlos. Ich war auf jeden Fall überrascht, weil er normalerweise unser Stadion ab jetzt lieben muss, denn dort hat die Eintracht den Titel gewonnen.“

Eintracht Frankfurt: Peter Fischer stellt Äußerungen klar

In der Final-Euphorie tätigt Eintracht-Präsident Peter Fischer Aussagen, die in Sevilla für Aufruhr sorgen. Im Nachgang stellt er sie jetzt klar.

Seine Aussagen stellte Fischer daraufhin in den Kontext. „Das mit dem Stadion bezieht sich ja nicht auf diesen wunderbaren erfolgreichen Verein FC Sevilla, bei Gott nicht“, reagierte er gegenüber Sport1. Er habe sich lediglich über Größe und Kapazität des Stadions geäußert.

Doch der Konflikt steuert einem versöhnlichen Ende entgegen. Rakitic lud Fischer zu einem klärenden Besuch ins Sanchez Pizjuan ein. Und der scheint alles andere als abgeneigt, sagte bei Sport1: „Gerne würde ich am liebsten mit unserer Mannschaft gegen ihn spielen (...). Vielleicht reicht es dann ja auch noch zu einem Glas Wein, es wäre mir auf jeden Fall eine Ehre.“

Eintracht im Konflikt mit UEFA wegen Wasserversorgung

Nicht so glimpflich scheint sich indessen der Konflikt mit den Organisatoren von der UEFA zu entwickeln. Denen wirft Eintracht Frankfurt nämlich vor, bei der Wasserversorgung der Fans während des Finalspiels versagt zu haben. Bei südspanischen Temperaturen gab es im Stadion zu wenige Getränke, Zuschauer mussten zum Teil mehrere Stunden ohne Flüssigkeitsnachschub ausharren.

Dem hr teilte der neue Frankfurter Vorstand Philipp Reschke mit: „Wir haben uns noch während des Spiels wüst beschwert. Das war extrem gesundheitsgefährdend.“ Über den Ausrichter UEFA sagte er: „Sie sind dabei, die Vorfälle zu untersuchen. Sie haben versprochen, das aufzuarbeiten.“

Den Vorfall hofft die Eintracht gemäß hr jetzt noch in anderer Sache einzubringen. Derzeit ermittelt die UEFA nämlich auch wegen des Platzsturmes nach dem West Ham-Halbfinale gegen Frankfurt – bei der Urteilsfindung könnten die Umstände in Sevilla eine mildernde Rolle einnehmen. Schließlich sei das Verhalten der Fans im Finale außerordentlich gewesen. So sagte Reschke: „Die Einflussfaktoren hätten nicht übler sein können. In Anbetracht der Rahmenbedingungen ist das alles aber ausgesprochen gut verlaufen.“ (juf)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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